Batterien mit Wasser aufladen: Der Haushaltstrick, der sie stattdessen ruiniert
Ein Mann, der verzweifelt neue Batterien sparen will, taucht zwei AAA-Batterien in ein Glas Leitungswasser. Zehn Minuten später trocknet er sie, legt sie in die Fernbedienung und – Wunder – das Gerät funktioniert wieder. Das Video hat auf YouTube tausende Aufrufe. Die Physik sagt jedoch etwas anderes: Wasser leitet Strom, und wenn man beide Pole eintaucht, schließt sich ein Stromkreis, der die Entladung beschleunigt. Was der YouTuber nicht zeigt: Die Batterie war bereits halb geladen, oder er hat bei einem Schnitt eine andere Batterie eingesetzt.
Der Volksglaube besagt, dass Wasser die inneren Chemikalien einer Alkalibatterie „reaktiviert“. Die Realität ist prosaischer: Alkalibatterien sind von vornherein nicht wiederaufladbar; der Versuch, sie mit Wasser „zu beleben“, erzeugt nur einen Kurzschluss, der sie schneller erschöpft. Die geringere Leitfähigkeit von destilliertem oder Mineralwasser verhindert den Kriechstrom nicht, wie jeder weiß, der das Ohmsche Gesetz kennt. Nach dem Tauchbad kann die Restspannung eine LED-Lampe für ein paar Minuten zum Leuchten bringen, aber das ist kein Aufladen: Es ist der letzte Atemzug vor dem chemischen Tod.
Die echte Ersparnis liegt bei Akkus
Gegen den Wasser-Mythos ist die vernünftige Option Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH). Mit einem einfachen Ladegerät und einem Viererpack bricht die Kosten pro Ladezyklus ein: Ein typischer Akku hält zwischen 500 und 1.000 Ladezyklen durch. Wer einen Serienfernseher oder eine Notfalltaschenlampe hat, hat die Investition in wenigen Wochen amortisiert. Die Rechnung ist einfach: Eine hochwertige Alkalibatterie kostet rund 1,50 € und hält in einer Fernbedienung etwa 20 Stunden; ein Akku kostet etwa 3 € plus Ladegerät, multipliziert die Stunden aber mit tausend. Die Zahlen lügen nicht.
Die Debatte über den Wasser-Trick, bei der Befürworter auf persönliche Erfahrung verwiesen, während andere technische Argumente anführten, zeigt gut, wie widerwillig viele sind, sich von der Evidenz leiten zu lassen. Am Ende setzen sich aber die Thermodynamik und die Elektrochemie durch. Und die verblüffende Zahl: Wenn Wasser Batterien wirklich aufladen könnte, würden sich Smartphone-Akkus bei jedem Regen von selbst laden.
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