Ayuso und der Verschleiß ihrer Führungsrolle in Madrid: die Debatte

Eine Forumdebatte über den politischen Verschleiß von Isabel Díaz Ayuso in Spanien: Kritik an ihrer Amtsführung, eine zersplitterte Linke und der Migrationsfaktor.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ayuso und der Verschleiß ihrer Führungsrolle in Madrid: die Debatte

Die Präsidentin der Comunidad de Madrid, Isabel Díaz Ayuso, sieht sich einem Szenario wachsenden politischen Verschleißes gegenüber, so eine Analyse, die unter Beobachern kursiert. Ein Teilnehmer vertritt die Auffassung, dass ihre Figur seit dem Moment an Bedeutung verloren hat, als sie «latin» wurde, also seit sie eine moderatere Haltung in Migrationsfragen eingenommen hat, die weder ihren harten Wählerkern noch ihre Kritiker zufriedenstellt. Die Paradoxie liegt auf der Hand: Wer einst als Geißel des Sanchismus gefeiert wurde, muss nun erleben, dass ein Teil ihrer Wählerschaft sie als Teil des Problems wahrnimmt.

Eine Führungsrolle, die nie recht Gestalt annimmt

Die am häufigsten geäußerte Diagnose ist die einer Politikerin ohne eigenes Projekt über den Machtverzicht hinaus. Sie wird als Politikerin beschrieben, die dazu neigt, das von ihr regierte Gebiet als ihren privaten Gutshof zu betrachten, den sie nach Belieben ausschlachten kann – ein Porträt, das, manchen Analysen zufolge, einen Großteil der aus dem Regime von 1978 hervorgegangenen politischen Klasse teilt. Die Kritik kommt nicht nur von links: Manche halten ihre Amtsführung für miserabel und ihre Rhetorik für die eines Siebenjährigen.

Die Wahlarithmetik widerspricht jedoch dem Verschleiß. Wenn das Beste, was der Gegner entgegenhalten kann, ein Kandidat mit dem Gesicht eines pädophilen Priesters ist – so eine der meist wiederholten Beschreibungen –, dann lautet die Schlussfolgerung, dass die Madrider Regierungschefin weitere vier Jahre regieren wird. Mehr noch: Die Zersplitterung der Linken – Podemos, Sumar, Más Madrid –, die gegeneinander um die eigenen Kandidaten kämpfen, verstärkt diesen Eindruck.

Der «Laquiero» als politisches Thermometer

Ein Teil der Analyse konzentriert sich auf die persönlichere und ästhetische Dimension der Präsidentin. Kommentare über ihre körperliche Attraktivität sind überreichlich vorhanden, Ausdrücke wie «Laquiero» werden bis zum Überdruss wiederholt. Manche halten sie für «sehr begehrenswert», andere scherzen, es sei ihnen «egal, bis einer von beiden stirbt». Diese Art von Kommentaren, die in anderen Kontexten Anekdote blieben, funktionieren hier als Thermometer einer Popularität, die über das Ideologische hinausgeht.

Die Kehrseite dieser Medaille ist die Wahrnehmung von Kühle oder Distanz. Sie wird als «frigide Breitbackige» mit großer Beliebtheit im spanischen Volk beschrieben, ein Urteil, das Ästhetik und Politik vermischt. Das Bild, das sie projiziert – zwischen dem Luxus ihrer Penthouse-Wohnungen und ihrem Privatleben –, nährt ebenso die Bewunderung wie die Ablehnung.

Eine Linke, die keine Alternative anbieten kann

Die härteste Analyse richtet sich gegen die Opposition. Es wird behauptet, dass Ayusos schärfste Kritiker sich mit obsessivem Eifer einer regionalen Angelegenheit in einem Fernsehsender widmen, der sich eigentlich um Themen kümmern sollte, die alle Spanier interessieren. Währenddessen, so diese Lesart, liege die politische und soziale Korruption nicht bei Ayuso, sondern bei anderen Akteuren und ihren Familien, über die kein einziges Wort verloren wird.

Die Schlussfolgerung dieser Analyse lautet, dass die Linke kurz davor steht, Spanien zu verlieren, weil sie sich auf Madrid konzentriert. Außerhalb Madrids spielt die Regionalpräsidentin keine Rolle, und dennoch nimmt sie einen unverhältnismäßig großen Raum in der medialen Agenda ein. Diese Anomalie, so die These, werde man künftig als beispiellosen Fall studieren.

Die Vorwürfe der Instrumentalisierung und der Migrationsfaktor

Eine andere Analyseströmung geht weiter und verortet Ayuso als Teil eines größeren Systems. Es wird argumentiert, sie sei eine weitere Agentin des Systems und eine Migrationsbefürworterin – ein Vorwurf, der in eine allgemeinere Theorie über Einwanderung eingebettet ist. Nach dieser Sichtweise werden uns die Herren so oder so ersetzen, und um die Schafherde zu täuschen, werden zwei Lager geschaffen: Die Linke liebt die Migranten, die Rechte liebt die «Latin». Der Verfasser dieser Zeilen vertritt die Ansicht, man müsse wählen, von wem man eliminiert werden will.

Diese Thesen, die durch keine Belege gestützt sind, kursieren in bestimmten Kreisen mit großer Kraft. Die Realität ist, dass die Comunidad de Madrid ein Gebiet mit einer eigenen Migrationspolitik gewesen ist und dass die Präsidentin nach Südamerika gereist ist, um Investitionen und Fachkräfte anzuziehen, nicht um Migranten ins Land zu holen. Die Verwechslung von Anziehen und Holen ist ein Symptom für den Lärm, der die Debatte umgibt.

Die Zukunft: Niederlage oder Abschreibung?

Die Frage, die über der gesamten Analyse schwebt, lautet, ob Ayuso erledigt und abgeschrieben ist oder ob sie im Gegenteil weiterhin die einzige Führungsfigur ist, die die Rechte in Madrid mobilisieren kann. Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass ihr Verschleiß real, aber nicht endgültig ist. Die Zersplitterung der Linken und das Fehlen einer klaren Alternative spielen ihr in die Hände.

Manche behaupten, ihr einziges Verdienst sei, die Zukunft zu erspüren und den Pionieren alles Mögliche zu stehlen – eine Beschreibung, die auch auf andere Wirtschafts- und Politiker zutrifft. Der Vergleich mit Bill Gates oder Mao Tsetung, bei allen Unterschieden, veranschaulicht, dass Mittelmäßigkeit dem Erfolg nicht im Wege steht. Die Frage ist, ob Ayuso diesen Erfolg in ein Projekt wird umwandeln können, das über ihre eigene Person hinausreicht.



Mit diesen Zutaten lautet die Schlussfolgerung: Die Madrider Regierungschefin bleibt ein Rätsel. Ihr Verschleiß ist in bestimmten Kreisen offensichtlich, doch ihre elektorale Widerstandsfähigkeit ist es nicht weniger. Ist sie wirklich abgeschrieben – oder wartet sie einfach auf ihren nächsten Zug?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (50 Antworten).

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