Bitcoin-Halbierung seit Höchststand: Debatte neu entfacht

Bitcoin fällt von 124.000 auf 62.000 Euro. Ist es ein Schneeballsystem, liquides Kollateral oder reine Spekulation? Die Argumente beider Seiten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bitcoin-Halbierung seit Höchststand: Debatte neu entfacht
Bitcoin zum halben Preis: Kaufen, HODLn oder abwarten

Von 124.000 auf 62.000. So lässt sich die jüngste Entwicklung des Bitcoin zusammenfassen, die mit mehr Lärm als Neuigkeit die alte Frage wieder aufwirft: Kaufen oder nicht? Der Rückgang vom Höchststand beträgt rund 50 %, und wie in jedem Zyklus spaltet sich die Diskussion in zwei Lager: jene, die eine Chance zur Akkumulation sehen, und jene, die seit Jahren behaupten, der Vermögenswert sei ein Schneeballsystem, das nur solange funktioniert, wie neues Geld hineinfließt. Die Debatte ist nicht neu, aber das aktuelle Preisniveau schon.

Von 124.000 auf 62.000: Was ist beim Preis passiert?

Der Ausgangspunkt ist klar: Der Bitcoin erreichte ein Hoch bei etwa 124.000 und hat seitdem die Hälfte seines Werts eingebüßt. Ein kürzlich verzeichnetes Tief liegt laut manchen Analysten bei 55.000, gefolgt von einer Erholung bis in die Region von 62.000. Innerhalb eines Monats soll der Vermögenswert, nach kursierenden Berechnungen, von 75.000 auf 53.000 Euro gefallen sein – für die einen normales Rauschen, für die anderen der Beweis, dass es sich um eine Lotterie handelt.

Der Vergleich mit dem historischen Chart ist das am häufigsten angeführte Argument der Befürworter des Haltens. Sie behaupten, dass tiefgreifende Korrekturen Teil des Zyklus sind und dass sich das Tief in jeder Runde erhöht hat. Dem gegenüber schließt das pessimistische Szenario nicht aus, zur Zone von 13.000 zurückzukehren, die 2022 zu sehen war; manche zielen direkt auf eine Spanne zwischen 30.000 und 40.000 als nächstes Ziel vor einer ernsthaften Gegenbewegung.

Ist der Bitcoin ein Schneeballsystem?

Der klassische Vorwurf kehrt mit jedem Einbruch zurück: Der Bitcoin funktioniert nur, solange jemand bereit ist, mehr dafür zu zahlen, was ihn zu einem Schema macht, bei dem die letzten Käufer verlieren. Diese These wird besonders hartnäckig vertreten, wenn der Preis fällt, und geht oft einher mit dem Zusatz: „Wenn er auf diesen Preis fällt, probiere ich vielleicht mein Glück.“

Auf der Gegenseite lautet das Argument nicht, dass der Bitcoin ein alltägliches Zahlungsmittel ist, sondern dass er als liquides Kollateral fungiert: Er kann ohne Zollkontrolle bewegt, in Fiat-Währung getauscht, als Sicherheit für Kredite genutzt oder innerhalb von Minuten in ein anderes Land transferiert werden. Das, so verteidigen sie, ist ein konkreter Nutzen, den physisches Gold nicht mit derselben Leichtigkeit bietet. Ob dies ausreicht, um den Preis zu rechtfertigen, bleibt offen.

Dient der Bitcoin zum Bezahlen oder nur zur Spekulation?

Hier ist der Konsens breiter als es scheint. Selbst unter seinen Verteidigern wird akzeptiert, dass seine Nutzung als Zahlungsmittel marginal ist und dass sein tatsächlicher Nutzen heute darin besteht, ein Spekulationsvehikel zu sein und, in geringerem Maße, ein Vermögenswert für diskrete Kapitaltransfers. Das ursprüngliche Versprechen, die Zentralbankwährungen zu ersetzen, wurde nicht eingelöst, und die Zeit arbeitet gegen diese Erzählung: Es sind fast zwei Jahrzehnte seit seiner Entstehung vergangen.

Die Daten, die dagegen angeführt werden, zeigen etwas anderes: mehr Knoten als je zuvor, Hashrate auf Rekordhoch und ein wachsendes Volumen im Lightning-Netzwerk. Auch wird darauf hingewiesen, dass die technische Entwicklung weitergeht, mit Vorschlägen wie BIP-110 auf dem Tisch, obwohl das mediale Echo viel leiser ist als in früheren Zeiten. Die Frage ist, ob sich dies in echter Adoption niederschlägt oder nur in Infrastruktur, die auf eine ausbleibende Nachfrage wartet.

Der sich wiederholende Zyklus: Wale, Kleinanleger und steigende Tiefs

Die zyklische Lesart erzeugt unter Veteranen den größten Konsens. Das Muster wäre immer dasselbe: Wale akkumulieren, ein Aufwärtstrend entsteht, spät eingestiegene Investoren – zuletzt über thematische Fonds – treten bei, die Nachfrage erschöpft sich, Privatanleger nutzen Hebel, Wale steigen langsam aus, und die Neulinge bleiben mit der Last zurück. Dann Stille. Und alles beginnt von vorn.

Diese Erzählung passt zu dem, was in anderen Episoden geschah und was jetzt geschieht. Auch zum Argument, dass sich das Tief in jedem Zyklus hebt, weil einige Leute bis zum Ende „HODLn“. Die Zweifel bestehen darin, ob dieser Mechanismus unbegrenzt trägt oder ob jede Runde weniger Spielraum und mehr Geschädigte hinterlässt.

Warum haben Unternehmen mit Bitcoin-Beständen verkauft?

Eine der kursierenden Erklärungen für den Rückgang deutet auf Zwangsverkäufe hin. Mehrere Softwareunternehmen sollen Bitcoin-Positionen liquidiert haben, um dringend Liquidität für Investitionen zu beschaffen und dabei angesammelte Gewinne zu realisieren. Es waren nicht die kleinen Sparer, die verkauften, sondern große Volumina, die plötzlich bewegten. Als Nebeneffekt sollen sich die Risikoprämien für Kredite an diese Unternehmen stark erhöht haben.

Wenn diese Lesart korrekt ist, könnte das Tief bereits gebildet worden sein und die Erholung eine Frage der Geduld sein. Wenn nicht, hat der Verkaufsdruck noch Luft. In jedem Fall hinterlässt die Episode eine unbequeme Lektion: Ein Teil des Geldes, das den Preis stützte, basierte nicht auf Überzeugung, sondern auf Cashflow-Bedarf.



Mit diesen Grundlagen ist die vernünftige Prognose, dass der Bitcoin weiterhin Angst bereiten wird und dass die Diskussion über seinen Nutzen weder in diesem noch im nächsten Zyklus gelöst werden wird. Wer bei 62.000 kauft, im Hinblick auf 150.000, muss damit leben, vorher 40.000 zu sehen. Wer auf 13.000 wartet, könnte ewig warten. Und wer seit fünfzehn Jahren dabei ist, diskutiert wahrscheinlich nicht mehr: Er akkumuliert nur noch.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (104 Antworten).

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