Ausgrenzung im Lehrerkollegium: Mobbing oder fehlende Sympathie?

Ein Lehrer beschreibt ein Jahr der Ausgrenzung unter 20 bis 25 Kollegen. Ohne Beleidigungen, aber mit offenen Fragen zur Abgrenzung von Mobbing.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ausgrenzung im Lehrerkollegium: Mobbing oder fehlende Sympathie?
Ausgrenzung im Kollegium von 20 bis 25 Lehrkräften – ohne Beleidigungen

Ein Sekundarschullehrer an einem ländlichen Institut (in Spanien) berichtet, dass er seit einem Jahr die Isolation durch seine Kollegen erträgt und bezweifelt, dies im nächsten Jahr noch durchhalten zu können. Sein detailliert geschilderter Fall hat eine Debatte ausgelöst, die bei Arbeitsmobbing beginnt und bei der Frage endet, ob das Opfer nicht einfach nur nicht akzeptieren kann, dass man keine Freundschaft mit ihm möchte.

Der Bericht ist konkret: Ein Zentrum mit 20 bis 25 Lehrkräften, eine Stelle über die Warteliste erhalten – vor dem Kandidaten, den das Kollegium bevorzugte – und eine feindselige Begrüßung vom ersten Tag an. Keine Hilfe bei Anfragen, keine Einladung zum Kaffee. Nur „Hallo“ und „Tschüss“. Er beschreibt eine geschlossene Gruppe mit Einfluss auf die Schulleitung und eine implizite Regel: Entweder bist du auf unserer Seite oder gegen uns.

Ausgrenzung als Methode: Keine Beleidigungen, keine Beweise, kein Ausweg

Schwierig nachzuweisendes Arbeitsmobbing hinterlässt oft keine sichtbaren Spuren. Es gibt keine Schreie, keine E-Mails, keine Drohungen. Es gibt einen Tisch, an den sich niemand setzt, einen Kaffee, zu dem niemand einlädt, und ein Lehrerzimmer, in dem Fragen ins Leere laufen. Betroffene beschreiben es als tägliche Erosion: Nichts Dramatisches, alles erschöpfend.

Das ist der Kern des Falls: Ein Beamter, der nicht gekündigt werden kann, weil er unbeliebt ist, und Kollegen, die nicht sanktioniert werden können, weil sie unfreundlich sind. Der Bericht fügt ein Detail hinzu, das Spekulationen nährt: 75 % des Kollegiums sind Frauen, und seiner Version zufolge wenden sie ihm gegenüber am konsequentesten das Schweigen an. Ein weiteres von ihm genanntes Detail: Wer Kontakt zum Neuen sucht, wird selbst geächtet. Und noch eines, das vielleicht alles erklärt: Die besetzte Stelle war eigentlich für einen erfahrenen Kollegen vorgesehen.

Ist es Arbeitsmobbing oder wollen sie einfach nicht befreundet sein?

Hier spaltet sich die Debatte. Einige argumentieren, dass das Beschriebene kein Mobbing sei: Wenn man ihn grüßt und nur vom Kaffee ausschließt, handle es sich um fehlende Sympathie, nicht um Verfolgung. Sie warnen auch vor einem unangenehmen Risiko: Das Beharren darauf, sich dort hinzusetzen, wo man unerwünscht ist, könnte das vermeintliche Opfer zum Störenfried machen.

Dem steht ein gewichtiges Gegenargument entgegen. Eine Arbeitsumgebung, in der schlecht über den Neuen geredet wird, ihm keine Hilfe gewährt wird und Veteranen bestimmen, mit wem man spricht, ist kein Sympathieproblem, sondern eine Machtstruktur. Der Schaden liegt nicht in der Beleidigung, sondern in der Einsamkeit und dem Gefühl, dass jeder Fehltritt ohne Netz resultiert.

Die Trennlinie im Bericht ist klar. Nicht zum Kaffee eingeladen zu werden: legal und unangenehm. In der Arbeit ignoriert, Informationen vorenthalten oder verleumdet zu werden: etwas anderes. Hier entscheiden, so mehrere Stimmen, dokumentierte Beständigkeit, nicht Empörung.

