Cabo de Gata: Die 6-Euro-Gebühr gilt für Autos, nicht für den Strand

Ein virales Video wirft PP und Vox in Spanien vor, 6 Euro für den Strandzugang in Almería zu verlangen. Der Beleg zeigt: Die Gebühr gilt für das Fahrzeug.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Cabo-de-Gata-Gebühr: 6 Euro pro Auto, nicht pro Strand

Ein virales Video brachte diese Woche die Junta de Andalucía (Regionalregierung Andalusiens) in die Kritik: Die Regierung aus PP und Vox verlange angeblich Geld für den Zugang zu den Stränden Genoveses und Mónsul in Almería, Spanien. Der Vorwurf hat einen Kern, aber das Detail ändert alles: Die 6-Euro-Gebühr gilt nur für Kraftfahrzeuge. Wer zu Fuß, mit dem Fahrrad, per Boot oder zu Pferd kommt, zahlt nichts. Der im Video gezeigte Beleg selbst weist auf „Kontrollzugang und Verwaltung des Verkehrs von Kraftfahrzeugen" hin.

Von der Agenda 2030 zum verknöcherten Kleingeist

Das Video, das von einem Kanal verbreitet wurde, der der sogenannten „Anti-Agenda-2030-Dissidenz" nahesteht, verkaufte die Angelegenheit als heimliche Privatisierung der Küste. Die Fakten sind älter und weniger verschwörerisch: Die Zufahrt zu diesen Buchten im Naturpark Cabo de Gata-Níjar wurde bereits 2015 geregelt, lange bevor Vox Stadträte stellte. Die Straße führt zudem über ein privates Anwesen, dessen Eigentümer — die Erben von Doña Paquita, der Großgrundbesitzerin, die in den 1970er Jahren die Bebauung des Paradieses verweigerte — mit der Umweltbehörde die Verwaltung der Parkplätze vereinbart hatten. Der „Einweiser" im Video ist also schlicht ein Angestellter der Umweltverwaltung.

Sechs Euro: Schutz oder Sonntagsausflügler-Steuer?

Für die Gebühr spricht die Erinnerung an das Chaos vor der Kontrolle: Hunderte Autos auf einer schmalen Piste im Stau, Kühltaschen und Camping in einem geschützten Gebiet. Wer die Gegend seit Jahren kennt, hält dagegen, dass die 6 Euro pro Auto die Ruhe zurückgebracht haben und der Preis sogar günstig sei. Dagegen steht ein Argument, das kein Befürworter entkräften konnte: Zahlen macht den Besucher noch lange nicht zum Umweltschützer. Kritiker bemängeln außerdem, dass der Park weder Schatten noch Trinkwasserbrunnen noch Toiletten bietet und der Bus die Nachfrage nicht deckt. In anderen Naturparks, so erinnert man, werde das Besucherkontingent per Voranmeldung ohne Gebühr verwaltet.

Der Strand ist frei, der Parkplatz nicht

Das spanische Küstengesetz ist eindeutig: Die gemeinschaftliche Nutzung des öffentlichen Meeres- und Küstenbereichs — spazieren, baden, verweilen — ist frei und kostenlos. Aber das Abstellen eines Autos ist keine gemeinschaftliche Nutzung, und der Boden der Parkplätze ist nicht durchgehend öffentlicher Bereich. Darüber schlüpft die Rechtmäßigkeit der Gebühr. Die Debatte wurde zusätzlich verkompliziert durch das Projekt, alte Gutsscheunen neben Genoveses zu sanieren und in ein Hotel umzuwandeln. Die einen sehen darin den Tropfen, der ein bereits überlastetes Park zum Überlaufen bringt; die anderen ein kleines Bauvorhaben, das vom Wanderweg aus nicht einmal zu sehen ist.

Die öffentliche Diskussion bleibt genau dort stecken: im Kleingedruckten, das das virale Video nicht zeigte. Offen ist noch, ob es ein Fahrzeugkontingent gibt, ob die eingenommenen Gelder in den Park zurückfließen und ob sich dieses Modell auf andere Strände ausweiten wird. Bisher belegt ist nur, dass die Schlagzeile „Sie kassieren für den Strand" zumindest ein trügerischer Kurzschluss ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (64 Antworten).

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