Brent naht 110 Dollar, US-Reserven bei 39 Prozent

Der Brent springt auf 109,9 Dollar, während die strategische Ölreserve der USA nur noch zu 39 Prozent gefüllt ist, so ein Foristenbeitrag. Diesel steht stärker unter Druck als Rohöl.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Brent naht 110 Dollar, US-Reserven bei 39 Prozent
Brent naht 110 Dollar, während der Puffer der USA bei 39 Prozent liegt

An einem ganz normalen Freitag sprang der Brent auf 109,9 Dollar, so die in der Diskussion genannte Zahl. Das ist keine runde Zahl zufällig: Es ist das Niveau, das der Markt ansetzt, wenn er zum Wochenende hin Risiko im Hormuzsund einpreist. Und hinter dem Preis steckt eine Zahl, die mehr beunruhigt als der Barrel selbst: Die Strategische Petroleum Reserve der USA ist nur noch zu 39 Prozent ihrer Kapazität gefüllt, der niedrigste Stand seit Anfang der achtziger Jahre, laut einer Rechnung, die im Thread kursiert.

Unmittelbarer Auslöser ist der Schlagabtausch rund um den Iran. Die These, mit der die Diskussion eröffnet wird, ist klar: Mit Bombenangriffen ist das nicht zu lösen, und unterdessen bekommen die Raffinerien weiter Lieferungen. Der Winter zwingt, und Diesel ist das schwächste Glied der gesamten Kette.

Wie viel Spielraum der strategischen Reserve der USA noch bleibt

Die SPR hat eine Kapazität von gut 700 Millionen Barrel. Bei 39 Prozent blieben rund 270 bis 280 Millionen, so die Schätzung im Thread. Zur Einordnung: 2023 lag sie nach den Verkäufen von 2022 bereits bei etwa 350 Millionen, was damals als 40-Jahres-Tief galt. Jetzt wäre der Puffer noch dünner.

Das begrenzt, wie viel mehr Washington freisetzen kann, falls der Hormuzsund im Winter zum Problem wird. Die IEA koordiniert Freisetzungen, aber der Spielraum schrumpft. Und der Markt weiß das.

Warum Diesel mehr Sorgen macht als Rohöl

Da die Produkte noch 30 Prozent darunter liegen, wird sich die Wirkung in Spanien stärker beim Diesel zeigen als beim Brent selbst. Benzin und Diesel haben ihre eigene Spannungskette, und der Winter hilft nicht.

Spanien ist verpflichtet, Reserven von rund 92 Tagen Verbrauch zu halten. Ein Teil wird von CORES (spanische Agentur für strategische Ölreserven) verwaltet, der Rest von Mineralölunternehmen und Händlern. Diesen Monat freigesetzt wurden 4,4 Millionen Barrel, gut vier Tage Verbrauch: eine punktuelle Entlastung im Rahmen der koordinierten IEA-Aktion, keine Leerung.

Urals bei 114 Dollar und die Deckelung bei 44,10

Das Urals-Öl notiert bei 114,30 Dollar je Barrel, so die in der Diskussion genannte Zahl. Unterdessen hält die EU die Preisobergrenze für russisches Rohöl bei 44,10 Dollar eingefroren, um zwölf Monate verlängert und im 21. Sanktionspaket bestätigt. Der Abstand zwischen beiden Preisen ist die beste Zusammenfassung der Wirksamkeit des Mechanismus.

Manche behaupten, Russland wolle sein Öl und Gas zu guten Preisen verkaufen und Handelspartner sein; dagegen steht das Argument, dass die Sanktionen die Einnahmen der Kriegsmaschinerie begrenzen sollen. Das praktische Ergebnis ist ein Urals-Preis, der weit über der Obergrenze gezahlt wird.

Wer den Machtkampf gewinnt und wer ihn bezahlt

China eröffnet neue Bohrlöcher in 5 km Tiefe und baut seine Raffineriekapazität rasant aus, so die Angaben im Thread. Es ist der einzige Akteur, der offenbar einen Langzeitplan hat. In Europa wird derweil diskutiert, ob das Problem der Preis oder die fehlende Versorgung ist.

Die Ölnachfrage ist kurzfristig starr: Die Leute tanken, auch wenn der Preis steigt. Aber den Brent legen die Produzenten nicht nach Belieben fest. 2008 erreichte er 147, im Dezember lag er unter 40. Von 2011 bis 2014 blieb er jahrelang über 100, was das Fracking beflügelte, und Anfang 2016 fiel er unter 30. 2022, mit der Invasion der Ukraine, erreichte er 120 bis 130 und Ende des Jahres wieder 80.

Die Zahl, die alles durcheinanderbringt

Venezuela weist rund 300 Milliarden Barrel nachgewiesene Reserven aus, die größten der Welt. Der weltweite Verbrauch übersteigt 100 Millionen Barrel täglich, etwa 37 Milliarden pro Jahr. Die Rechnung ergibt etwas mehr als acht Jahre gesamten Weltverbrauch. Auf die 120 Jahre, die da kursieren, reicht es nicht. Und der extraschwere Rohöl der Orinoco-Gürtels braucht Investitionen, Verdünnungsmittel und geeignete Raffinerien. Im Boden zu haben ist nicht dasselbe wie im Tank zu haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (41 Antworten).

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