Banderas und Almodóvar im Streit um Spaniens Wohnungspolitik

Antonio Banderas mahnt, das Gesamtbild zu betrachten, während Pedro Almodóvar von den Politikern fordert, neue Zwangsräumungen zu verhindern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Antonio Banderas und Pedro Almodóvar, zwei große Namen des spanischen Kinos, haben sich zur Maricarmen-Affäre geäußert und dabei zwei Haltungen in der Wohnungspolitik verdeutlicht: das gesamte System im Blick behalten oder von den Politikern verlangen, Zwangsräumungen zu stoppen. Der Kolumnist Juan Carlos Girauta analysiert beide Positionen in El Debate.

## Zwei Namen aus dem Kino, ein und dieselbe Wohnungsfrage

Antonio Banderas und Pedro Almodóvar waren einst eng verbunden mit dem spanischen Kino. Beide haben sich zur Maricarmen-Affäre geäußert, einer Wohnungssache im Zusammenhang mit Zwangsräumungen, und ihre Positionen zeichnen die zwei großen Strömungen nach, die es in dieser Debatte gibt.

Banderas fordert, das Gesamtbild zu betrachten. Man solle sich nicht vorschnell an einem Ausschnitt eines komplexen Systems festhalten, das uns alle betrifft, denn wer nicht Eigentümer ist, ist Mieter oder will einer werden. Und es gibt eine Schnittmenge, die oft übersehen wird: Mieter, die zugleich Eigentümer einer anderen Wohnung sind, und Eigentümer, die mehrere Immobilien besitzen.

Der Kolumnist **Juan Carlos Girauta** hält in **El Debate** fest, dass diese Sichtweisen keine kulturellen Spekulationen oder Gruppeninteressen sind, sondern Haltungen, deren Erfolg oder Scheitern uns alle betreffen wird. Dass keiner von beiden Ökonom ist, ist für ihn gerade der Reiz der Sache: Sie sind «die Straße».

## Die Panoramaoption und Bastiats Essay

Girauta nennt die Position von Banderas die Panoramaoption. Setzte sie sich durch, so ist er sicher, würde die Demagogie verschwinden, die sich in dieser Materie vom konkreten Einzelfall ernährt. Wenn dieser konkrete Fall gegen das Gesetz verstößt, ist es legitim, ihn als Anzeige zur Sprache zu bringen: Man denke an einen Eigentümer, dem die Wohnung, in der er selbst lebt, besetzt wird.

Es gibt eine Paradoxie darin, wie sich die Empörung verteilt. Diese Art von Ungerechtigkeit empört nur wenige. Sie löst keine Kettenreaktionen aus, versammelt keine Sänger und Schauspieler vor der besetzten Wohnung, niemand rezitiert Gedichte. Derjenige, der auf der Straße steht, wird nicht zur menschlichen Fahne. Auch eskaliert es nicht zur massenhaften Besetzung eines zentralen Platzes, und die Nachrichtensender berichten nicht pausenlos darüber.

Hinter diesem Panoramablick steckt, ob Banderas es weiß oder nicht, eine Philosophie, die dem kurzen Essay **Frédéric Bastiats** **Das, was man sieht, und das, was man nicht sieht** aus dem Jahr **1850** nahesteht. Wahrscheinlich ist der Schauspieler zu dieser Übereinstimmung gelangt, indem er seine Intelligenz mit einem besonnenen Wesen kombiniert hat.

## Almodóvar, weniger radikal als erwartet

Girauta hält den Blick von **Pedro Almodóvar** für weniger radikal, als man erwarten würde. Auch weniger absurd und gefährlich als der des rücksichtslosen Aktivisten, der er einmal war. Der Kolumnist erinnert daran, dass er die Mikrofone eines Filmfestivals nutzte, um der Welt mitzuteilen, dass die spanische Regierung einen Staatsstreich vorbereitete, in der Ära von **Aznar**.

Der Text setzt voraus, dass Almodóvar und sein Bruder Großbesitzer sind. Daher der Mangel an Radikalität. Nachdem er seinen Respekt vor Privateigentum bekundet hat, fordert er von den Politikern Lösungen und bleibt dabei. Er dreht und wendet alles, und alles führt ihn zum selben Ergebnis: neue Fälle wie den von Maricarmen verhindern, also neue Zwangsräumungen.

## Der Anti-Banderas und das Rezept, das die Mieten verteuert

Gegenüber dem Panorama ist Almodóvar der Anti-Banderas: der Betrachter, der nur auf einen winzigen Ausschnitt des Systems schaut. Er weiß, dass die Maricarmen-Affäre zu gut ist, um sie ungenutzt zu lassen, und will deshalb seinen Beitrag leisten.

Sein Beitrag lässt sich, dieser Lesart zufolge, so zusammenfassen: Er schlägt genau das vor, was die Preise in die Höhe treibt und das Angebot schrumpfen lässt – einen Interventionismus, der Preise deckelt und das Vermieten unattraktiv macht. Alles mit den besten Absichten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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