Bitcoin: Knappheit und sinkende Kurse

Bitcoin fällt auf 53.976,55 Euro. Die Knappheit der 21 Millionen Einheiten und hohe Gebühren werden zunehmend infrage gestellt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Bitcoin-Zirkus schrumpft unter 54.000 Euro

„Mit Kryptowährungen lässt sich kein Geld mehr machen; die Gewinner haben 2016 verdient, alle anderen nur verloren.“ Dieser Satz fasst die Stimmung unter den Anlegern zusammen, die zu hohen Preisen eingestiegen sind. Währenddessen notiert der Bitcoin bei etwa 53.976,55 Euro, nachdem er an einem einzigen Tag 1.279,78 Euro (2,20 %) eingebüßt hat. Mit jedem Rückgang klingt die Erzählung vom „Wertaufbewahrungsmittel“ hohler.

Das Thema ist längst aus der Nische herausgewachsen. Was als monetäre Demokratie verkauft wurde, funktioniert heute wie ein Markt für starke Hände, unverschämte Gebühren und eine Regulierung, die spät und schlecht kommt. Die Frage ist nicht mehr, wie hoch der Kurs steigt, sondern wer die Party bezahlt.

Von den 21 Millionen Bitcoins zum Foto von Satoshi

Das Hauptargument war immer die Knappheit: Das Protokoll legt eine Obergrenze von 21 Millionen Einheiten fest, was zur Doktrin wurde. Die schärfste Antwort gab Banker Jamie Dimon, der im Fernsehen ablehnte, dass Bitcoin allein durch seine Seltenheit und Unveränderlichkeit kein Betrug sein kann. „Völlig falsch. Woher wissen Sie, dass es bei 21 Millionen bleibt?“, fuhr er fort, bevor er scherzte, dass vielleicht eines Tages ein Foto des Erfinders Satoshi Nakamoto auftaucht, das ihn beim Auslachen zeigt.

Hier liegt der Knotenpunkt. Wenn die Knappheit die einzige Wertgarantie ist, zerlegt jeder Zweifel daran das gesamte Gebäude. Manche behaupten, die Grenze sei mathematisch unbestreitbar; das pessimistische Szenario geht von einer unbequemen Idee aus: Ein Vermögenswert ohne Cashflow lebt vom Glauben des nächsten Käufers.

Die Lieblingsneugier der Veteranen ist eine andere. Niemand weiß, wo sich das erste Million Bitcoin befindet, die vom Schöpfer selbst geschürft wurden. Sie wurden nie bewegt. Es ist der größte verlorene Gegenstand in der jüngeren Finanzgeschichte und zugleich der Beweis dafür, dass die Transparenz des Systems davon abhängt, dass niemand eine Taste drückt.

Was kostet der Einstieg und Ausstieg aus dem Bitcoin?

Sehr viel. Wer Anonymität sucht, stellt fest, dass Zahlungsabwickler rund 10 % beim Einzahlen und weitere 10 % beim Abheben verlangen. Eine runde Operation kann ein Fünftel des Kapitals kosten, bevor sich der Preis um einen Cent bewegt. Das Versprechen finanzieller Freiheit hat eine Maut, die selten in Schlagzeilen auftaucht.

Dazu kommt die physische Infrastruktur. Bitcoin-Automaten werden als Tor zu bankfreiem Geld verkauft, obwohl ihre praktische Nutzung darauf abzielt, den Ursprung der Mittel zu verschleiern. Ein seriöses Land baut seine Wirtschaft nicht darauf auf.

Und über all dem schwebt der internationale Druck. Die FATF und der IWF haben den Schlüssel. Wenn sie an die Türen der Krypto-Oasen klopfen, wird sich zeigen, wie lange die Party noch dauert.

China schloss 2021 die Tür, El Salvador öffnete seine

Zwei gegensätzliche Modelle. Seit 2021 hat die Volksbank von China jede Aktivität mit Kryptowährungen für illegal erklärt: Handel, Tauschdienste und sogar Stablecoins. Peking kann seine Währung abwerten, ohne dass Kapital abfließt, da es strenge Kontrolle über Bewegungen ausübt. Diese Fähigkeit existiert in einem Europa mit offenen Grenzen nicht.

Das gegenteilige Experiment ist El Salvador, das versuchte, Krypto-Kapital anzulocken und sogar mit einer eigenen Avocado-basierten Währung flirtete. Wenn internationale Organisationen den Druck erhöhen, wird sich zeigen, ob das Modell hält oder ob es nur Brot für heute und internationale Probleme für morgen bedeutet.

Der Professor, der sagte, er würde niemals verkaufen

Die Aufmerksamkeit hat sich vom Asset zu seinen Predigern verlagert. Juan Ramón Rallo, Ökonom und Vermittler, wurde berühmt, weil er großspurig ankündigte, seine Bitcoins niemals zu verkaufen. Es ist das klassische Profil: Theoretisch sicher im Studio, aber verloren im Timing und in der Massenpsychologie.

Es kursiert die Zahl eines Verlusts von 25 Millionen, der mit dieser Position verbunden ist, wobei eine Klarstellung angebracht ist: Ohne ausgeführten Verkauf handelt es sich um nicht realisierte Verluste. Vermögen und Ego schrumpfen gleichzeitig, was das Einzige Symmetrische an diesem Markt ist.

Die andere Front ist fiskalisch. In einer Umgebung, in der der Staat jede Bewegung kontrollieren will, lautet die Frage nicht, ob das Asset ein Betrug ist, sondern wer am Ende zur Kasse gebeten wird.

Warum bleibt der Chart nicht gerade?

Dies ist die am häufigsten wiederholte und am schlechtesten verstandene Zweifel. Der Preis ist nicht der Durchschnitt dessen, wie viele Leute kaufen oder verkaufen wollen: Er ist der letzte ausgeführte Austausch. Wenn zehntausend Menschen zu 50.000 Euro verkaufen wollen und nur einer bereit ist, zu 49.000 Euro zu kaufen, ist diese Kreuzung bei 49.000 Euro der neue Preis. Nichts anderes.

Deshalb täuscht die Rede von Stagnation. Selbst in einem seitwärts laufenden Markt gibt es ständige Mikro-Transaktionen. Und deshalb reißt Panik jeden Boden weg: Den Preis bestimmt der letzte Verzweifelte, nicht der kollektive Wille. Einen absoluten Nullpunkt gibt es nicht, denn es gibt immer jemanden, der verkaufen muss, und jemanden, der ruhig genug ist, günstig zu kaufen.

Manipulation existiert, wenn auch nicht so, wie viele sich das vorstellen. Mit zwei kleinen Wallets lässt sich ein tiefer Markt nicht bewegen: Man müsste Liquidität auf mehreren Preisebenen verbrauchen, und selbst dann fressen Arbitrage-Bots den Aufschwung innerhalb von Sekunden. Wer das Hornissennest aufrührt, sind die Wale, die ein bisschen kaufen, den Leichtgläubigen hereinlassen und dann loslassen.

Analysen deuten darauf hin, dass große Orders von starken Händen mit koordinierter Strategie gehandhabt werden, während Kleinanleger spät einsteigen und schlechter aussteigen. Die Erzählung der massenhaften Adoption prallt auf eine hartnäckige Tatsache: Indexfonds, Einlagen und ETFs haben Terrain besetzt, das Kryptowährungen nie betreten haben.

Der Stand dieses Abschnitts: 53.976,55 Euro, nach einem Rückgang von 1.279,78 Euro, also 2,20 % an einem Tag. Der Zirkus bleibt offen. Nur der Eintrittspreis hat sich geändert.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (569 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver