Ceausescus Schuldenrückzahlung und Rationierung nähren Rumänien-Nostalgie

Die Rückzahlung der rumänischen Auslandsverschuldung in den 1980ern fiel mit Rationskarten und einem BIP pro Kopf von 6.281 Dollar zusammen, dem zweitniedrigsten im Ostblock.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ceausescus Schuldenrückzahlung und Rationierung nähren Rumänien-Nostalgie
Ceausescu tilgte die Schulden, aber ließ Rumänien leer zurück

Rumänien erreichte eine Null-Auslandsverschuldung. Es hatte auch Rationskarten, Brotkontingente und Athleten, die Seifenstücke aus Hotels stahlen. Beides ist wahr und geht auf dieselbe Ursache zurück. Dies ist der Kern einer seit zwei Jahren offenen Debatte, die wieder aufflammt, wenn Fotos des Conducător beim Einkaufen auftauchen: War er ein verschwenderischer Tyrann oder ein Patriot, der vom IWF und dem sowjetischen Block verurteilt wurde?

Nostalgie für nicht erlebte Zeiten hat oft etwas von Pose, aber harte Daten halten der Prüfung stand. Nach den im Diskurs zitierten Zahlen des Maddison-Projekts hatte Rumänien 1989 das zweitniedrigste BIP pro Kopf im gesamten Ostblock: 6.281 internationale Dollar (2011), nur vor Albanien. Die Tschechoslowakei lag bei 13.976. Die DDR bei 8.495. Das Land, das jeden Cent zahlte, war also eines der ärmsten in der Region.

Austerität, die Schulden tilgte und Läden leerte

Das verbreitete Narrativ besagt, dass Rumänien nicht immer so war. Vor den 1980ern gab es garantiertes Wohnen, Arbeit und Gesundheitsversorgung, lächerlich niedrige Lebensmittelpreise und funktionierende öffentliche Verkehrsmittel. Die Katastrophe kam, als das Regime beschloss, Kredite beim IWF und westlichen Banken schlagartig zu tilgen. Zur Rückzahlung wurde alles Exportierbare ausgeführt und das Verbleibende rationiert. Staatlicher Lonchafinismus, wobei der Staat sich auf Kosten der Bürger den Gürtel enger schnallte.

Hier liegt die paradoxe Unauflöslichkeit: Dieselbe Austeritätspolitik, die heute von europäischen Ministern gelobt wird, führte unter einem Diktator in den 1980ern zu Hunger und Kälte. Regimeverteidiger können leicht Heuchelei anprangern. Kritiker zeigen ebenso leicht das Ergebnis: Ein Land mit null Schulden und ohne Seife.

Zweitägiger Prozess und verschwundene Industrie

Das Ende ist hinreichend bekannt und duldet keine heroischen Nuancen. Das Militär verließ ihn, der Apparat zerfiel und das Ehepaar Ceausescu wurde nach einem Schnellverfahren erschossen. Manche behaupten, er sei wegen dessen verurteilt worden, was er hätte enthüllen können, nicht wegen seiner Taten. Dies ist eine Hypothese, kein Fakt, und sollte als solche behandelt werden.

Was überprüfbar ist, ist der industrielle Kontrast. Rumänien produzierte alles; heute fast nichts. Auf dieser materiellen Ruine baut sich eine Nostalgie auf, die Erinnerungen an Ordnung mit dem Vergessen der Brotschlangen mischt. Dies ist kein rein rumänisches Phänomen: Es ist derselbe Mechanismus, der manche dazu bringt, die sechziger Jahre des Wirtschaftswunders zu idealisieren und andere die Nachkriegszeit der Rationen, je nach Argument.

Elena, die Wissenschaftlerin per Dekret

Das Familienporträt rundet das Bild ab. Elena Petrescu, die Frau des Conducător, hatte vier Jahre Grundschule absolviert und wurde durch Verwaltungsbeschluss von Laborantin zur Chemie-Doktorin, Mitglied der Rumänischen Akademie und Unterzeichnerin dutzender von anderen geschriebener Artikel. Protestierende Chemiker sollen angeblich bald Baustellen genau inspiziert haben. Nepotismus platzierte Geschwister, Schwäger und Neffen in Ministerien, während das Land Brot rationierte.

Dieses Detail widerlegt die freundlichere Version des Regimes besser als jede Parole. Ein Land kann null Schulden haben und gleichzeitig speist die regierende Familie, während der Nachbar Schlange steht.

Die Neunziger, der andere Schuldige

Die Diskussion bleibt nicht beim Diktator stehen. Viel Unmut richtet sich gegen das folgende Jahrzehnt: Marktübergang, Mafias, Massenauswanderung und extreme Armut. Argumentiert wird, dass die brutalste Verschlechterung später mit der unkontrollierten Öffnung kam und die spätere Erholung auf industrieller Verlagerung aus Westeuropa basierte. Diese These ist umstritten und viel diskutiert, erklärt aber, warum die Nostalgie weniger Ceausescu gilt als der Gewissheit des Arbeitsplatzes.

Vergleiche mit Francos Spanien tauchen häufig auf, halten aber nicht stand: Ein autoritäres Militärregime mit praktischem wirtschaftlichem Spielraum ist nicht dasselbe wie Totalitarismus mit Rationskarte. Dennoch dient die Diskussion dazu, daran zu erinnern, dass wirtschaftliches Gedächtnis selektiv gewählt wird.

Mit diesen Grundlagen wächst die Ceausescu-Nostalgie wahrscheinlich weiter, solange die Gegenwart nichts Besseres bietet. Man darf jedoch die Zuneigung zur verlorenen Stabilität nicht mit der Zuneigung zu denen verwechseln, die sie um den Preis von allem anderen garantierten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (87 Antworten).

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