Was tun: Versetzung, Krankmeldung oder Durchhalten

Es gibt wenige Optionen, keine ist komfortabel. Erstens der administrative Weg: Sofortige Versetzungsanträge oder Bewerbungen über interne Ausschreibungen (concurso de traslados), während man bis dahin makellos und schriftlich fixiert arbeitet. Zweitens der gesundheitliche Weg: Krankmeldung wegen Angst oder Depression, bis sich eine Tür öffnet. Drittens Inspektion und Anzeige, was viele skeptisch sehen, da ohne Aufnahmen oder zeugenschaftsbereite Kollegen es Aussage gegen Aussage bleibt.

Gewicht erhält jedoch ein vierter, nicht protokollierter Weg: Unantastbare Professionalität. Nach Vorschrift arbeiten, alles dokumentieren, keine Gefälligkeiten. Suche keine Probleme, aber wenn sie dich suchen, sei gut vorbereitet. Dies ist die häufigste Empfehlung und die einzige, die nicht vom guten Willen anderer abhängt.

Erfahrungen anderer: Zwei Jahre bis zur Besserung

Zeugnisse ähnlicher Fälle zeigen ein Muster. Einer der detailliertesten betrifft eine Neueinstellung, bei der Gemurmel, versteckte Vergleiche und Versuche, freie Tage zu kürzen, Standard waren. Nur zwei Kolleginnen unterstützten offen. Das Ende kam von allein: Die Vertretungskräfte, die den harten Kern bildeten, verließen das Zentrum, und die Atmosphäre löste sich auf, ohne dass jemand sich entschuldigte.

Ein weiterer Fall in der Privatwirtschaft löste sich durch reine Fluktuation: Der Betroffene hielt ein Jahr durch, bis neue Leute kamen und er nicht mehr der Fremde war. Die implizite Sarracena ist unbequem: Manchmal ändert niemand seine Haltung, nur die Zusammensetzung.

Ein drittes Zeugnis nennt Zahlen: Fast zwei Jahre Durchhalten, psychologische Unterstützung, Schlaf, Sport und ein Vertrauensnetz außerhalb der Arbeit. Als es besser wurde, lag es nicht daran, dass andere einsahen, sondern daran, dass er ihre Zustimmung nicht mehr brauchte. Dies ist wahrscheinlich der einzige verfügbare Sieg.

Der wirksamste Rat: Erlaubnis nicht mehr erbitten

Die wiederholteste und nützlichste Idee hat nichts mit Gerichten oder Protokollen zu tun: Die Arbeit zahlt die Miete und das Essen. Nichts weiter. Im Kollegium eine Freundesgruppe zu suchen, verwechselt zwei Dinge, die nur zufällig zusammenfallen. Wer das tut, zahlt teuer, denn jede Geste der Anerkennungssuche stärkt die Position dessen, der sie verweigert.

In diesem Rahmen ordnet sich die Strategie von selbst. Laut und deutlich beim Betreten des Lehrerzimmers grüßen, auch wenn keiner antwortet. Den Arbeitstag erfüllen, ohne Validierung zu suchen. Das soziale Leben außerhalb der Schule gestalten. Energie für das Wesentliche reservieren: Dass Personalakte, Arbeit und Ergebnisse tadellos sind, falls jemand versucht, etwas dagegen zu verwenden.

Angesichts der berichteten Fälle ist die vernünftige Vorhersage, dass sich die Atmosphäre nicht aus freiem Willen ändern wird. Geschlossene Gruppen öffnen sich nicht durch Reflexion, sondern durch Pensionierungen, neue Mitarbeiter oder wenn die Zeit die Hierarchie auflöst. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Lehrer lange genug durchhält, um es von innen zu erleben, oder ob er wie andere feststellt, dass das beste Jahr seines Lebens begann, als er das Zentrum wechselte.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (319 Antworten).

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