Ceuta-Marsch: Aufruf spaltet selbst die Unterstützer

Ein Aufruf zum Marsch auf Ceuta löst eine Debatte aus: echter Protest, politisches Drehbuch oder Ausrede, nicht zu arbeiten? Fakten und Widersprüche.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ceuta: Der Aufruf, der selbst die Unterstützer spaltet

Spanien führt die EU beim Antidepressiva-Konsum an. Und dennoch glauben manche, die Lösung für alles sei ein Marsch auf Ceuta. Der Aufruf, vor kaum zwei Tagen gestartet und von Profilen mit Tausenden Trinc verstärkt, hat eine Debatte eröffnet, die nicht über Ceuta ist: Es geht darum, ob die Wut sich in mehr als Lärm übersetzt.

Ein Aufruf, der von der ersten Minute an spaltet

Was zuerst auffällt, ist die fehlende Einheit unter denen, die die Diagnose teilen. Manche bieten an, als Erste zu gehen, Gewehr in der Hand, und andere antworten, sie würden keinen Finger rühren, um der Linken Argumente zu liefern. Dazwischen das wirtschaftliche Argument: Der Arbeit fernzubleiben kostet, und niemand erklärt, wer die Monatsrechnungen bezahlt.

Der Aufruf begibt sich auch nicht auf das Terrain der Bequemlichkeit. Es wurde die Aussage zitiert, dass „Spanien verseucht ist“ und dass es keinen Sinn macht, nach Ceuta zu gehen, während es überall im Land Probleme gibt. Die geografische Antwort war, eine Säuberung von Norden nach Süden der Halbinsel vorzuschlagen, beginnend mit Galicien, was eine Vorstellung vom Abstraktionsniveau der Debatte gibt.

Der Schatten des Drehbuchs

Skepsis ist die vorherrschende Strömung. Mehrere Interventionen behaupten, alles folge einem koordinierten Drehbuch: Desokupa, Gisbert, Roberto Vaquero, Iker Jiménez... Der Vergleich mit dem „Capitán Araña“, der im 17. Jahrhundert die Gemeindemitglieder anheuerte, um auf die Galeonen zu gehen, während er an Land blieb, fasst den Verdacht zusammen: Die am lautesten schreien, setzen sich am wenigsten aus.

Dort endete die klassische Analyse der Manipulation. Dann kommt die rohere Version: die von denen, die sich erinnern, dass „Schläge und Angst die Seiten wechseln müssen“ und dass der Gehorsam die Sicherheitskräfte nicht entbindet. Die kriegerische Rhetorik erreicht ungewöhnliche Höhen, mit Erwähnungen des Organgesetzes 14/2015 des Militärstrafgesetzbuches und Strafen von 15 bis 25 Jahren für die Unterstützung des Feindes.

Ceuta, komplexer als der Slogan

Das gewählte Szenario hilft auch nicht bei der Vereinfachung. Den vorliegenden Daten zufolge ist etwa die Hälfte der Bevölkerung Ceutas muslimischen Ursprungs und wählt mehrheitlich die PSOE. Diese Tatsache bringt die Erzählung einer der Sache zugewandten Stadt durcheinander, und einige nutzen sie, um den Protest zu entschärfen: Gegen wen will man kämpfen, gegen die Nachbarn?

Hinzu kommt der diplomatische Kontext: die Behauptung, die Vereinigten Staaten hätten das Gebiet als marokkanisch betrachtet, und die Kritik, die Regierung hätte die Angelegenheit in zwölf Stunden lösen können. Wenn das stimmt, kommt der Aufruf zu spät und schlecht.

Die Kosten des Streits

In wirtschaftlicher Hinsicht sticht ein Argument hervor: Auswanderung war das Ventil, das Revolutionen verhinderte. Wer gehen konnte, ging nach Deutschland, in die Schweiz oder nach Argentinien. Jetzt gibt es keine Karotte, nur Stock und knappes Brot, und das bedeutet, es gibt keinen Ort, wohin man fliehen kann. Die Schlussfolgerung ist beunruhigend: Wenn es keinen individuellen Ausweg gibt, bleiben die Menschen, und der Konflikt ist eine Frage der Zeit.

Der Rest sind praktische Details: ein Zelt mitbringen, weil es keine Hotels geben wird, oder warnen, dass die Sicherheitskräfte Tausende sind gegenüber einer Menge, die sie überwältigen könnte. Keines dieser Szenarien hat sich bisher materialisiert, und vielleicht ist das die beste Nachricht.

Die Frage bleibt in der Luft: Wenn der Lärm nachlässt, wird dann jemand an der Grenze sein oder nur in den sozialen Netzwerken? Die jüngste Geschichte der spanischen Mobilisierungen lädt zur Vorsicht ein, aber die Wut, die hat sicher kein Verfallsdatum.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (104 Antworten).

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