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Bruder von Pedro Sánchez in Badajoz angeklagt
Eine Richterin in Badajoz erhebt Anklage gegen den Bruder von Pedro Sánchez wegen mutmaßlicher Veruntreuung, Steuerhinterziehung und Einflussnahme.
Richterin in Badajoz erhebt Anklage gegen Sánchez-Bruder
Kann man ein öffentliches Gehalt beziehen, ohne das Büro zu betreten, und zudem in einem anderen Land Steuern zahlen? Die Leiterin des Ermittlungsgerichts Nr. 3 in Badajoz, Beatriz Biedma, hat Ermittlungen gegen David Sánchez Pérez-Castejón, den Bruder des spanischen Ministerpräsidenten, eingeleitet. Grundlage ist eine Anzeige der Gewerkschaft Manos Limpias. Untersucht werden mutmaßliche Delikte gegen die öffentliche Verwaltung, das Steuersystem, Untreue, Rechtsbeugung und Einflussnahme. Erstmals berichtete EsRadio, später bestätigten Medien wie Libertad Digital und El Mundo die Nachricht.
Die Vorwürfe gegen den Präsidentenbruder
Laut der Anzeige von Manos Limpias soll David Sánchez ein öffentliches Gehalt für seine Stelle bei der Provinzverwaltung (Fruta) von Badajoz bezogen haben, während er seinen Wohnsitz in Portugal angab, nicht zur Arbeit erschien und keine Einkommensteuererklärung in Spanien abgab. Sollte sich dies bestätigen, handelte es sich um einen öffentlichen Bediensteten, der in Spanien verdient und im Nachbarland steuerpflichtig ist – ein Muster, das laut Berichten unter Grenzgängern im öffentlichen Dienst kein Einzelfall sein soll.
Die Gewerkschaft erstattete Anzeige, das Gericht ließ die Ermittlungen zu. Bislang liegt lediglich eine Anklage vor, kein Schuldspruch. Jede Aussage über Schuld bleibt bis zum Abschluss der Ermittlungen hypothetisch.
Die Provinzverwaltung Badajoz und das verdächtige Gehalt
Der sozialistische Präsident der Provinzverwaltung Badajoz rechtfertigte den Vertrag mit dem Bruder des Ministerpräsidenten unter Berufung auf dessen "großen internationalen Ruf", wie aus einem im Umlauf befindlichen Tweet hervorgeht. Dieses Argument wurde in sozialen Medien und Presse eher mit Spott als Glauben aufgenommen. Die zentrale Frage lautet: Welche konkreten Aufgaben erfüllt ein öffentlicher Bediensteter, der nie am Arbeitsplatz erscheint und seinen steuerlichen Wohnsitz ins Ausland verlegt?
Einige behaupten, der Fall sei eine politische Inszenierung der rechten Medien. Dagegen spricht, dass die Ermittlungen von einer Richterin aufgrund einer Gewerkschaftsanzeige eingeleitet wurden, nicht durch ein Medium. Das Verfahren läuft weiter.
Der Kontext: Amnestie, Begoña Gómez und eine belastende Woche
Die Anklage erfolgt in einer Phase, in der die Regierung mit mehreren juristischen und politischen Fronten kämpft. Die Amnestie wurde gerade unterzeichnet, das Verfahren gegen die Ehefrau des Ministerpräsidenten läuft weiter, und die Europawahlen hinterließen ein fragmentiertes politisches Bild. In diesem Rahmen wird die Nachricht vom Bruder als weiteres Kapitel einer scheinbar endlosen Serie gewertet.
Vergleiche mit dem Fall des Lebensgefährten von Isabel Díaz Ayuso zogen sofort nach sich. Regierungsanhänger kritisieren die doppelten Standards: Wenn Ayusos Umfeld Rücktritte forderte, müsse dies auch für Sánchez gelten. Kritiker der Regierung entgegnen, dass ein Lebensgefährte nicht vergleichbar sei mit einem Bruder, der eine Position in einer Provinzverwaltung erhält.
Medienberichterstattung: Uneinheitlich
Die Berichterstattung war unterschiedlich intensiv. Während einige Medien die Nachricht in weniger als zwanzig Sekunden abhandelten, entsandten andere Teams nach Elvas, der portugiesischen Stadt, in der der Beschuldigte wohnen soll, um Nachbarn zu befragen. Der Kontrast zwischen dem Aufwand bei anderen Fällen und der Zurückhaltung hier nährt den Verdacht einer zweigleisigen Informationspolitik.
Offen bleibt, ob die Ermittlungen zu einem Ergebnis führen oder, wie manche befürchten, im bürokratischen Labyrinth versanden. Die Entscheidung liegt nun bei Richterin Biedma.
Am Ende sammelt die Familie des Ministerpräsidenten mehr gerichtliche Verfahren an als so mancher Clan aus den Serien der Achtziger. Und der Bruder zahlt derweil weiterhin Steuern in Portugal. Oder auch nicht. Das wird die Richterin klären.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (163 Antworten).
Kontroverse um angebliche Liebesbeziehung zwischen David Sánchez, Bruder des spanischen Premiers, und Miguel Ángel Gallardo, Chef der Provinzverwaltung von Badajoz.
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