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Brasil kauft russischen Diesel auf Vorrat
Brasil plant maximalen Import von russischem Diesel, während europäische Preise sich der Marke von 3 Euro pro Liter nähern.
Brasil will den gesamten russischen Diesel: Die Energiepolitik des BRICS-Clubs
Der brasilianische Außenminister Carlos França erklärte bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York unumwunden, sein Land wolle „so viel Diesel wie möglich“ von Russland kaufen. Er bezeichnete Moskau als „strategischen, sicheren und sehr zuverlässigen Partner“. Die Botschaft richtet sich an die brasilianische Agrarindustrie und Autofahrer sowie implizit an die BRICS-Architektur.
França betonte: „Wir müssen sicherstellen, dass wir genug Diesel haben.“ Gleichzeitig sagen einige in Europa voraus, dass der Literpreis bald bei 3 Euro liegen wird. Diese Differenz ist das Kernproblem.
Warum kauft Brasil trotz eigener Ölvorkommen russischen Diesel?
Rohöl zu haben und Raffineriekapazität sind zwei verschiedene Dinge. Brasilien gehört zu den Ländern mit den größten Ölreserven weltweit, importiert aber dennoch fertige Produkte. Der Engpass liegt nicht bei den Bohrungen, sondern bei der industriellen Kapazität der Raffinerien, Rohöl in Diesel umzuwandeln.
Petrobras, das staatliche Ölunternehmen, das einst allgegenwärtig war – von Trikots im Fußball bis zur Sponsoring von Sportarten –, steht unter Druck. Statt regionale Raffinerien zu bauen, die Arbeitsplätze schaffen, importiert Brasilien von einem sanktionierten Lieferanten.
Sanktionen, Boomerang-Effekt und Dieselpreise
Das Angebot zu begrenzen, ohne die Nachfrage zu senken, führt zu steigenden Preisen und Nervosität am Markt. Die europäischen Sanktionen gegen Russland fallen zusammen mit teureren Raffinerieprodukten an den Zapfsäulen, was oft als Boomerang-Effekt bezeichnet wird.
Doch es gibt keine Einigkeit. Manche argumentieren, die Energiepreise seien schon vor den Sanktionen gestiegen, mit Brent-Öl bei etwa 94 Dollar, zeitweise nahe 100 Dollar. Nach dieser Lesart ist der Anstieg kein diplomatisches Versehen, sondern die Folge jahrelanger Energiepolitik. Wenn das Problem strukturell ist, lösen geänderte Sanktionen die Preisfrage an der Zapfsäule nicht.
Entscheidend: Dieselraffination benötigt Gas
Raffinerien funktionieren nicht allein durch Willenskraft. Bestimmte Rohölsorten in Diesel umzuwandeln erfordert große Mengen billiges und stabiles Erdgas. Europa hatte sich daran gewöhnt. Wird Gas teuer, steigen die Raffineriekosten und Strompreise, was Verbraucher beim Literpreis spüren.
Diese technische Erklärung entkräftet viele Gerüchte: Das Problem ist nicht nur der Barrelpreis, sondern die Verfügbarkeit von raffinierten Produkten. Diese Variable bewegt sich unabhängig davon, wer wen angreift.
85 Raffinerien in Europa gegenüber 23 in Indien
Europa verfügt über erhebliche Raffineriekapazitäten: 85 Raffinerien im Vergleich zu Indiens 23. Im Hafen von Rotterdam, dem wichtigsten Öleinfuhrpunkt Nordeuropas, konzentrieren sich rund fünf Raffinerien, wo ein Großteil des Produkts direkt verarbeitet wird. Der Rest geht nach Belgien und Deutschland.
Es fehlen also nicht die Anlagen, sondern Standort und Einkaufspreis des Rohöls sind entscheidend. Spanien hat ein eigenes Profil, da es kaum raffinierte Produkte importiert. Daher wird der Literpreis je nach Land unterschiedlich wahrgenommen, obwohl der Markt derselbe ist.
BRICS, NATO und Diskussionen über eine Seeblockade
Brasilien ist die neuntgrößte Volkswirtschaft der Welt, hat Frankreich überholt und strebt Wachstum durch billige Energie an. Die Annäherung an Moskau wird daher im Kontext des Blocks gesehen: Jedes BRICS-Mitglied spielt seine Rolle, wobei „B“ für Brasilien steht. Für jene, die den Ukraine-Konflikt als Duell zwischen den USA und diesem Club sehen, ist dieses Detail bedeutsam.
Manche schlagen eine Eskalation über den Handel hinaus vor: eine NATO-Seeblockade russischer Exporte mit Inspektion von Frachtschiffen und Beschlagnahmung von Waren. Befürworter warnen, dies wäre ein klassischer Casus Belli, weshalb man vermutlich heimlich agiere.
Hinzu kommt eine weitere Ebene. Einige bringen Umweltfragen ins Spiel und behaupten, der Druck auf den Amazonas sei Teil desselben geopolitischen Spiels, das auch auf andere Regionen angewendet wird, während die Aufforstung europäischer Atlantikwälder ignoriert werde. Ein seitliches Argument, das jedoch kursiert.
Was bisher niemand bewiesen hat
Bisher sind alles Hypothesen über den nächsten Schritt. Keine beantwortet die offene Frage: Wie viel Diesel hat Russland tatsächlich zum Verkauf? Der Eigenverbrauch und die Kriegsanforderungen könnten den Überschuss aufzehren, sodass Brasiliens Ankündigung ein politisches Signal ohne gesicherte Lieferung bliebe.
Auf dem Tisch liegen zwei Fakten: Ein Agrarexporteur kauft Kraftstoff von einem sanktionierten Land, und europäische Verbraucher zahlen die Differenz. Der Rest bleibt unklar.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ein Forum diskutiert einen möglichen zweiten russischen Angriff auf Kiew, gestützt auf militärische Ansammlungen in Belarus und ein Gerücht über ein 30-Tage-Ultimatum.
Das NYT schreibt der Ukraine 190.000 und Russland 300.000 Verluste zu. In Foren wird diskutiert, ob Schlagzeilen, die alle 500.000 der Ukraine zuschreiben, die Originaldaten verzerren.