Bankia: Vom Kauf zum täglichen Börsensturz von 10 Prozent

Bankia verzeichnete Verluste über 10% und fiel aus dem IBEX 35. Anleger, die bei 1,17 kauften und bis 0,618 hielten, verloren in zwei Monaten zwischen 48% und 71%.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bankia: Der mutige Kauf endete mit einer bösen Überraschung an der Börse

Im Mai 2012, als das Institut im Zentrum des Sturms stand und der spanische Finanzsektor unter Misstrauen litt, verkündete jemand lautstark seinen Einstieg bei Bankia. „Heute ist mein Moment“, schrieb er überzeugt davon, dass der massive Kursverfall eine Chance und keine Warnung sei. Die Antwort ließ nicht auf sich warten: Mehrere Stimmen warnten ihn, einen Tag länger zu warten, denn man greift nicht nach einem fallenden Messer. Dieser Satz fasst das Kernproblem zusammen. Billig kaufen ist nicht gleichbedeutend mit gut kaufen, und bei einer staatlich intervenierten Bank kann dieser Unterschied ruinös sein.

Was geschah mit Bankia an der Börse?

Der Einbruch war kein einmaliges Ereignis. Der Kurs verzeichnete aufeinanderfolgende Handelstage mit Verlusten von über 10%, und der Wert fiel zeitweise auf 0,362 Euro. Eine damals kursierende Berechnung schätzte, wer bei etwa 1,17 gekauft und bei 1,86 verkauft hätte, mehr als 50% Gewinn innerhalb von 24 Stunden erzielt hätte. Das Problem ist jedoch, dass diese Spanne von 1,17 bis 1,58 in einer einzigen Sitzung – typisch für spekulative Penny Stocks – auch in die andere Richtung funktioniert: Bei 0,618 lag der kumulierte Verlust innerhalb von zwei Monaten zwischen 48% und 71% des investierten Kapitals.

Bankia wurde aus dem IBEX 35 ausgeschlossen. Dies ist der entscheidende Fakt, der alles Weitere erklärt. Ein Wert, der den Leitindex verlässt, verliert einen Teil seiner institutionellen Kundenbasis und damit die letzte Struktur von Käufern. Ab diesem Punkt ist der Preis der Stimmung der Kleinanleger und der momentanen Liquidität ausgeliefert.

Die Erzählung vom Steuerzahler als Manager seiner eigenen Bank

Manche formulierten es mit unbequemer Klarheit: „Ich bin ein spanischer Steuerzahler und De Guindos ist mein Verwalter.“ Dieser viel zitierte und beklatschte Satz verdichtet das stärkste Argument der gesamten Affäre. Wenn öffentliches Geld die Institution letztlich rettet, kauft der Kleinaktionär kein Geschäft, sondern eine Option auf den politischen Willen, weiteres Kapital zuzuschießen. Und diese Option wird weder mit einem KGV noch mit einem Abschlag auf den Buchwert bewertet.

Die treffendste Warnung kam daher: Bei 0,1 Euro wäre das Institut am Ende und nur durch weitere öffentliche Mittel zu retten. Fällt der Preis auf diesen Punkt, preist der Markt Liquidation ein, nicht Erholung. Das ist kein Pessimismus, sondern die Arithmetik einer Rettung.

Warum kauft man Aktien einer sinkenden Bank?

Weil es Gegenbewegungen gibt. Dasselbe Material dokumentiert den Fall eines Anlegers, der bei 1,17 kaufte und bei 1,86 verkaufte – mehr als 50% Rendite in 24 Stunden. Das ist der Köder. Die Falle besteht darin, dass solche Bewegungen chirurgisches Timing und starke Nerven für die intraday Volatilität eines intervenierten Werts erfordern.

Manche nennen es „Alles oder Nichts“ und geben zu, dass solche Einstiege nur für Menschen geeignet sind, die bereit sind, alles zu verlieren. Das Problem ist, dass niemand weiß, wann man den absoluten Tiefpunkt kauft. Der Protagonist der ursprünglichen Ankündigung gab schließlich zu, gar nicht gekauft zu haben. „Gilt auch für mich“, schrieb er. Die Intuition versagte, oder der Druck der Skeptiker war stärker.

Die Hypothek als einzige sinnvolle Exposition

Dem freiwilligen Aktionär steht ein anderes Profil gegenüber: Wer nur eine Hypothek und ein Girokonto bei Bankia hat. „Das Girokonto nutze ich nur zur Tilgung der Hypothek, sicherheitshalber“, fasst eine Haltung zusammen, die keine Feigheit ist, sondern elementares Risikomanagement. Wenn die Bank dein Gläubiger ist, ist deine Exposition bereits maximal, ohne dass du eine einzige Aktie kaufen musst.

Die Diskussion driftete ins Politische ab, mit gegenseitigen Vorwürfen bezüglich Parteizugehörigkeit und Verantwortung. Es ist das übliche Rauschen, wenn eine Bankenrettung zur Debatte darüber wird, wer die Rechnung bezahlt. Unterdessen blieb der Fakt derselbe: Drei aufeinanderfolgende Handelstage mit Verlusten von 10%.



Die vollständige Berechnung der Verluste, mit detaillierter Aufschlüsselung der Ein- und Ausstiegskurse pro Sitzung, ergibt eine Spanne, die selbst tägliche Börsenbeobachter überrascht. Angesichts dieser Zahlen lautet die Frage nicht mehr, ob Bankia günstig war. Sondern ob jemand das überhaupt wissen konnte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (143 Antworten).

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