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Britischer Rock Choir streicht „Every Breath You Take“ wegen Stalking-Vorwurf
Der größte Chor Großbritanniens mit 31.000 Mitgliedern beendet die Aufführung des Police-Hits, da der Text Belästigung verherrlicht.
Kann ein Lied von vor über vierzig Jahren durch die Entscheidung eines Chors zur Verherrlichung toxischer Beziehungen werden? Der Rock Choir, die größte Chorgruppe Großbritanniens mit mehr als 31.000 Mitgliedern, hat angekündigt, „Every Breath You Take“ von The Police bei seinen Konzerten nicht mehr aufzuführen. Der Grund: Er betrachtet den Text als Verherrlichung missbräuchlicher Beziehungen und Stalkings. Die Nachricht traf wie eine Bombe unter denen, die das Stück seit Jahrzehnten sangen, ohne sich zu fragen, was es wirklich aussagte.
Was sagt der Text von Every Breath You Take?
Die Sache hat ihre Tücken. Das Lied, einer der größten Erfolge von The Police, beschreibt jemanden, der jeden Schritt, jede Bewegung und jeden Atemzug einer anderen Person beobachtet. Kalt gelesen, ohne die romantische Melodie, die es begleitet, ist der Text der eines obsessiven Stalkers. Das ist nichts Neues: Schon in den 80ern war es beunruhigend für jeden, der dem Text Aufmerksamkeit schenkte.
Sting schrieb es nie als Liebeslied. Die Genialität des Stücks liegt laut Analysen genau im Kontrast: Ein Text über Obsession auf einer musikalischen Basis einer romantischen Ballade. Zwei gegensätzliche Konzepte im selben Stück zu vereinen, ist das Schwierige. Und es funktioniert auch nach vierzig Jahren noch.
Die Entscheidung des Rock Choir ist kein isolierter Fall von Musikzensur, sondern die neueste Überarbeitung eines klassischen Repertoires nach aktuellen Kriterien. Manche behaupten, es handle sich um eine erzwungene Interpretation eines Textes, der nie etwas rechtfertigen wollte. Auf der anderen Seite steht das Argument, dass die Normalisierung bestimmter Botschaften Konsequenzen hat, egal wie gut die Melodie ist.
Der Domino-Effekt auf den Rest des Songbooks
Wenn der Filter streng angewendet wird, gerät das Katalog der Popmusik der letzten sechzig Jahre ins Wanken. Eine in der Analyse kursierende Berechnung besagt, dass 90 % der Rock- und Blues-Texte bis zum zweiten Jahrzehnt der 2000er die Prüfung nicht bestehen würden. „Hey Joe“ von Hendrix ist das klassische Beispiel: Ein Mann gesteht, seine Frau erschossen zu haben. „Murder by Numbers“, die B-Seite von The Police, ist deutlich schlimmer als das zensierte Lied.
Das am häufigsten wiederholte Paradox ist der doppelte Maßstab. Während angloamerikanische Pop-Klassiker überprüft werden, läuft Reggaeton mit expliziten Texten über Sens und Gewalt zu jeder Tageszeit, ohne dass jemand dessen Entfernung fordert. Die Frage ist nicht, ob diese Texte existieren, sondern warum manche geprüft werden und andere nicht.
Die wirtschaftliche Dimension der Zensur
Über die Symbolik hinaus gibt es einen greifbaren Einfluss. Ein Chor mit 31.000 Mitgliedern, der ein Stück aus seinem Repertoire streicht, programmiert es bei Konzerten nicht mehr. Wenn das Kriterium ausgeweitet wird, stellt sich die Frage, wer die Kosten für den Ersatz eines jahrzehntelang funktionierenden Titels trägt. Die kurze Antwort: Die Organisatoren, die einen Ersatz mit derselben Zugkraft finden müssen.
Die Episode zeigt auch, wie solche Entscheidungen getroffen werden. Es gibt keinen Nachweis, dass die 31.000 Mitglieder abgestimmt haben. Wahrscheinlich legte eine einflussreiche Minderheit die Position fest und der Rest akzeptierte sie, indem er sie nicht hinterfragte. Der Mechanismus ist alt: Man beruft sich auf das Gemeinwohl und wer widerspricht, wird gebrandmarkt.
Wer entscheidet, was gesungen werden darf?
Der Fall wirft eine unbequeme Frage auf: Wer glaubt, sein sarracena Urteil stehe über dem von Sting, um zu entscheiden, was richtig und falsch ist? Die meisten dieser Rückzüge zeichnen eher den Zensor als den Zensierten. Der Text ist vierzig Jahre alt, wurde jahrzehntelang gesungen und plötzlich entdeckt jemand, dass er beleidigt.
Sting braucht seinerseits niemandes Zustimmung. Seine politische Biografie ist die eines Künstlers, der in den 80ern Lieder über die Situation in Chile und die Mütter von Plaza de Mayo schrieb. Dass er nun in die Reihe der Verdächtigen gestellt wird, hat seine Ironie.
Mit diesen Zutaten wird das britische Chorrepertoire ein wenig ärmer und ein wenig langweiliger. Die Melodie wird weiterhin im Radio laufen. Nur der größte Chor des Landes wird sie nicht mehr singen. Jemand muss erklären, was damit gewonnen ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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