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Carmen Sevilla stirbt mit 92 Jahren nach Alzheimer-Diagnose
Die spanische Ikone Carmen Sevilla verstarb im Alter von 92 Jahren in Madrid. Von Hollywood bis zum Telecupón: ein Rückblick auf ihre Karriere.
Carmen Sevilla, die „Braut Spaniens“, stirbt nach einer Ära im Kino und Fernsehen
Wie verabschiedet sich ein Land von jemandem, der seit sechs Jahren nicht mehr ganz präsent war? Carmen Sevilla ist im Alter von 92 Jahren in einem Pflegeheim in Aravaca (Madrid) gestorben, wo sie seit sechs Jahren lebte. Sie hatte zehn Jahre lang an Alzheimer gelitten, diagnostiziert im Jahr 2009. Die Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin und Moderatorin – bürgerlich María del Carmen García Galisteo – zog sich 2010 aus dem Fernsehen zurück. Seitdem bestand ihr öffentliches Leben aus seltenen Mitteilungen, Blumensträußen und wenigen Besuchen. Ihr Sohn, Augusto Algueró, besuchte sie wöchentlich.
Woran starb Carmen Sevilla und wie waren ihre letzten Jahre?
Carmen Sevilla litt zehn Jahre unter Alzheimer und lebte sechs Jahre im Pflegeheim. Zu ihrem letzten Geburtstag beschrieb ihr Sohn ihren Zustand so: „Sie ist stabil, ruhig und gut versorgt. Ohne Schmerzen, aber sehr alt.“ Außerhalb des Familienkreises hielt nur Moncho Ferrer, eine alte Freundin, Kontakt. Er schonte die Realität nicht: „Man nimmt an, dass sie noch Erinnerungen hat. Man muss ehrlich sein und keine Lügen erzählen.“
Ihr letzter öffentlicher Auftritt war bei der Gala zum 20-jährigen Jubiläum von Telecinco. Ein zusammenhangloser Vortrag zwang die Moderatoren, sie zu unterbrechen. Die Krankheit hatte begonnen, Türen in der Öffentlichkeit viel früher zu schließen als im Privaten.
Vom Flamenco-Tanz zu Hollywood: Eine Karriere mit 80 Filmen
Ihre Laufbahn begann 1942 als Flamenco-Tänzerin unter Estrellita Castro. Ihr Filmdebüt gab sie in Serenata española (1947). Im Juli 1949 erhielt sie ihre erste Hauptrolle in Jalisco canta en Sevilla neben Jorge zainete, gefolgt von La revoltosa. In den 1950er-Jahren wurde sie eine der meistgefragten Schauspielerinnen: Violetas Imperiales (1952) mit Luis Mariano, La hermana San Sulpicio (1952), La fierecilla domada (1956) oder El amor de Don Juan (1956).
Der internationale Durchbruch kam mit La venganza (1957), dem ersten spanischen Film, der für einen Oscar als Bester fremdsprachiger Film nominiert wurde. In Hollywood spielte sie Maria Magdalena in Nicholas Rays Rey de reyes (1961) und Octavia in Marco Antonio y Cleopatra (1962). Das Zusammenspiel mit Frank Sinatra, Cary Grant oder Ricardo Montalbán änderte weder ihren Akzent noch ihre Arbeitsmoral. In den 1970ern kehrte sie zum Autorenkino zurück mit El techo de cristal (1971), Sens o no sens (1974) und La loba y la paloma (1974). Parallel veröffentlichte sie über 15 Platten mit Coplas, Boleros und Tangos.
Telecupón und die „Schäfchen“: Wie das Fernsehen sie zur Marke machte
Von Ende 1991 bis 1997 moderierte sie täglich die Lotterie-Show Telecupón bei Telecinco. Dort gewann sie eine ganze Generation durch ihre Natürlichkeit und prägte Ausdrücke wie die „ovejas“ (Schäfchen) und ihren „cuponsito“. Zuvor war sie mit Ada Madrina bei Antena 3 zurückgekehrt, einer Serie, die nach nur vier Episoden abgesetzt wurde. Später folgte Queridos presentadores mit Bertín Osborne. Bei TVE leitete sie zwischen 2004 und 2010 Cine de Barrio, ihre letzte Arbeit.
Eine berühmte Anekdote betrifft Silvester: Sie wünschte den Spaniern vom Platz Puerta del Sol aus ein frohes neues Jahr 1964, obwohl bereits 1994 lief. Der Versprecher, damals charmant, wird heute anders betrachtet.
Das Spanien, das mit ihr geht
Ein Großteil des Landes reagierte, als wäre eine Nachbarin gestorben. Für Menschen mittleren Alters war sie die Frau, die mittags im Fernsehen erschien, und das Gesicht eines Sommerkinos mit Eisenstühlen und Chlorgeruch. Der Gang zum Kiosk für die Wochenzeitschrift und das Stapeln auf dem Wohnzimmertisch sind Gewohnheiten, die mit ihr verschwinden. Die Trauer ähnelt eher einer Bestandsaufnahme dessen, was wir waren.
In dieser Nostalgie drängt sich der Vergleich mit heutigen Prominenten auf. Es heißt, die Stars von damals hätten elegant gealtert, während es vielen heutigen am Handwerk fehle. Gegenargument ist unbequem: Jenes Kino entstand unter Zensur. Die Epoche durch die rosarote Brille zu sehen, bedeutet, sie nie wirklich gekannt zu haben.
Die unbequeme Geschichte: Franquismus, mediale Häme und Erinnerung
Nicht alle Erinnerungen sind positiv. Manche behaupten, sie habe sich in den 90ern offen als Franco-Anhängerin bezeichnet. Diese Aussagen sind jedoch im Laufe der Zeit verschwommen und tauchen in aktuellen Nachrufen nicht mehr als zitierbare Fakten auf. Das Gegenteil kursiert ebenfalls: In ihren späten TV-Auftritten wurde sie oft eher als Objekt der Belustigung behandelt denn als Star. Zwischen diesen Erzählungen gibt es eine Übereinstimmung: Kaum jemand erinnert sich mit Verachtung an sie.
Preise bestätigen dies. Ehrenmedaille des Círculo de Escritores Cinematográficos (2003), Goldene Medaille für Verdienste um die Arbeit (2001), Goldene Medaille für Verdienste um die schönen Künste (2003), Fotogramas de Plata, TP Awards, Antena Awards, Micrófono de Oro, Medaille von Andalusien und Ehrentochter Sevillas. Straßen tragen ihren Namen in Roquetas de Mar, Marbella und San Pedro de Alcántara.
Achtzig Filme, fünfzehn Platten und eine Oscar-Nominierung, die den Weg für den späteren spanischen Film ebnete. Sie starb mit 92, nach einem Jahrzehnt, in dem sie ihre Umgebung kaum erkannte. Das Land, das sie zum Star machte, verabschiedet sich mit Blumen und nostalgischen Schlagzeilen. Alles sehr bewegend. Vielleicht auch etwas spät.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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