Bonoloto: Fünf Zahlen und Reintegro wiederholt, Chance 1 zu 23 Millionen

Die Bonoloto wiederholte fünf Zahlen, die Zusatznummer und den Reintegro innerhalb von drei Tagen. Bei 23,3 Millionen möglichen Kombinationen wirft die Wahrscheinlichkeitsberechnung Fragen auf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bonoloto: Fünf Zahlen und Reintegro wiederholt, Chance 1 zu 23 Millionen
Bonoloto wiederholt fünf Zahlen und Reintegro nach drei Tagen

Ein Trommel, 49 Kugeln und ein Ergebnis, das bereits drei Tage zuvor gezogen wurde. Die Bonoloto wiederholte fünf der sechs Hauptzahlen, dieselbe Zusatznummer und denselben Reintegro wie in einer früheren Ziehung. Was in jeder anderen Lotterie alle Alarmglocken läuten lassen würde, wurde in den Nachrichtensendungen mit einem Wort abgetan: Zufall. Der Gewinner ist anonym, daher werden wir nie erfahren, ob dahinter ein begünstigter Politiker oder einfach nur ein glücklicher Normalsterblicher steckt. Genau das ist der bequeme Teil der Angelegenheit: Die Intransparenz macht Betrug unbeweisbar und den Glauben an die Trommel unerschütterlich.

Was genau bei der Ziehung wiederholt wurde

Es geht nicht darum, dass eine Zahl zweimal erscheint, etwas, das jeder verdauen kann. Es geht darum, dass fünf der sechs Hauptzahlen, sowie die Zusatznummer und der Reintegro übereinstimmen. Das Detail des Reintegro ist entscheidend: Bei einer seriösen Ziehung wird diese Ziffer nachträglich hinzugefügt und hängt nicht von der Haupttrommel ab. Dass auch sie übereinstimmt, verschiebt die Situation vom Seltsamen zum verdächtig Seltsamen.

Loterías y Apuestas del Estado (die staatliche spanische Lotteriegesellschaft) besteht darauf, dass die Zahlen nicht in derselben Reihenfolge gezogen wurden, als ob die Reihenfolge etwas ändern würde. In einer Trommel ist die Reihenfolge der Entnahme Rauschen; die resultierende Kombination zählt. Und diese Kombination ähnelte der von vor drei Tagen zu sehr.

Die Berechnung, die aus dem Wunder einen Verdacht macht

Hier hören die Zahlen auf, Poesie zu sein. Die Wahrscheinlichkeit, fünf Hauptzahlen plus die Zusatznummer plus den Reintegro zu treffen, liegt bei 1 zu 23.306.360. Dass diese konkrete Kombination an einem der beiden folgenden Tage auftaucht, sinkt auf 1 zu 11.653.180. Wenn man diese Wahrscheinlichkeit auf die 8.104 Ziehungen verteilt, die in 35 Jahren stattgefunden haben, sagt die Rechnung, dass ein solcher Zufall einmal alle 50.328 Jahre eintreten würde. Die Möglichkeit, dass dies genau in den ersten 35 Lebensjahren des Spiels geschah, beträgt 1 zu 1.438.

Manche erwidern, dass die nachträgliche Mischung von Wahrscheinlichkeiten Schummelei sei: Jede konkrete Kombination ist vor der Ziehung gleich unwahrscheinlich. Das ist wahr und gleichzeitig irreführend, denn es wird nicht die Kombination beurteilt, sondern die Übereinstimmung mit der vorherigen. Das Argument der unabhängigen Ereignisse funktioniert in einem Casino mit neuen Kugeln; in einer echten Trommel, mit abgenutzten Kugeln, unausgewogenen Gewichten und nicht perfekten Drehungen, wird Unabhängigkeit zu Glaube. Die Familie Pelayos hat vor Jahren bewiesen, dass makelloses Glück nicht existiert.



Die offizielle Version: „Fehler oder Manipulation unmöglich“

Loterías y Apuestas del Estado hat betont, dass es sich nur um „einen Zufall“ handle und Fehler oder Manipulation unmöglich seien. Ihr Argument: Die Ziehungen finden vor Zeugen statt, die die Gültigkeit der Tests bestätigen, und es gibt ein tägliches Protokoll zur Dokumentation jeglicher Vorfälle. Ein Kontrollsystem, das auf dem Papier wasserdicht klingt, aber in der Praxis seit Jahren durch televisierte Zwischenfälle belastet ist — Zahlen, die live geändert werden, Prismen, die nicht passen —, die immer mit einem Achselzucken beigelegt wurden.



Serbien 2015, die ONCE und Carlos Fabras sieben Treffer

Die Präzedenzfälle unterstützen die offizielle Erzählung nicht. Im Jahr 2015 geriet die serbische Bonoloto ins Wanken, als die Organisatoren selbst einen menschlichen Fehler bei der Manipulation der Ziehung begingen. In Spanien ist der meistzitierte Fall der von Carlos Fabra, dem Politiker, der zwischen 2000 und 2011 sieben große Preise gewann, was zusammen 2,2 Millionen Euro in Lotteriegewinnen ergab. Sieben Mal. Niemand konnte es erklären, und niemand untersuchte es wirklich.

Dazu kommt ein Muster, das fast niemand beachtet: Das Netz der Lotterieannahmestellen ist nicht gleichmäßig verteilt. In Stadtteilen mit niedrigem Einkommen gibt es eine Annahmestelle pro 10.000 Einwohner; in reichen Stadtteilen eine pro 250.000. Das Spiel ist eine regressive Steuer, verkleidet als Hoffnung, und das widerlegt kein Protokoll.

Warum fordert niemand Verantwortung?

Weil das Geld zu bequem ist. Das Finanzamt kassiert Hunderte Millionen aus der Lotterie, und keine der 200.000 Personen, die jede Woche ihre Kombination spielen, wird Klage wegen Betrugs einreichen. Die individuelle Rechnung ist einfach: Warum Zeit und Geld verschwenden, um einen Verdacht zu bekämpfen, wenn man am Donnerstag wieder spielt? Die Antwort hat weniger mit Statistik als mit Resignation zu tun.

Das perfekte Alibi für solche Geschichten ist, dass der Betroffene nicht existiert. Es gibt kein konkretes Opfer, dem der Preis gestohlen wurde, nur Anonymität, die verhindert, jemanden anzuklagen, und daher nichts zu fordern.



Mit dieser Verteilung der Annahmestellen nach Stadtteil ist die Lotterie kein Glücksspiel: Es ist eine Umverteilung von unten nach oben mit gelegentlichem Gewinn. Und das passiert jede Woche, ohne dass eine Trommel es widerlegt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (169 Antworten).

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