BlackRock führt IBEX 35 an – Debatte um ausländische Kontrolle

Ein Bericht, der BlackRock als größten Aktionär des IBEX 35 nennt, entfacht erneut die Diskussion über globale Fonds am spanischen Markt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

BlackRock führt IBEX 35 an – Debatte um ausländische Kontrolle
BlackRock und der IBEX: Wer besitzt wirklich den spanischen Aktienmarkt?

Wem gehört der IBEX 35? Die Frage klingt nach Stammtischgerede, aber die Antwort ist unbequem: Immer mehr gehört er globalen Investmentfonds. Eine aktuelle Schlagzeile, die BlackRock den Status als größten Aktionär im spanischen Leitindex zuschreibt, hat ein wiederkehrendes Thema neu aufgeworfen: das Eindringen großer internationaler Vermögensverwalter in das Kapital börsennotierter Unternehmen. Das ist nicht neu; es beschäftigt die öffentliche Diskussion seit Jahren und taucht immer dann auf, wenn Fotos von Fondssitzen in spanischen Gebäuden erscheinen.

Was die Schlagzeile sagt und was verifizierbar ist

Die kursierende Behauptung besagt, dass BlackRock nun der Hauptbesitzer des IBEX sei. Diese Aussage ist kraftvoll und erfordert, wie alle solchen Aussagen, Differenzierung. Indexfonds und ETFs kaufen nicht, um zu kontrollieren; sie kaufen, um Indizes abzubilden, und erhalten Geld von Sparern, die Rendite suchen. Diese Unterscheidung, die in der öffentlichen Debatte oft verloren geht, ist entscheidend.

Einige argumentieren, dass die Schlagzeile zutreffend und aktuell sei, während andere darauf hinweisen, dass sich die Medienberichterstattung tendenziell auf den IBEX konzentriert und die Staatsverschuldung ausblendet, an der auch internationale, souveräne und verwaltende Fonds beteiligt sind. Daher dreht sich die Diskussion nicht nur um Aktien: Es geht darum, wer den Staat finanziert.

Warum Fonds Spanien kaufen

Die zugrunde liegende These ist einfach: Spanien ist billig. Ein in Diskussionen kursierendes Kalkül legt nahe, dass der IBEX 35 weniger als ein Fünftel seines Handelswerts wert ist, was jeden Kauf für den Verkäufer zu einem Schnäppchen macht. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unbequem: Wenn Fonds kaufen, liegt das daran, dass die Preise attraktiv sind, und nicht daran, dass es einen versteckten Plan gibt.

Nach dieser Sichtweise ist das Problem nicht BlackRock. Das Problem ist, dass man in Spanien nicht investieren, kein Kapital akkumulieren und nichts anderes tun kann, als Steuern zu zahlen. Ausländisches Kapital fließt ein, weil lokales Kapital nicht kann oder nicht will. Das ist die Falle: Kritik am Fonds verschleiert Kritik am Rahmenwerk.

Mindestlohn, Inflation und Gewinne der Fonds

Ein häufig wiederholtes Argument lautet, dass die Erhöhung des interprofessionellen Mindestlohns nicht nur Arbeitnehmern zugutekommt. Wenn die Löhne steigen, gewinnen Immobilienassets großer Fonds an Wert und steigern ihre Rentabilität. Fonds kaufen mit langfristiger Hebelwirkung, zahlen spanische Arbeitnehmer, und dann erledigt die Inflation den Rest. Die Schlussfolgerung ist bitter: Den Mindestlohnanstieg zu feiern, könnte bedeuten, die Aufwertung des globalen Vermieters zu feiern.

Es gibt keinen Konsens. Einige entgegnen, dass Indexfonds Anlagevehikel für Millionen von Spaniern sind und dass BBVA oder Santander ebenfalls Milliarden von Kunden hinter sich haben. Somit dreht sich die Diskussion nicht um ausländischen Besitz, sondern darum, was einen Aktionär ausmacht.

Die Trinität des Kapitalismus und der Abbau des Staates

BlackRock, Blackstone und Vanguard erscheinen in Gesprächen als eine Trinität. Der Kernvorwurf lautet, dass diese Verwalter ESG- und DEI-Kriterien für die Unternehmen durchsetzen, in die sie investieren, und diese Kriterien in konkrete Politiken übersetzen. Die These besagt, dass da sie die weltweit größten Investoren sind, kein Unternehmen Nein sagt. Nach dieser Lesart ist das Ergebnis ein stiller Abbau des Westens.

Im Gegensatz dazu argumentiert eine andere Strömung, dass nur Europa mit seinen Eigentums- und Kapitalvorschriften Spanien vor den letzten Plätzen bewahrt. Alles, was von der spanischen Regierung abhängt, so diese Version, befindet sich auf afrikanischem Niveau. Daher dreht sich die Diskussion nicht um Fonds: Es geht darum, ob das Problem das Kapital oder der Staat ist.

Wer wirklich den IBEX beherrscht

Die grundlegende Frage ist nicht, ob BlackRock der größte IBEX-Besitzer ist. Sie lautet, ob das überhaupt wichtig ist. Ein Indexfonds stimmt nicht ab, um die Strategie eines Unternehmens zu ändern; er stimmt auf Autopilot ab. Die wahre Macht liegt nicht beim Aktionär, sondern bei denen, die entscheiden, was indiziert wird und was nicht. Und das wird nicht in Madrid entschieden.

Indessen geht die Party weiter. Der IBEX steigt, Fonds kaufen, und die Frage, wer das Sagen hat, bleibt unbeantwortet. Wie immer.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (108 Antworten).

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