Bitcoin verpassen 2010: Das Bedauern der Nicht-Käufer
Wie viel hätte man 2012 in Bitcoin investieren müssen, um alles zu bezahlen? Die Diskussion zieht sich seit Jahren hin und liefert keine vorsichtige Zahl: 200 Euro damals investiert hätten angeblich ausgereicht, um Hypothek, Auto und Boot bar zu bezahlen, bevor man 40 wird. Die Möglichkeit stand jahrelang offen, heißt es. Und wer draußen blieb, tat dies nicht aus Mangel an Warnungen, sondern weil er ihnen nicht glaubte.
Die Sache beginnt nicht mit einer Nachricht. Sie beginnt mit einem bitteren Rückblick auf ein Jahrzehnt. Bitcoin schloss 2017 mit einem Raketenstart, stürzte danach auf 3.000 Dollar ab – der Moment, als Spott über jene hereinbrach, die durchhielten – und überstieg später wieder 13.000. Das Argument änderte sich nicht. Der Preis schon.
Von 3.000 auf 13.000 Dollar: Der Anstieg, der das Argument nicht änderte
Als die Währung 3.000 erreichte, war das Urteil unter Skeptikern einstimmig: Wer eingestiegen war, war ein Träumer. Als sie 13.000 überschritt, kamen die Seufzer des hätte ich doch nur investiert. Diese Abfolge – Verachtung am Tiefpunkt, Reue am Höhepunkt – ist das Muster, das sich in jedem Zyklus wiederholt.
Die Verteidigung der Überzeugten ist einfach: Es war nie zu spät. Wer wartete, bis der perfekte Moment kam, wartet immer noch. Wenn jemand fragt, ob es sich lohnt, heute etwas einzusetzen, lautet die Antwort: Tausend Euro rein und in fünf Jahren wiederkommen. Dieses Mantra wird seit 2009 mit denselben Worten wiederholt.
Die Pizza für 10.000 Bitcoin, die heute ein Vermögen wert wäre
Die Anekdote, die alle zitieren, ist die von den Pizzen. Einer Version zufolge zahlte jemand zwei Pizzen mit 10.000 Bitcoin im Jahr 2010, was nach heutigen Preisen etwa 65 Millionen pro Pizza entspräche. Eine andere Rekonstruktion verschiebt das Ereignis auf 2011 und erhöht die Rechnung auf 50.000 Bitcoin, übergeben nicht an einen Lieferfahrer, sondern an einen anderen Enthusiasten, der seine Karte zum Bestellen nutzte. Es war, so heißt es, der erste kommerzielle Kauf mit dieser Währung.
Es spielt keine Rolle, welche Zahl akzeptiert wird. Beide dienen derselben Erzählung: eine alltägliche Zahlung, die heute einem Gebäude entsprechen würde. Es ist die Art von Faktum, das jedes Familienessen in ein Verhör verwandelt.
Wer 2017 einstieg und bereits 500 % gewinnt
Nicht alle Geschichten sind von Reue geprägt. Manche kauften beim Höchststand 2017, sahen den Wert abstürzen und verkauften nicht; auch nicht während der Erholung. Nun behaupten sie, eine Aufwertung von fast 500 % anzusammeln, und argumentieren, dass Bitcoin vor Jahresende sechsstellige Werte erreichen werde. Ihre Schlussfolgerung: Wer den Absturz durchhielt, sollte jetzt auch nicht aussteigen.
Auf der anderen Seite steht die kühle Kalkulation. Dem kleinen Sparer wird gesagt, dass die Belohnung das Risiko nicht mehr rechtfertigt: Von tausend auf zweitausend Euro gehen und dann den Fall sehen, rechtfertigt den Schrecken nicht. Wer den großen Coup sucht, kommt zu spät.
Institutionelles Geld strömt hinein, während Gold stagniert
Einer der oft betonen Wendepunkte ist der institutionelle Einstieg. Goldfonds sehen flaches Kapitalzufluss, während ein Investmentvehikel für Kryptowährungen, Grayscale, enorm viel institutionelles Geld erhält, laut den verfügbaren Daten. Die daraus gezogene Lesart: Bitcoin hört auf, eine Sache für Enthusiasten zu sein, und wird zum sicheren Hafen.
