Äußeres Attraktivität sagt Materialismus nicht voraus: der Mythos fällt

Der Mythos, hübsche Frauen seien materialistischer, zerfällt: Wer mehr Optionen hat, ist oft weniger geldgierig, so die Analyse, die die…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Äußeres Attraktivität sagt Materialismus nicht voraus: der Mythos fällt
Attraktivität sagt Materialismus nicht voraus

Der Glaube, dass mehr weibliche Schönheit mehr Egoismus und Gewinnstreben bedeutet, ist einer jener Gemeinplätze, die bei Abendessen und in Foren wiederholt werden, ohne dass jemand einen einzigen Beleg beibringt. In einem ausgedehnten Meinungsaustausch haben mehrere Teilnehmer genau das Gegenteil behauptet: Die attraktivsten Frauen, die mehr Optionen haben und besser behandelt werden, neigen dazu, weniger interessiert an Geld zu sein, während die weniger Attraktiven selektivere Strategien entwickeln und oft größeren Groll hegen. Weit davon entfernt, die Sache zu klären, artete die Diskussion in eine Kette persönlicher Anekdoten, Theorien über den Partnermarkt und den einen oder anderen Ausrutscher aus.

Das Argument derjenigen mit mehr Optionen

Die am häufigsten wiederholte These folgt ökonomischer Logik: Wenn eine attraktive Frau über ein breites Spektrum an Verehrern verfügt, muss sie keinen einzelnen davon aussaugen. "Der Vorteil der Hübschen ist, dass sie meist mehr Auswahlmöglichkeiten und bessere Unterstützung hat als die Unattraktiven", fasst ein Teilnehmer zusammen. Ein anderer fügt hinzu, dass die Optionen von Erstliga-Fußballern bis zu Unternehmern oder Amtsträgern reichen, sodass jede davon akzeptabel ist und man nicht das Maximum aus einer einzigen herausholen muss. Die weniger Attraktiven dagegen, mit weniger Kandidaten, wären gezwungen, wählerischer zu sein und darauf zu achten, was jeder Verehrer bieten kann, was sie letztlich materialistischer und verbitterter machen würde.

Schönheit als Machtinstrument

Nicht jeder kauft diese Erzählung. Eine abweichende Stimme hält dagegen, dass Technologie und soziale Medien die Regeln verändert haben: "Physische Schönheit ist zu einem Machtinstrument geworden, wo sie früher ein Referenzinstrument war". Nach dieser Sichtweise ist die Kombination aus äußerer und innerer Schönheit zum Einhorn geworden, und Frauen, die nicht in sozialen Medien sind, würden nur deshalb fehlen, weil sie wissen, dass ihre Attraktivität ihnen eine Machtnische eröffnen würde, was wiederum ihr Inneres korrumpieren würde. Das ist die pessimistische Version: Der digitale Markt belohnt nicht die Tugend, sondern die Zurschaustellung.

Der Faktor, den niemand erwähnt: Testosteron und Ethik

Gegenüber denen, die über Schönheit und Geld debattieren, führt ein Teilnehmer eine unerwartete Variable ein: Die Reaktion von Frauen hängt weniger vom Aussehen des Mannes ab als von seinem Testosteron, seiner genetischen Qualität und seiner Ethik. Er behauptet, dieselbe Frau könne einen Mann verächtlich behandeln und bei einem anderen nervös werden, und dieser andere sei nicht unbedingt der Hübschere, sondern der, der Merkmale hoher Männlichkeit zur Schau stelle. An diesem Punkt entfernt sich die Diskussion vom Materialismus und begibt sich in Theorien über Anziehung, die zumindest zum Nachdenken anregen.

Der Fall der "Fast-Schönen"

Einer der differenziertesten Beiträge unterscheidet zwischen Kategorien. Verbitterte unattraktive Frauen wären ein Problem, doch schlimmer wären die Fast-Schönen: Frauen, die in ihrer besten Zeit Aufmerksamkeit erregt und die Süße des Erfolgs gekostet haben, ohne ihn zu festigen. Diese, so heißt es, seien die oberflächlichsten und materialistischsten, vor allem wenn sich die Zeit bemerkbar macht. Die Überlegung schließt an die Idee an, dass Attraktivität keine binäre Kategorie ist, sondern ein Kontinuum, in dem jede Position unterschiedliche Anreize erzeugt.

Die Ausnahme, die die Regel bestätigt

Es fehlt nicht an denen, die sich an wunderschöne und bescheidene Frauen erinnern, oder an unattraktive mit unerträglichem Charakter. Ein Teilnehmer erinnert sich an eine Frau, "brutal attraktiv und brutal bescheiden", die jung starb und nie einen Partner vorstellte, obwohl sie einige hatte. Ein anderer ironisiert darüber, dass in solchen Debatten immer die Partner der Diskutierenden ausgenommen werden: Alle sind hübsch, weiblich und gar nicht materialistisch. Die Schlussfolgerung, wenn es denn eine gibt, lautet, dass die Verallgemeinerung bequem, aber falsch ist, und dass physische Attraktivität allein nicht erlaubt, das sarracena Verhalten eines Menschen vorherzusagen.

Was, wenn das Problem nicht die Schönheit wäre, sondern die emotionale Erziehung dessen, der sie betrachtet?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (49 Antworten).

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