Wohnungsgesetz und Mieten: Der Fall einer Wohnung, die keine Kinder akzeptiert
Eine Anzeige ist seit anderthalb Jahren auf einem Immobilienportal online, aber ohne Mieter, wie ein Diskussionsteilnehmer berichtet: Das Inserat schließt Haushalte mit Kindern aus. Der Fall, der im Thread kursiert und sich auf Idealista bezieht, benennt ein Phänomen, das einige Teilnehmer als Kinderfeindlichkeit bei Vermietungen beschreiben.
Es ist keine phobische Angst im wörtlichen Sinne. Es ist Kalkül, so die vorherrschende Lesart der Debatte. Wenn die Regulierung fast jede Familie mit Kindern zur vulnerablen Gruppe macht, rechnet der Eigentümer vor dem Abschluss. Zahlt der Mieter nicht, kann die Räumung sich ewig hinziehen, und der Vermieter bleibt auf der belegten Wohnung, der Grundsteuer (IBI), den Gemeinschaftskosten und Reparaturen sitzen. Gegen dieses Szenario wirkt es zunehmend vernünftig, die Wohnung leer stehen zu lassen.
Warum reicht es, Kinder zu haben, um als „verwundbare Familie“ zu gelten?
Die dominierende Interpretation besagt, dass das Label der Verwundbarkeit, eigentlich zum Schutz Bedürftiger gedacht, so weit gefasst wurde, dass es jeden Haushalt mit Minderjährigen einschließt. Die direkte Folge laut dieser Sichtweise: Zahlungsverzug hat keinen schnellen Ausweg mehr, und der Vermieter steht vor jahrelangen Rechtsstreitigkeiten, mit der zusätzlichen Möglichkeit, am Ende einen sozialen Mietpreis unter Marktniveau akzeptieren zu müssen.
Während der Pandemie hatte die Aussetzung von Räumungen eine offensichtliche gesundheitliche Rechtfertigung. Das Problem entsteht laut Teilnehmern, wenn diese Ausnahme ohne Ablaufdatum verlängert wird. Eine Ausnahme, die zur dauerhaften Norm wird, zwingt den Markt, sich schnell zu wehren: durch Auswahl der Mieter vor der Besichtigung.
Forum-Nutzer beziffert Rückgang der Mietwohnungen in Barcelona auf 37 %
Der aggregierte Effekt wird laut Thread nicht mehr nur privat diskutiert. Ein Teilnehmer gibt an, im regionalen Fernsehen (TV3) Daten gesehen zu haben, die dem Servei Català de l'Habitatge zugeschrieben werden: Das neue Mietgesetz habe dazu geführt, dass in Barcelona 37 % der verfügbaren Wohnungen vom Vermietungsmarkt verschwunden sind. Sie wurden nicht alle verkauft. Viele stehen weiterhin leer und warten auf Zeiten mit geringerem juristischen Risiko.
Die Zahl passt laut Teilnehmern zu den Portal-Daten: weniger Angebot, stabile Preise und Anzeigen, die Monate ohne ernsthafte Besichtigung ansammeln. Das Angebot verschwindet nicht per Dekret; es zieht sich selbst zurück.
Steuer auf leere Wohnungen und die Rechnung, die nicht aufgeht
Im Baskenland deutet ein Teilnehmer auf eine ähnliche Bewegung hin, jedoch mit steuerlichem Twist: eine Gebühr von 10 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen, die länger als eine bestimmte Anzahl von Jahren leer stehen. Die erklärte Absicht wäre, geschlossene Wohnungen zu mobilisieren. Der vorhersehbare Effekt, so die Argumentation, ist ein anderer. Ältere Eigentümer mit renovierungsbedürftigen Wohnungen, die sie weder vermieten noch verkaufen wollen, verlieren Kapital; Großinvestoren hingegen können dies abfedern.
Wenn das Risiko der Vermietung die Kosten des Leerstands übersteigt, ist die Entscheidung nicht ideologisch. Sie ist buchhalterisch.
Miete ohne Vertrag, Mundpropaganda und Zimmervermietung
Eine Konsequenz, die bereits im Thread angeführt wird: Die Vermietung verlagert sich auf unbefristete Zimmermieten, mündliche Vereinbarungen und Agenturen, die Kandidaten filtern, bevor sie überhaupt bestätigen, dass die Wohnung existiert. Kann der Eigentümer gesetzlich nicht auswählen, wählt er auf Hintertüren. Und wer aus diesem informellen Kreis ausgeschlossen wird, entspricht oft demselben Profil: unregelmäßiges Einkommen oder alleinige Sorge für ein Kind.
Studenten geht es etwas besser, so ein anderer Teilnehmer, allerdings mit Kleingedrucktem: elfmonatige Verträge, die passen, ohne in die Logik des unbefristeten Mietverhältnisses zu fallen. Großinvestoren bewegen sich seit Langem in dieser Grauzone mit Wohnheimen und Saisonmodellen. Dort zählt keine Vulnerabilität.
Weniger private Vermieter, mehr Fonds
Auf dem Tisch liegt eine weniger anekdotische Lesart der Debatte. Jede Verschärfung reduziert die Zahl der Privatpersonen, die bereit sind zu vermieten, und konzentriert das Angebot bei Großbesitzern, Immobilienfirmen und Investmentvehikeln, die klagen, Risiken diversifizieren und mit Behörden verhandeln können. Der kleine Eigentümer, der eine geerbte Wohnung vermietet, hat nichts davon.
Das Paradoxon ist unbequem: Die Norm, die den Mieter schützen soll, stellt ihn vor weniger Gesprächspartner und geringeren Verhandlungsspielraum. Wenn vier Akteure den Markt dominieren, bestimmt nicht das Amtsblatt den Preis. Es bestimmt die Knappheit. Und diese Knappheit wird fleißig erzeugt.
Die optimistischste Berechnung behauptet laut Thread, es reiche, mehr Wohnraum zu bauen, alles andere sei Lärm. Die pessimistischste weist darauf hin, dass der kleine Eigentümer den Markt verlässt, um nie zurückzukehren.
Inzwischen steht die Wohnung vom Anfang immer noch im Netz. Anderthalb Jahre. Nicht vermietet. Keine Kinder.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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