Das verändert das Profil des Käufers. Es ist nicht mehr nur derjenige, der anonymes Geld bewegen will, sondern der Investor, der sich gegen die Geldemission schützen möchte. Manche behaupten, dass 2020 etwa 20 % aller existierenden Dollars gedruckt wurden, ein Argument, das dazu drängt, Zufluchten außerhalb des traditionellen Geldes zu suchen.
Die These vom Mining, das den Wert auffrisst
Die Kritiker diskutieren nicht den Preis: Sie diskutieren, woher er kommt. Es wird behauptet, dass rund 80 % des Bitcoin-Werts aus den Mining-Ausgaben stammen und nur 20 % aus echtem Geldzufluss. Hinzu kommen der Stromverbrauch, das physische Gewicht der Infrastruktur – voluminöser, so heißt es, als das gesamte Gold – und die Kosten, die das Netzwerk mit sich bringt. Daher das am häufigsten verwendete Label: Ponzi-Schema.
Der Vorwurf ist keineswegs einstimmig. Manche weisen ihn vollständig zurück, andere geben lediglich zu, dass der Wert spekulativ ist. Die übliche Widerlegung verweist auf Gold und die Märkte selbst: Auch diese haben Wert durch Konsens, nicht durch ihr Gewicht.
Wie viel nimmt das Finanzamt von Gewinnen mit Kryptowährungen?
Hier taucht eine Unsicherheit auf, die viele zögern lässt. Es wird diskutiert, ob Bitcoin als Vermögensgewinn in der Einkommensteuer (IRPF) besteuert wird statt als Sparrendite, mit Steuersätzen, die zwischen 37 % und 45 % des Gewinns beanspruchen, ohne Verluste aus anderen Jahren verrechnen zu können. Die Schlussfolgerung des Fragenden: Der größte steuerliche Betrug. Die kurze Antwort darauf lautet, dass es nicht so funktioniert.
Zwei gegensätzliche Lesarten eines Details, das die Nettorendite entscheidet.
Warum der Arme kein Risiko eingeht und der Reiche mit dem Daiquiri wartet
Die unbequemste Analyse ist die der Klasse. Wer Not gelitten hat, riskiert nicht das wenige Geld, das er besitzt; die Angst hindert ihn daran, und genau diese Vorsicht, die ihn schützt, verschließt ihm die Türen. Währenddessen gewinnt derjenige, der tausend Euro für ein Experiment loslassen und Jahre warten kann. Die verteidigte These: Es gibt nur arme Geister, und Faulheit wiegt schwerer als fehlendes Kapital.
Die Gegenreaktion ist bitter. Wer auf der Straße gefroren hat, spielt nicht mit dem, was er zum Essen braucht. Der Mut zu investieren ist ein Luxus für jene, deren Magen bereits voll ist.
Ethereum, NFTs und Elektroautos: Die Karren, die noch nicht gestartet sind
Für jene, die bei Bitcoin zu spät kommen, hätte der Nachfolger einen Namen. Ethereum, mit seiner Version 2.0 und dezentralisierten Finanzen, strebte an, den ersten Platz nach Marktkapitalisierung zu erobern. NFTs werden als das nächste Huhn präsentiert, das goldene Eier legt, und Elektrofahrzeuge, angeführt von Tesla, als disruptive Technologie, die das Muster von 2010 wiederholen wird.
Es ist dieselbe Versprechen mit einem anderen Etikett. Das große Potenzial wurde bereits ausgeschöpft, geben selbst die Überzeugten zu; was bleibt, ist das Ausnutzen des nächsten. Wenn Bitcoin bereits 13.000 übersteigt, argumentieren andere, könnten andere Kryptowährungen noch wachsen.
Dass die Enkelin den Großvater fragt, warum er keinen Bitcoin gekauft hat, obwohl er das Internet per Modem kannte, hat keine gute Antwort. Es gibt nur eine Währung, die steigt, eine Hypothek, die angeblich mit 200 Euro bezahlt werden konnte, und eine Schlange von Menschen, die immer noch auf den perfekten Moment warten. Ein Daiquiri und weiter.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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