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Benzinpreise in den USA: Tanken oder essen?
Ein virales Video einer US-Fahrerin zeigt die Wahl zwischen Tankfüllung und Lebensmitteln. Ein Blick auf die Autoabhängigkeit.
Wenn Benzin zwingt, zwischen Essen und Arbeit zu wählen
Wie stark muss der Kraftstoffpreis steigen, um ein ganzes Land zu erschüttern? In den USA liefert eine Autofahrerin mit sichtbarer Stirnwunde in einem viralen Video die Antwort gegen die Spritpreise. Ihr Dilemma fasst das Problem besser zusammen als jeder Bericht. Entweder tanken oder einkaufen. Sie wählt das Tanken. Ohne Auto keine Fahrt zur Arbeit.
Dieser Vorfall ist keine isolierte Anekdote. Er ist die Spitze des Eisbergs einer Wirtschaft, die sich um das Automobil dreht, wo die Zapfsäule zum Inflationsthermometer geworden ist. Und das Thermometer zeigt Fieber.
Warum hohe Spritpreise in den USA stärker treffen
Die Abhängigkeit vom Auto ist kein Laster, sondern Infrastruktur. Man erinnert sich an Bekannte in Texas, die 65 Kilometer Hin- und Rückweg, Montag bis Donnerstag, als völlig normal empfinden. Öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrrad anzubieten, klingt in weiten Teilen des Landes wie ein Witz. Es gibt Berichte über Schilder, die das Gehen auf bestimmten Straßen direkt verbieten.
Diese Realität erklärt, warum steigende Spritpreise einen direkten Schlag für die mittlere und untere Mittelschicht bedeuten. Eine Alternative existiert nicht: Kein Nahverkehrsnetz deckt endlose Vororte ab, und es gibt keine Bürgersteige zum Supermarkt. Steigt der Gallonenpreis, steigt alles.
Liter im Vergleich: Gallonen, Euro und der Trugschluss billiger Kraftstoffe
Rechnungen werden gemacht und wieder verworfen. Eine US-Gallone entspricht 3,785 Litern. Während in weiten Teilen Europas der Liter bei etwa 1,20 Euro lag, kostete die Gallone jenseits des Atlantiks nahe 1,45. Auf Liter umgerechnet zahlt der US-Fahrer immer noch weniger für dasselbe.
Daher die Spaltung. Eine Strömung behauptet, Kraftstoff sei im Verhältnis zu den Gehältern immer noch günstig. Das Gegenargument wiegt schwer: Die Beschwerde betrifft nicht den absoluten Preis, sondern die Geschwindigkeit des Anstiegs. Von geschenkt zu teuer in zwei Jahren schmerzt mehr als dauerhaft teuer zu sein.
Gehälter, Inflation und Schuldzuweisungen
Auf dem Papier halten die Zahlen stand. Das Durchschnittsgehalt in den USA liegt bei etwa 55.000 Dollar jährlich, und ein Walmart-LKW-Fahrer soll inzwischen fast 100.000 verdienen. Das pessimistische Szenario geht von einem anderen Punkt aus: Dass die Lebenshaltungskosten schneller steigen als die Löhne.
Politik spielt eine Rolle. Die Federal Reserve wird beschuldigt, Geld gedruckt und die Inflation geleugnet zu haben, bis sie nicht mehr verbergen war. Der Tweet von Trump vom 15. Juni 2019 wird hervorgeholt, der vor einem nie dagewesenen Marktcrash warnte, falls er nicht wiedergewählt würde – mit Sarkasmus. Und es wird diskutiert, ob das Problem vor Biden begann oder Bidens Schuld ist. Wie immer: Die Rechnung zahlen die Unteren, die Geschichte schreiben die Oberen.
Der SUV als Symbol des Überflusses
Auch das Fahrzeug steht im Fokus. Das städtische Geländewagen-Tank, dieser Panzer mit 6.000 Kubikzentimetern Hubraum, der Tanks ohne Mühe füllt, trägt viel Kritik. Nicht nur wegen der Kosten, auch wegen der Sicherheit.
Zitierte Studien weisen darauf hin, dass SUVs die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Unfalls um 11 % erhöhen und die potenzielle Sterblichkeit von Fußgängern bei Zusammenstößen um bis zu 70 % steigern. Die Ingenieurskunst der Größe hat einen Preis, der nicht an der Zapfsäule sichtbar wird.
Der Übergang, der noch nicht da ist
Parallel taucht das Gegenargument auf: Die riesigen Dächer amerikanischer Häuser sind ideal für Solar-Selbstversorgung, was manche als Vorteil gegenüber europäischen vertikalen Bienenkörben sehen. Den Energiewandel, sagen sie, machen sie dank mehr Quadratmetern pro Kopf.
Vielleicht. Bis dahin tankt die Frau mit der Stirnwunde weiterhin ihr Auto voll.
Nichts eint ein Land so sehr wie die Schuld an der Zapfsäule. Schade, dass die Zapfsäule nicht wählen darf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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