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Ayusos Partner: Steuerprüfung wegen Maserati und Masken
Isabel Díaz Ayusos Lebenspartner steht im Fokus einer Steuerprüfung über mehr als 300.000 Euro, während der Koldo-Skandal die spanische Politik erschüttert.
Ayusos Partner: Maserati, Provisionen und das Finanzamt
Der Lebenspartner von Isabel Díaz Ayuso wird vom Finanzamt (Hacienda) wegen eines mutmaßlichen Steuerbetrugs in Höhe von über 300.000 Euro untersucht. Dies ist der Ausgangspunkt der aktuellen Debatte. Der Fall brach genau dann aus, als der Koldo-Skandal die politische Diskussion dominierte, und wurde zu einem Plebiszit über die Madrider Präsidentin: Muss sie sich für die Geschäfte ihres Partners erklären? Sollte sie zurücktreten? Warum ist ein privater Vermittler zum Zentrum der nationalen Debatte geworden? Die kurze Antwort: Es gibt keine kurze Antwort.
Was gegen Ayusos Partner ermittelt wird
Bei Ayusos Partner geht es vorerst nicht um die Herkunft des Geldes, sondern um dessen Deklaration. Die Ermittlungen deuten auf eine angebliche Steuerhinterziehung in Höhe von etwas mehr als 300.000 Euro hin – weit entfernt von den zwei Millionen Euro, die in ersten Berichten kursierten. Es gibt weder eine Verurteilung noch ein Urteil: Es handelt sich um eine laufende Prüfung. Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn auf der anderen Seite eine politische Maschine steht, die jeden Entwurf wie ein rechtskräftiges Urteil liest.
Das betroffene Geschäftsfeld sind medizinische Materialien. In diesem Sektor stammt ein Großteil der Ausgaben aus öffentlichen Mitteln, und die Zusammenarbeit mit Behörden ist keine Anomalie, sondern übliche Marktpraxis. Hier setzen die Verteidiger von Ayusos Umfeld an: Rechnungen an das öffentliche Gesundheitswesen als Lieferant auszustellen, ist kein Verbrechen, sondern ein Geschäft.
Von Masken zur Villa in Pozuelo
Die Spur führt zur Pandemie. Nach dem kursierenden Bericht stammte die dem Bruder der Präsidentin zugeschriebene Provision nicht aus der Region Madrid, sondern daraus, dass er ein katalanisches Unternehmen mit einem galicischen Unternehmen zusammenbrachte, damit eines dem anderen Masken lieferte, die diese wiederum an das Ministerium verkauften. Ein Vermittler, eine Provision und eine spätere Einstellung durch die Antikorruptionsbehörde. Nach dieser Einstellung kaufte das beteiligte Unternehmen laut derselben Version eine Luxusvilla in Pozuelo.
Dann ist da Galicien. Die Aufträge von Ayusos Partner an den galicischen Konsortium für Gleichstellung und Wohlfahrt (Consorcio Galego de Servizos de Igualdade e Benestar) sollen, so die veröffentlichten Informationen, durch Aufsplitten der Käufe umgangen worden sein, um Ausschreibungen zu vermeiden: 152 direkte Vergaben im Jahr 2021 und 140 kleinere Aufträge, getrennt nach Einrichtung und Bevölkerung, alle unter dem Label „Gastos Elbichito a maiores“ für Kindertagesstätten. Eine einzige Zahlung hätte eine Ausschreibung erfordert. Hundertvierzig kleine Zahlungen nicht. Die vollständige Aufschlüsselung, Vertrag für Vertrag, hinterlässt die unbequemsten administrativen Spuren in dieser Angelegenheit.
Ein Maserati Ghibli mit 949 Euro Bußgeldern
Es gibt ein Detail, das den Tonfall des Falls besser zusammenfasst als jeder Bericht. Der Maserati Ghibli, der mit dem Paar verbunden war, häufte zwischen Februar 2022 und Oktober 2023 sechs Verkehrsstrafen und zwei unbezahlte Fahrzeugsteuern an: insgesamt 949,17 Euro. Eine lächerliche Summe für ein Auto dieses Preises. Und gerade deshalb unangenehm: Wer sich ein solches Auto leisten kann, lässt selten 949 Euro aus Nachlässigkeit unbezahlt. Manche lesen dies als kreative Buchführung, angewandt auf die eigene Haustür.
Nebelkerzen-Operation der PSOE oder echter Fall?
Hier trennen sich die Interpretationen unweigerlich. Ein Teil behauptet, all dies sei eine Ablenkungsoperation, montiert, um den Koldo-Fall zu übertünchen, bei dem Ábalos, die Maskenaufträge und die Rolle des Ministeriums im Fokus stehen. Argumentiert wird, dass die spanische und die europäische Staatsanwaltschaft Unregelmäßigkeiten im Fall des Bruders bereits ausgeschlossen hätten, und dass die Wiederbelebung des Falls jetzt eher nach Gelegenheit rieche als nach Gerechtigkeit. Der Vorwurf der einfachen politischen Verfolgung zieht sich durch einen großen Teil der Diskussion.
Die andere Position leugnet den Koldo-Fall nicht, nutzt ihn aber als Spiegelbild: Wenn sich einige während einer Pandemie mit Masken bereichern, ist die selektive Empörung nicht verständlich. Der am häufigsten wiederholte Kontrast besteht darin, dass Ayusos Bruder in einem Zug so viel verdient haben soll, wie ein Arbeitnehmer mit Mindestlohn zwanzig Jahre braucht, um einzunehmen.
Warum tritt Ayuso nicht zurück?
Weil es angesichts der vorliegenden Fakten keine Anklage gegen sie selbst gibt. Die Grundfrage – welche Verantwortung eine Regionalpräsidentin für die Geschäfte des Menschen hat, mit dem sie ihr Leben teilt – hat keine juristische, nur eine politische Antwort. Wer Erklärungen fordert, setzt das Zusammenleben mit einem Beschuldigten gleich mit Schuld; wer sie ablehnt, erinnert daran, dass das Gesetz selbst keine Verurteilung durch Assoziation erlaubt. Zwischen diesen beiden Extremen läuft die Steuerprüfung weiter, und jede neue Antwort entfacht dieselbe Flamme erneut.
Mit dem offenen Koldo-Fall und dieser laufenden Prüfung ist es vorhersehbar, dass sich beide Fronten monatelang gegenseitig nähren werden. Welcher der beiden Fälle schließlich bei den Wählern schwerer wiegt, ist heute reine Spekulation. Die einzige Gewissheit ist, dass der Maserati und die 140 galicischen Rechnungen wieder auftauchen werden, egal ob das Verfahren abgeschlossen wird oder nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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