Ceuta: Der Verrat, den Spanien nicht bestraft

In Ceuta werden Freiwillige beschuldigt, Migranten geholfen zu haben; Spanien kennt keinen Hochverratstatbestand – im Kontrast zum chinesischen Strafgesetzbuch.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Ceuta-Streit: Humanitäre Hilfe oder Kollaboration mit dem Feind

Spanien hat keinen Straftatbestand des Hochverrats. Das ist die einzige Gewissheit in der Kontroverse um das Vorgehen einer Gruppe von Freiwilligen an der Grenze von Ceuta: Der Vorwurf, die Einreise von Migranten erleichtert zu haben, hat sich von der öffentlichen Empörung bis in die Rechtsvergleichung getragen.

Der Hochverrat, den es im spanischen Strafgesetzbuch nicht gibt

Der Vergleich mit China bildet das Rückgrat der Debatte. Dort stellt Artikel 102 des Strafgesetzbuchs die Kollusion mit einem ausländischen Staat zur Gefährdung der Souveränität unter Strafe, mit Freiheitsstrafen von 10 Jahren bis lebenslang; Artikel 113 ergänzt die Todesstrafe. In Spanien existiert dieser Straftatbestand hingegen nicht, und die Diskussion bleibt auf der politischen Ebene.

Ceuta, das Pulverfass der Südgrenze

Die Reaktionen gehen über das Juristische hinaus. Manche sehen in den Freiwilligen den Versuch, die Bewohner der Autonomen Stadt zu demütigen, andere deuten die Aktion als Pflicht zur Hilfe. In den extremsten Äußerungen kreuzen sich Verweise auf einen früheren Mord und die Forderung, dass Angst die Grundlage des Zusammenlebens sein müsse. Das Ergebnis ist ein Konflikt zwischen Identität und Solidarität, mit einem Staat, der nach Ansicht mancher nicht mehr souverän ist.

Wer ein juristisches Fazit erwartet, sollte sich gedulden. Solange die Migration an den Zäunen kratzt, wird das Fehlen eines Hochverratstatbestands diese Auseinandersetzung weiter befeuern. Die eigentliche Überraschung wäre wohl, wenn sie nicht wieder aufflammte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (13 Antworten).

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