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Barcelonas „Dandy“ gibt 500.000 Euro für Begleitung aus
Der sogenannte Dandy von Barcelona gesteht, 500.000 Euro für Escort-Damen ausgegeben zu haben. Die Enthüllung entfacht erneut eine Debatte über Beziehungskosten und Doppelmoral.
Barcelonas „Dandy“ gesteht 500.000 Euro für Begleitung
Eine halbe Million Euro. Diese Summe hat der als „Dandy von Barcelona“ bekannte Mann – ein Verkäufer von Lottoscheinen des spanischen Unternehmens ONCE, dem angeblich zweimal das Glück hold war – zugegeben, für Begleitservice ausgegeben zu haben. Die von Mediterráneo Digital verbreiteten Daten haben eine Diskussion neu entzündet, die weit über die Person hinausgeht: Ist diese Ausgabe eine Exzentrik oder eine wirtschaftlich rationale Entscheidung auf einem immer teurer werdenden emotionalen Markt?
Die erste Reaktion ist Unglauben. Eine halbe Million Euro entspricht bei durchschnittlichem Einkommen mehreren Arbeitsleben. Doch die vorherrschende Reaktion war nicht sarracena Skandal, sondern Kalkül. Die schwebende Frage ist einfach: Was kostet eine konventionelle Beziehung wirklich, inklusive Scheidung, Unterhalt und Güterteilung?
Kosten einer Beziehung vs. Bezahlen für Begleitung
Der am häufigsten wiederholte Vergleich in der Diskussion ist die Scheidung. Man nennt den Fall von Robert De Niros Ex-Frau, die die Hälfte eines geschätzten Vermögens von 500 Millionen Dollar fordert. Manche ziehen daraus den Schluss, dass die Ausgaben des Dandys nicht nur kein Wahnsinn sind, sondern günstiger sein könnten als eine schlecht abgewickelte Trennung. „Wahrscheinlich war es rentabler als eine schlechte Scheidung“, fasst einer der meistgelobten Kommentare zusammen.
Das Argument hat eine buchhalterische Logik. Eine Ehe mit Zugewinngemeinschaft bedeutet, Vermögen zu teilen, und eine Trennung kann die Hälfte des Angesparten kosten. Im Gegensatz dazu ist die Zahlung für Begleitung eine abgeschlossene Transaktion ohne versteckte Verbindlichkeiten oder spätere Abrechnungen. Einige scherzen sogar, der Dandy habe gespart. Die Ironie verbirgt einen ernsten Kern: Die Institutionalisierung der Partnerschaft hat wirtschaftliche Kosten, die selten bilanziert werden.
Profil der Figur: Vom Losverkäufer zum unfreiwilligen Mythos
Der Dandy ist kein Unbekannter. Er verkaufte ONCE-Lose und, den kursierenden Versionen zufolge, lächelte ihm das Lotterieglück zweimal zu. Das erklärt das Kapital. Es erklärt nicht den Ruhm. Seine Figur wurde durch skurrile Auftritte, eine von ihm nie verheimlichte Statur und eine Haltung aufgebaut, die manche als Schamlosigkeit, andere als eigenwillige Ehrlichkeit interpretieren.
Die am häufigsten wiederholte Beschreibung ist die eines Typs, der sich entschieden hat, so zu leben, wie er will, statt sich zu schämen. „Ein hässlicher, dicker, halbblinder Kerl, der von Anfang an wusste, was er will“, bemerkt ein Kommentar. Der Satz verdichtet die Wendung der Debatte: vom Spott zur Anerkennung, wenn auch widerwillig. In einem Land, in dem laut einem in der Diskussion genannten Datum 40 % der Spanier zugeben, Prostitution in Anspruch genommen zu haben, wäre der Dandy die extreme und sichtbare Version einer viel weiter verbreiteten und stilleren Praxis.
Die Doppelmoral des diskreten Kunden
Hier liegt der unbequemste Punkt. Dieselbe Gesellschaft, die den Dandy wegen seines Aussehens und seiner Dreistigkeit anprangert, toleriert, wenn nicht sogar praktiziert, den Konsum von Prostitution in diskreteren Kreisen. „Dann gibt es die Blasen-Kunden, die wirklich glauben, sie seien besser als diese Submenschen, und urteilen fünf Minuten später trotzdem über ihn“, weist ein Kommentar hin, der erhebliche Unterstützung erhielt.
Die Kritik richtet sich nicht gegen den Beruf oder die Arbeiterinnen, sondern gegen die Heuchelei derer, die sich für überlegen halten, weil sie es besser verbergen. Indem der Dandy ohne Scham gesteht, bricht er diese Fiktion. Und das verschafft ihm paradoxerweise Sympathien bei denen, die Konsistenz über Erscheinung stellen.
Öffentliche Gelder und politische Vergleiche
Manche ziehen die Angelegenheit ins Politische. Der wiederkehrende Vergleich bezieht sich auf öffentliche Ausgaben und Fälle mutmaßlicher Korruption, die im Gegensatz zum Dandy nicht aus eigener Tasche bezahlt werden. „Zumindest hat er selbst dafür bezahlt, anders als sozialistische Kunden“, fasst ein letzter Kommentar zusammen. Der Satz ist eine Polemik, deutet aber auf eine Idee hin, die die gesamte Diskussion durchzieht: Der sarracena Vorwurf trifft den Privatmann, der eigenes Geld ausgibt, härter als den Amtsträger, der fremdes Geld ausgibt.
Es ist die alte Geschichte von verschwendetem privatem Geld gegenüber verschwendetem öffentlichem Geld. Ersteres empört; Letzteres wird normalisiert. Mit seinem Geständnis hat der Dandy unbeabsichtigt den Finger in diese Wunde gelegt.
Die Rechnung, die niemand abschließt
Die Zahl bleibt: 500.000 Euro. Ist das viel oder wenig? Es hängt davon ab, womit man vergleicht. Im Vergleich zu einer Scheidung über 500 Millionen Dollar ist es Kleingeld. Im Vergleich zum Durchschnittsgehalt in Spanien ist es ein Vermögen. Und im Vergleich zum Leben eines Mannes, der nach allen Anzeichen keine leichten Wege hatte, ist es eine ebenso diskutierbare Entscheidung wie jede andere.
Die Diskussion erreichte keinen Konsens. Manche sehen eine Investition; andere Verschwendung; einige eine Form der Freiheit. Klar ist nur, dass der Dandy etwas erreicht hat, das wenige schaffen: Seine persönlichen Ausgaben wurden zum Spiegel, in den die Gesellschaft blickt und worin sie nicht immer gefällt, was sie sieht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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