CEOE fordert Kündigungsschutz-Lockerung und Sozialkürzungen

Der spanische Arbeitgeberverband CEOE drängt auf günstigere Kündigungen und Auflagen für Arbeitslosengeld, während sein Präsident ein Jahresgehalt von 380.000 Euro bezieht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

CEOE fordert Kündigungsschutz-Lockerung und Sozialkürzungen
CEOE verlangt Kürzungen im Wohlfahrtsstaat und Lockerung des Kündigungsschutzes

Ab welchem Alter wollen Sie in den Ruhestand gehen und wie teuer wäre es für Ihr Unternehmen, Sie zu entlassen? Die CEOE hat diese beiden Fragen bereits beantwortet. Ihr Vorschlag an die neue Regierung umfasst Einschnitte im Wohlfahrtsstaat – der laut Verband „überdimensioniert“ ist –, eine billigere Kündigung sowie ein Arbeitslosengeld, das gestrichen wird, wenn ein Jobangebot abgelehnt wird. Das Papier kommt mitten im Wahlkampf vor dem 23. Juli und trägt die Unterschrift von José Luis Feito, Mitglied des Exekutivkomitees und des Vorstands der CEOE.

Und da gibt es ein Detail, das nicht unbemerkt bleibt: Wer bei anderen den Gürtel enger schnallen lässt, verdient für seine Position 380.000 Euro im Jahr.

Was die CEOE von der nächsten Regierung fordert

Feito beginnt mit dem Kündigungsschutz. Er behauptet, die tatsächlichen Kosten in Spanien seien „die höchsten weltweit“. Dies führt er darauf zurück, dass die meisten Entlassungen als ungerechtfertigt eingestuft werden, was die Trennung verteuert und aus seiner Sicht die Einstellung hemmt. Es sei „ein Problem, das gelöst werden muss“. In der Praxis bedeutet dies: niedrigere Abfindungen und weniger Hürden bei der Entlassung.

Der zweite Punkt betrifft das Arbeitslosengeld. Der Vorschlag sieht vor, es an Bedingungen zu knüpfen: Wenn einer arbeitslosen Person ein Job angeboten wird, „muss sie ihn annehmen, sonst fällt das Geld weg“. Auf dem Papier klingt das nach Betrugskontrolle; in der Realität liegt der Teufel im Detail, nämlich darin, welcher Job als zumutbar gilt.

Hinzu kommt Antonio Garamendi, Präsident der CEOE, der die geltende Arbeitsmarktreform grundsätzlich gutheißt, aber „Korrekturen“ fordert, falls Alberto Núñez Feijóo nach dem 23. Juli ins Moncloa-Palast (Amtssitz des Premierministers) einzieht. Zudem kritisiert er eine „Kampagne der Belästigung und Zerstörung“ gegen namentlich genannte Unternehmer.

Wie viel verdient der CEOE-Präsident?

Eine weitere Zahl taucht in den Dokumenten auf: Das Gehalt von Garamendi beläuft sich auf 380.000 Euro jährlich, einstimmig beschlossen von den 300 Verbänden, die die Organisation bilden. Er ist zudem der erste CEOE-Präsident seit 2007, der für dieses Amt bezahlt wird.

Die Parallele bedarf keiner weiteren Worte: Während der Verband soziale Einsparungen predigt, bestätigt die Führungsetage, dass der Chefsessel nicht gratis ist. Das ist nicht illegal, sondern eine Tatsache. Aber die Schlagzeile spricht für sich.

Wo sollte man mit den Kürzungen beginnen?

Hier beginnt die Debatte über die Verteilung der Lasten. Ein Teil der Analyse argumentiert, dass vor Eingriffen in die Renten andere Posten gekürzt werden sollten: öffentliche Gehälter, administrative Doppelstrukturen und die Kosten der autonomen Regionen. Das allein würde fast alles decken, heißt es, obwohl Befürworter zugeben, dass kein Politiker bereit ist, das Klientelsystem abzuschaffen, das ihn stützt.

Auf der anderen Seite stehen jene, die ohne Umschweife den öffentlichen Sektor als erstes Ziel nennen, und solche, die lieber Renteneinfrierungen als -kürzungen befürworten. Auch die Gegenseite meldet sich zu Wort: Wenn schon gespart werden muss, dann bitte bei Unternehmensgewinnen, Dividenden und Managergehältern. Dieser Punkt fehlt jedoch kurioserweise in den Forderungen des Arbeitgeberverbands.

Von 65 bis 95 Jahren in derselben Diskussion

Eine oft zitierte Berechnung, die niemand ganz widerlegt: Früher kamen sechs Beitragszahler auf jeden Rentner; heute sind es kaum noch zwei. Mit dieser Arithmetik erfordert die Aufrechterhaltung des Systems entweder mehr Einnahmen, längere Arbeitszeiten oder niedrigere Renten. Eine vierte Option gibt es nicht.

Die gängigsten Argumente verteidigen die Regelaltersgrenze von 65 Jahren – praktisch gehen viele Menschen früher in Rente oder in Vorruhestand, und in manchen Berufen ist man mit 60 ausgebrannt. Gleichzeitig wird das Risiko betont, das gesetzliche Rentenalter mit der Lebenserwartung zu verknüpfen: Wer später in Rente geht, als er lebt, leistet Beiträge ohne Gegenleistung. Eine weniger freundliche Interpretation zeigt auf das Kleingedruckte: Das reguläre Rentenalter über 65 Jahre zu halten und ein Fenster zwischen 60 und 65 mit Abschlägen zu öffnen, bedeutet faktisch, dass wer früher geht, weniger bekommt. Die Kürzung wird nicht angekündigt, sie wird durch die Wahl herbeigeführt.

Der 23. Juli und der Verdacht, dass die Rezepte gleich sind

Die zentrale Frage ist nicht, was die CEOE will, sondern wer ihre Forderungen umsetzen wird. Manche ironisieren, dass der Verband jedes Mal Wahlkampf für die PSOE macht, wenn er spricht. Andere behaupten jenseits des Witzes, dass beide politischen Lager letztlich dieselbe Wirtschaftspolitik betreiben, wobei die PP die Maßnahmen vollzieht, die die andere Seite im Wahlkampf nicht unterschreibt. Kommt hinzu, dass eine genehme Regierung „logische Maßnahmen“ ergreifen wird, entsteht ein unangenehmer Verdacht: Egal welche Farbe die Regierung hat, jemand muss die Rechnung zahlen.

Mit 380.000 Euro an der Spitze, den höchsten Kündigungskosten der Welt in der Belegschaft und einem laufenden Wahlkampf hat die CEOE bereits entschieden, welcher Teil des Systems überflüssig ist. Nun liegt es am Wähler, ob er darauf hört, sich enthält oder einfach nur weiterschaut.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (185 Antworten).

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