Chinesisches Staatsfernsehen setzt LaLiga wegen Mbappé-Memes aus

Das chinesische Staatsfernsehen hat die Übertragungen der LaLiga nach einem Mbappé-Meme ausgesetzt; die Debatte dreht sich um Entschuldigungen und die Bedeutung des asiatischen Marktes.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Chinesisches Staatsfernsehen setzt LaLiga wegen Mbappé-Memes aus
Chinesisches Staatsfernsehen setzt El futbol español wegen des Mbappé-Memes aus

Das chinesische Staatsfernsehen hat die Übertragung der El futbol español eingestellt, wie EFE berichtet. Auslöser ist kein Sendezeitpunkt, kein Rechtekonflikt und kein umstrittenes Spiel: Es ist ein Meme. Nach dem Bericht eines der Teilnehmer wurde Kylian Mbappé in einem Interview mit einem französischen Medium nach seinem Lieblingsmeme gefragt und antwortete, es sei eines, auf dem sein Gesicht über das eines chinesischen Diktators gelegt ist. Die Lesart im Thread ist, dass damit Mao Zedong gemeint ist.

Die Geschichte kam zunächst über EFE und wurde in den folgenden Stunden vervollständigt: die Aussetzung der Übertragungen und der El futbol español-Präsident, der —laut der kursierenden Version und ohne öffentliche Bestätigung— in Peking um Entschuldigung bat. Mit den Chinesen spielt man nicht, fasst eine der Strömungen dieser Diskussion zusammen. Die andere blickt auf den Mechanismus der Zensur: Je mehr etwas verboten wird, desto mehr Leute erfahren am Ende, dass es überhaupt existiert.

Warum die Beleidigung mit Mao verbunden wird

In der Debatte wird gefragt, warum Mao in China verklärt wird, und seine Bilanz wird Revue passiert: mehr als 50 Millionen Tote durch Hungersnöte im Zusammenhang mit dem Großen Sprung nach vorn, eine Kulturrevolution, die dazu diente, Andersdenkende umzuerziehen —das Euphemismus der damaligen Zeit— und, derselben Darstellung zufolge, ein Land, das erst mit Deng Xiaopings Kurswechsel zum „Sozialismus chinesischer Prägung" in Gang kam. Die betonte Paradoxie: Ein Regime, das seine Wirtschaft auf einem Modell aufbaut, das sich vom Maoismus verabschiedet hat, während es Mao als unantastbare Figur bewahrt.

Soweit die Lesarten des Forums. Auf der Ebene der Logik zieht sich ein ironischer Kontrapunkt durch die Angelegenheit: Wenn das Meme „Diktator" sagte und nicht „guter Diktator" oder „schlechter Diktator", dann liegt die Beleidigung beim Beleidigten.

Entschuldigungen, Vermittler und das Geschäft mit dem asiatischen Markt

Die zugeschriebenen Entschuldigungen haben eine bilanzielle Erklärung: Die Audiovisivrechte und die Markenpräsenz in Asien sind eine Einnahmequelle. In der Diskussion lautet die Lesart, dass die Reaktion in einer Entschuldigung besteht, und in diesem Kontext fallen die Namen Florentino Pérez und Emilio Butragueño.

Auch die Tour. „Wohin die Sommertour von Real Madrid im nächsten Jahr geht, wissen wir schon jetzt", merkt jemand mit einem Augenzwinkern an. Und das Nebengeschäft: Im Thread werden Bauprojekte in China erwähnt und darüber gescherzt, ACS-Aktien zu verkaufen. Die Zusammenfassung eines Beitrags passt in eine Zeile: Es geht um viel Geld.

Manche sehen in der Abschaltung sogar einen Vorteil: Das chinesische Publikum wird von einem Produkt verschont, das hierzulande wegen gesperrter Webseiten und der Qualität der Darbietung ohnehin für Kritik sorgt. Und ein Detail, das jemand anführt: Auf der anderen Seite erspart sich der Fan die heimische Zensur.

Der doppelte Maßstab, der empört: Ceuta, das Trikot und das Schweigen

An dieser Stelle wird die Angelegenheit giftig. Ein Teil der Diskussion thematisiert nicht das Meme, sondern die Asymmetrie. Es wird behauptet, dass es wegen einer früheren Kontroverse um ein Trikot und Ceuta weder eine öffentliche Entschuldigung noch eine vergleichbare Geste gab. Es ist eine Behauptung ohne Dokumente und ohne Überprüfung; man sollte sie als verbreitete Wahrnehmung und nicht als belegte Tatsache behandeln.

Überprüfbar ist hingegen der Ton. Ein Teil der Kommentare über den Spieler ist offen feindselig, mit Herabwürdigungen, die dieser Text nicht wiedergibt. Und hinter diesem Unmut liegt etwas, das älter ist als der Fußball: das Gefühl, von mehreren Teilnehmern geäußert, dass Entschuldigungen eher nach der Größe des Beleidigten als nach der Schwere des Angriffs bemessen werden.

Der Streisand-Effekt: Die Zensur, die das Meme vervielfacht

Eine Liga wegen eines Witzes auszusetzen, macht aus dem Witz eine Nachricht. Die Paradoxie ist ein Lehrbuchbeispiel: Man hätte die Sache einfach ignorieren können, niemand hätte vom Vergleich erfahren, und am Ende haben sie dem Meme und den Machenschaften des Maoismus öffentliche Aufmerksamkeit verschafft. Der Schuss geht nach hinten los, heißt es in der Debatte, und das hat seinen Preis: an Einnahmen für den Veranstalter und am Image für den Verband.

Bleibt die grundsätzliche Frage, die keine der Seiten beantwortet hat: Ob die Aussetzung eine Sanktion für die Saison ist oder eine endgültig geschlossene Tür, ob die Entschuldigungen offiziell oder nur durch Indiskretionen erfolgt sind und wie viel von diesem Markt nach einem solchen Vorfall zurückzugewinnen ist. Niemand hat den Schaden beziffert. Das Meme zirkuliert derweil mehr denn je.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (66 Antworten).

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