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Christliche Anwälte zeigen Conde-Pumpido beim spanischen CGPJ an
Abogados Cristianos hat beim CGPJ Beschwerde gegen Conde-Pumpido eingereicht und fordert seine Ablösung vom Verfassungsgericht. Hazte Oír erstattet Strafanzeige wegen Rechtsbeugung.
Abogados Cristianos bringt Conde-Pumpido vor den CGPJ
Die Offensive gegen den Präsidenten des spanischen Verfassungsgerichts, Conde-Pumpido, ist kein Flurgerücht mehr, sondern eine Batterie formeller Beschwerden. Abogados Cristianos (Christliche Anwälte), ein spanischer Rechtsverband, hat beim Disziplinarausschuss des Consejo General del Poder Judicial (dem obersten Gremium der spanischen Justiz) Beschwerde eingereicht und fordert seine Entfernung vom Verfassungsgericht. Der Verband handelt nicht allein: Hazte Oír hat Strafanzeige gegen ihn wegen angeblicher Rechtsbeugung in Ausübung seines Amtes erstattet. Auslöser sei laut den Beschwerdeführern seine Führung des Verfassungsgerichts und insbesondere seine Absicht, die Revision der im ERE-Skandal Verurteilten vor europäische Instanzen zu blockieren.
Wer ist Conde-Pumpido und warum steht er im Visier
Conde-Pumpido präsidiert das Verfassungsgericht in einem Moment höchster institutioneller Spannung. Die Beschwerden häufen sich auf disziplinarischem und strafrechtlichem Weg, doch die eigentliche Debatte ist eine andere: Inwieweit kann ein Verfassungsgerichtspräsident den Zugang der Prozessführenden zur europäischen Justiz beeinflussen? Sein Vorschlag, Richtern zu verbieten, zur Überprüfung von Urteilen des Verfassungsgerichts nach Europa zu gehen, wird von Kritikern als Absicherung politischer Macht interpretiert. Seine Verteidiger sehen darin dagegen eine Frage der Rechtssicherheit und der Achtung der Rechtskraft.
Die Beschwerde beim CGPJ ist kein geringfügiger Formalakt. Der Disziplinarausschuss kann sie zurückweisen, einstellen oder Ermittlungen einleiten, aber allein die Tatsache, dass der disziplinarische Weg gegen einen Verfassungsgerichtspräsidenten greift, bringt die Institution in eine unangenehme Lage. Abogados Cristianos hat bereits bewiesen, dass seine Klagen nicht immer ins Leere laufen: Der Oberste Gerichtshof gab ihnen im Fall des Kreuzes von Bechí recht, das an seinen ursprünglichen Standort zurückversetzt wurde.
Die Verbindung zu den ERE und zum Fall Chaves
Conde-Pumpidos Name taucht im Zusammenhang mit dem ERE-Skandal Andalusiens auf, einem Betrugsskandal um Frührenten-Zuschüsse. Die Aufhebung des Urteils gegen Chaves und andere Verurteilte durch das Verfassungsgericht wurde vom Journalisten Pedro J. Ramírez als „einer der großen Skandale der Regierung Sánchez“ bezeichnet. In diesem Kontext hat Conde-Pumpidos Vorschlag, die Revision vor Europa zu blockieren, alle Alarmglocken zum Läuten gebracht. Die Frage, die in der Luft liegt, ist, ob das Verfassungsgericht zur letzten politischen Instanz eines Justizsystems werden kann, das einem Teil der Bevölkerung kein Vertrauen mehr einflößt.
Das Valle de los Caídos und das Kreuz von Bechí: die anderen Schlachten
Abogados Cristianos zeigt nicht nur Conde-Pumpido an. Nach seiner Klage hat der Verband erreicht, dass die Justiz Patrimonio Nacional (die staatliche Behörde für königliche und historische Stätten) anweist, die Exhumierungen im Valle de los Caídos zu stoppen. Auch die Wiederaufstellung des Kreuzes von Bechí auf dem kommunalen Friedhof hat er durchgesetzt. Das sind symbolische Siege, die seine Erzählung stärken: die eines Verbands, der sich der Regierung entgegenstellt und vor Gericht gewinnt. Die Beschwerde gegen Conde-Pumpido fügt sich in diese Strategie der institutionellen Erosion ein.
Die Reaktionen: von Skepsis bis Empörung
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Manche sehen in der Beschwerde einen legitimen Schritt gegen den von ihnen als parteiisch empfundenen Umgang mit der Justiz. Andere wiederum deuten sie als ein Abnutzungsmanöver ohne echte Aussicht auf Erfolg. Conde-Pumpidos Bild wurde in sozialen Netzwerken verspottet. Doch jenseits der Späße wirft die Angelegenheit eine ernste Frage auf: die zunehmende Juridifizierung der Politik und den Prestigeverlust der Institutionen.
Unter diesen Vorzeichen ist damit zu rechnen, dass die Beschwerde ihren Gang geht und sich der CGPJ äußern muss. Sollte der Disziplinarausschuss Ermittlungen einleiten, wäre das institutionelle Beben gewaltig. Stellt er das Verfahren ein, wird sich das Gefühl der Straflosigkeit unter den Kritikern verstärken. In jedem Fall ist die Erosion von Conde-Pumpido und dem Verfassungsgericht bereits im Gange. Und sie scheint nicht aufzuhalten zu sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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