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Cádiz: Europas höchste Arbeitslosigkeit, doch Kellner fehlen
In Cádiz, der Region mit der höchsten Arbeitslosenquote in der EU, schließen Bars wegen Personalmangels. Gehälter von 1.200 € und Sozialleistungen stehen im Zentrum der Debatte.
Cádiz: Rekordarbeitslosigkeit in Europa und Barschließungen durch Personalmangel
Die Provinz Cádiz weist die höchste Arbeitslosenquote in der Europäischen Union auf, doch ihre Bars und Restaurants können offene Stellen nicht besetzen. Tarifliche Gehälter von rund 1.200 bis 1.400 Euro brutto monatlich ziehen keine Bewerber an, während Gastronomen behaupten, dass Sozialleistungen die Arbeitsaufnahme entmutigen. Die Branche, die in ganz Spanien 250.000 Betriebe umfasst, steht vor einer Paradoxie, die manche nach Jahren der Prekarisierung als "poetische Gerechtigkeit" bezeichnen.
Ein Tarifvertrag, der nicht überzeugt
Der Gastgewerbe-Tarifvertrag für Cádiz legt ein Grundgehalt für Kellner in Vollzeit zwischen 1.199 und 1.350 Euro brutto fest, verteilt auf 15 Monatsgehälter, gemäß den Daten des Amtsblatts (BOP) Nummer 153. Obwohl dies das gesetzliche Minimum darstellt, halten viele Arbeitnehmer es angesichts der aktuellen Lebenshaltungskosten für unzureichend, besonders in touristischen Gebieten, wo die Mieten stark gestiegen sind. "Ich mache lieber alles andere, als Betrunkenen Getränke zu servieren", fasst eine verbreitete Meinung unter denen zusammen, die sich gegen die Branche entscheiden.
Das Dilemma der Sozialleistungen
Eine Strömung der Analyse vertritt die Ansicht, dass das Existenzminimum (IMV) und andere Leistungen eine "Armutsfalle" schaffen, die die Annahme prekärer Jobs entmutigt. "Wenn man die Sozialleistungen streicht, werden sie sich um Arbeit reißen", argumentieren sie. Allerdings zeigen Daten von Eurostat, dass Cádiz seine hohe Arbeitslosenquote bereits vor der Ausweitung dieser Hilfen beibehielt. Andere weisen darauf hin, dass das Problem nicht die Existenz von Zuschüssen ist, sondern dass die angebotenen Löhne kein würdiges Leben ermöglichen, besonders wenn die Kosten für die Einstellung eines Kellners (Gehalt plus Sozialversicherung) zwischen 2.500 und 3.000 Euro monatlich liegen, während der Nettogewinn vieler Terrassen durch Steuern und kommunale Abgaben geschmälert wird.
Unrentables Geschäft oder erschöpftes Modell?
Während der Krise von 2008 scheiterten 75 % der neuen Bars, die von gekündigten Arbeitnehmern gegründet wurden, indem sie ihr Arbeitslosengeld kapitalisierten. Das Gastgewerbe, einst ein Zufluchtsort für Unternehmer, hat sich zu einem Sektor entwickelt, in dem "zu viele Bars existieren", so manche Analysen. "In der Calle Isabel Rosillo in Alcobendas gab es im Jahr 2000 drei Bars; heute ist keiner mehr übrig", illustrieren sie. Die neuen Generationen haben ihre Freizeitgewohnheiten geändert, und treue Kunden – Rentner mit Kaufkraft – reichen nicht mehr aus, um die Dichte der Lokale zu halten. Hinzu kommt, dass viele Betriebe als Familienunternehmen funktionieren, in denen der Besitzer und sein Partner alles selbst erledigen, ohne Spielraum für Einstellungen.
Die Versuchung der Immigration
Angesichts des Mangels an lokalen Arbeitskräften plädieren einige Gastronomen dafür, Kellner über Verträge im Herkunftsland zu rekrutieren, wie es bereits bei Saisonarbeitern für die Erdbeerernte geschieht. Diese Lösung stößt jedoch auf Widerstand bei denen, die meinen, "man kann das Land nicht dem ersten Besten schenken, der ein Tortilla-Spießchen zubereiten kann". Andere erinnern daran, dass es in Madrid Fälle von Betrieben gibt, die Migranten unter Bedingungen nahe der Ausbeutung beschäftigen: 500 Euro pro Monat für 10 Stunden täglich, sechs Tage die Woche. "Das Problem sind nicht nur die Steuern, sondern auch die Unternehmer, die einen Hungerlohn zahlen wollen", fassen sie zusammen.
Massenschließung oder Neuausrichtung?
Spanien verfügt über etwa 250.000 Bars, Cafés und Restaurants. Wenn die Hälfte davon schließen würde, "wären wir immer noch Weltmeister", ironisieren manche. Doch die Realität zeigt, dass viele Lokale bereits schließen, weil sie entweder kein Personal finden oder das Geschäft nicht rentabel betreiben können. Unterdessen hat die Berufsschule SAMU Ausbildungsprogramme für arbeitslose Jugendliche in Gastronomie, Bauwesen und sozialen Diensten gestartet, mit einer Dauer von vier Monaten, in einem Versuch, die Situation zu lenken.
Die Frage, die in der Luft liegt, ist, ob das Problem auf der Angebotsseite (Mangel an Bereitschaft) oder auf der Nachfrageseite (Löhne und Bedingungen, die sich nicht lohnen) liegt. Oder, wie eine Analyse andeutet, ob einfach das Geschäftsmodell des Gastgewerbes, das auf Prekarität basiert, an seine Grenzen gestoßen ist. Die Antwort wird die Zukunft tausender Lokale und der Wirtschaft ganzer Provinzen bestimmen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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