Bitcoin: Wer stützt und kontrolliert die Kryptowährung?

Trotz einer Marktkapitalisierung von 14 Milliarden Dollar und Kursen bis zu 18.999,90 Dollar bleibt unklar, wer Bitcoin stützt oder kontrolliert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bitcoin: Wer stützt und kontrolliert die Kryptowährung?
Bitcoin unter Verdacht: Blase, Casino oder Geld der Zukunft?

Als Bitcoin über 1.000 Dollar kostete und das gesamte Projekt mit 14 Milliarden Dollar bewertet wurde, äußerte ein Teilnehmer im November 2013 den Verdacht, dass hier etwas faul sei. Seine Sorge war berechtigt: Wenn niemand weiß, wer dahintersteckt, und das Emissionssystem keine Kontrolle zulässt, was hindert daran, massenhaft Bitcoins zu erzeugen, wie man Euro oder Dollar druckt? Seitdem erreichte der Preis 18.999,90 Dollar, manche prognostizierten einen Anstieg auf 3.400 Dollar, während andere bei einem Kurs von 67.000 Dollar vor Abstürzen und ruinösen Verlusten warnen. Die Frage ist weiterhin aktuell.

Warum wird vermutet, dass Bitcoin manipuliert wird?

Für einen Teilnehmer lag der erste Hinweis in der Technik: den Börsen. Dass Mt. Gox und BTC-e an denselben Tagen „Änderungen auf der Website“ ankündigten, weckte Misstrauen. Seine Überlegung war, dass der Preis, wenn die Plattformen, die die Marktreferenzen festlegen, koordiniert werden – oder wenn jemand sie nutzt –, nicht mehr durch freie Entdeckung bestimmt wird, sondern eine Funktion konkreter Interessen ist.

Der zweite Hinweis betraf die Erzählung. Ein anderer Teilnehmer argumentierte, dass man Zufälle misstrauisch betrachten sollte, wenn Max Keiser ankündigt, dass Bitcoin auf 1.100 Dollar steigt, Litecoin Richtung 35 und später 50 Dollar tendiert und der Markt gehorcht. Von dort ist es nur ein kleiner Schritt zur Behauptung, dass Bitcoin genauso manipuliert wird wie Dollar und Euro – und einige haben diesen Schritt gewagt.



Ist Bitcoin eine Tulpenblase?

Die Parallele zur holländischen Tulpenkrise ist alt und hat nichts an Relevanz verloren. Einige vertreten die Ansicht, dass die Hauptfunktion von Bitcoin spekulativ ist: ein Casino, Glücksspiel, Black Jack. Und dass er in Dollar notiert wird, dient als vernichtendes Argument: Ein Teilnehmer sagte, er habe in seinem Leben noch nie gesehen, dass jemand in Bitcoins zahlte.

Aber die Geschichte hat auch eine andere Seite, die erklärt, warum Käufer, die unter tausend Dollar eingestiegen sind, immer noch beharrlich bleiben. Das Problem entsteht durch Hebelwirkung: Laut einem Teilnehmer haben sich Leute nach Ratschlägen von Branchen-Gurus verschuldet und „Hals über Kopf“ alles verloren, als der Markt drehte. Im Extremfall gab es Menschen, die erwogen, ihr Haus zu verkaufen, um Bitcoins zu kaufen.

Wer stützt Bitcoin? Von Open Source zu Fiat-Geld

Das technische Argument war eines der am häufigsten wiederholten. Bitcoin ist kein geheimes Algorithmus-System: Es ist Open Source, auditierbar, und einige behaupten, es sei nicht von Behörden manipulierbar. Laut einem Teilnehmer wäre die Kryptografie selbst mit Quantencomputern sicher, wenn Lamport-Signaturen angewendet würden.

Auf dieser Grundlage vertritt ein Teilnehmer die These, dass der Wert von Bitcoin umgekehrt proportional zum Vertrauen in Fiat-Geld sei. Gegen diese These wies ein anderer darauf hin, dass die großen Akteure keinen Finger rühren für eine Marktkapitalisierung von 14 Milliarden Dollar und keine Revolution gegen sich selbst planen.


Haben Zentralbanken Bitcoin erfunden, um Schulden zu verbrennen?

Dies ist eine Hypothese, die im Thread kursiert. Die Idee: Eine mächtige Organisation launcht eine digitale Währung, Millionen tauschen ihre Scheine gegen Bits, und wenn der Vermögenswert verdampft, verschwindet die Schuld. Die Widerlegung ist buchhalterischer Natur, nicht ideologisch. Das in Bitcoins investierte Geld wird nicht auf einem Scheiterhaufen verbrannt: Es wechselt nur den Besitzer.

Das zirkulierende Beispiel ist eindeutig. Wenn die Federal Reserve Vermögenswerte von einem Unternehmen kauft, dieses Unternehmen das Geld verleiht, jemand 1 Million in Bitcoin zu 67.000 Dollar kauft, einen Stop-Loss setzt und 150.000 Dollar verliert, hat der ursprüngliche Verkäufer die Million behalten. Niemand hat irgendetwas verschwinden lassen. Darüber hinaus belief sich laut einer im Thread kursierenden Berechnung die Investition von Institutionen und Privatpersonen in Bitcoin auf weniger als 2% der in zwei Jahren allein in den USA emittierten Schulden. Nach derselben Berechnung befänden sich die restlichen 98% im S&P 500, in Anleihen und in Immobilien.

Gold wurde bereits einmal beschlagnahmt: Die Warnung von 1933

Laut einem Teilnehmer sollte jeder, der Bitcoin als sicheren Hafen verteidigt, die Geschichte des Metalls überprüfen. Mitten in der Krise retteten die USA die Banken mit Milliardenbeträgen, während Banker sich durch Goldkäufe schützten. Gleichzeitig wurde Privatpersonen der Besitz verboten: Wer sein Gold nicht ablieferte, riskierte zehn Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von damals 10.000 Dollar. Das private Gold wurde mit 20,66 Dollar pro Unze abgegolten, und mit patriotischem Getöse wurde 1937 Fort Knox errichtet. In dem Land, in dem Privateigentum als unverletzlich galt, so seine Darstellung.

Angesichts dieser Vorgeschichte lautet die entscheidende Frage nicht, ob Bitcoin ein Betrug oder die Zukunft ist. Sie lautet, wer einsteigt und wer aussteigt, und zu welchem Preis. Seit dem anfänglichen Verdacht hat niemand bewiesen, wer hinter dem Erfindungsprozess steckt, noch dass ihn jemand kontrolliert. Beides kann in einem Satz zusammengefasst werden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (286 Antworten).

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