Ausgrabungen am Ararat nach der Arche: „100 % sicher“

Die Ausgrabungen am Ararat zur Suche nach der Arche Noah haben begonnen: Die kreationistischen Initiatoren erklären sich „100 % sicher“ und sammeln gleichzeitig Spenden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ausgrabungen am Ararat nach der Arche: „100 % sicher“
Ausgrabungen am Ararat: 100 % sicher, 0 % Beweise

Auf der Durupinar-Formation am türkischen Berg Ararat ist bereits Baggerausrüstung im Einsatz, und die Initiatoren der Kampagne zögern nicht: Sie sind „100 % sicher“, dass sich unter diesem Hügel die Arche Noah befindet. Vorangetrieben wird das Projekt von US-amerikanischen kreationistischen Gruppen, die laut Berichten gleichzeitig Gelder sammeln. Die Verbindung aus Glaube, Bagger und Spende ist kein verstecktes Übel: Sie ist das Geschäftsmodell. Und vor Ort ist das Einzige, was bestätigt ist, dass jede Menge Erde bewegt wird, ohne dass bisher jemand erklärt hat, was überhaupt als gültiger Fund gilt.

Wer am Berg Ararat gräbt und wer es bezahlt

Die Durupinar-Formation ist keine neue Entdeckung. Sie ist seit Jahren bekannt und wurde bereits als widerlegt angesehen: Sie wurde mehrfach untersucht, und nie sind Überreste zum Vorschein gekommen, die die Behauptung stützen könnten, es handele sich um ein versteinertes Schiff. Das ist der unbequeme Ausgangspunkt für die Kampagne, die lieber von absoluter Gewissheit spricht als von Ergebnissen.

Hinter der Begeisterung steckt Geld, und das Muster wiederholt sich. Dieselben Initiatoren, die jetzt die Ausgrabung finanzieren, verkaufen Wasser, Reliquien und devotionalen Merchandising-Artikel. Der Verdacht, dass es nicht um den Untergrund geht, sondern um die Geldbörse der Gläubigen, zieht sich durch die Analyse, ohne dass es viel Hilfe bräuchte. Ein seriöses archäologisches Projekt veröffentlicht Methodik, Genehmigungen und Termine. Dieses veröffentlicht Slogans.

Das Bevölkerungsargument ist keine Mathematik

Die am häufigsten angeführte Verteidigung ist demographisch: Die Menschheit stammt von Sem, Ham und Japhet ab, und nur so gehen die Zahlen auf. Anders gesagt: Die Genesis wird als Axiom akzeptiert, und dann wird die Zahl so lange gedehnt, bis sie passt. Das hat einen Fachbegriff – Zirkelschluss – und ist keine Berechnung, sondern eine Schlussfolgerung, die sich als Datenpunkt verkleidet.

Dieses Argument scheitert dort, wo all diese Argumente meist scheitern: Die Fertilitätsrate ist ein freier Parameter. Ob man von 8, 8.000 oder 80.000 Individuen ausgeht, man gelangt mit der passenden Kurve gleichermaßen zu den heutigen 8 Milliarden. Nach diesem Kriterium passt auch jeder andere Ursprung. Dann tauchen der chromosomale Adam und die mitochondriale Eva auf, dargestellt, als wären es konkrete Herrschaften aus dem Jahr 4000 v. Chr. Sind sie nicht: Es sind statistische Rekonstruktionen von Abstammungslinien, ohne Datum und ohne Personalausweis.

Die Sintflut, die tatsächlich eine geologische Grundlage hat

Man sollte die Geschichte vom Spurenbefund trennen. Es gibt eine dokumentierte Katastrophe vor etwa 11.200 Jahren, die Jüngere Dryas, die mehrere Analysen mit dem Ursprung des Sintflutmythos in Verbindung bringen. Und es gibt ein jüngeres und sehr konkretes Ereignis: den Einbruch des Mittelmeerwassers ins Schwarze Meer, das zuvor ein Süßwassersee war, vor etwa 7.000 Jahren. Der Wasserspiegel stieg um rund 100 Meter, und unter diesen Gewässern wurden menschliche Siedlungen gefunden.

Hinzu kommt, dass die ursprüngliche Flut auf etwa 25.000–30.000 v. Chr. datiert wird, als die sich ausbreitenden Völker die Erinnerung an die Katastrophe in jeden Winkel des Planeten trugen. Die sumerische Gilgamesch-Erzählung berichtet davon vor der Genesis. Die Schlussfolgerung daraus ist nicht, dass die Bibel ein Geologiehandbuch ist, sondern dass hinter dem Mythos reale Ereignisse stehen, die niemand wörtlich nehmen muss.

Warum Holz auf dem Gipfel nicht versteinert

Bleibt das physikalische Problem, das keine Spende lösen kann. Holz versteinert nicht auf einem tausende Meter hohen Berggipfel; es mineralisiert in Sedimentbecken – Ufern von Seen, Sümpfen, Deltas, Mündungen –, wo das Relief flach ist und feine Materialien das organische Material begraben und isolieren. An einem erhöhten Hang herrschen diese Bedingungen nicht.

Und selbst wenn sie herrschten, bleibt die elementare Frage unbeantwortet: Ein Holzschiff kann sich nicht über Jahrtausende in diesem Zustand erhalten, während es auf eine Produktionsfirma wartet. An dieser Stelle stockt die Sache. Nicht am Glauben derjenigen, die glauben, sondern an der Arithmetik dessen, was man ausgraben kann und was nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (39 Antworten).

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