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Atomwaffen-Leugnung: 78 Jahre ohne neue Atombombe
Siebenundachtzig Jahre ohne dritten Atomschlag nähren Leugnungstheorien, die Atomwaffen mit der Corona-Erzählung vergleichen.
78 Jahre ohne weitere Bombe: Atomwaffen-Leugnung nimmt zu
Das letzte Mal, als jemand eine Atomwaffe gegen Zivilisten einsetzte, war im August 1945. Seitdem sind 78 Jahre vergangen, mehrere Mächte drohten mit ihrem Einsatz in der Ukraine, und keine hat den Knopf gedrückt. Das Fehlen eines dritten Ereignisses ist der Nährboden für eine sich ausbreitende These: Wenn die Bombe existiert, warum nutzt sie niemand, wenn es um das Überleben geht?
Die Parallele zur Pandemie taucht sofort auf. Wenn während Corona Millionen Menschen aufgrund einer Erzählung eingesperrt wurden, die viele nun anzweifeln, hätte dieselbe Maschinerie viel früher aufgebaut werden können. Von da an wird alles mit Misstrauen neu gelesen: Tests, Fotos, offizielle Zahlen. Der Schlüssel der These ist nicht physikalisch, sondern empirisch: Es fehlt ein Beweis, den jeder berühren kann.
Hiroshima und Nagasaki: weniger als 10 % der zivilen Todesopfer
Der einzige anerkannte Kriegseinsatz waren zwei Bomben in Japan 1945. In Hiroshima und Nagasaki starben etwa 120.000 Menschen. Die Zahl beeindruckt, bis man sie in Kontext setzt: Im gesamten Zweiten Weltkrieg starben über 1,2 Millionen Zivilisten. Die beiden Bomben wären weniger als 10 % der Gesamtzahl. Für Skeptiker entkräftet dieser Fakt die angebliche Einzigartigkeit der Waffe.
Daraus folgt das am häufigsten wiederholte Argument: Der Abwurf auf Hiroshima und Nagasaki musste nicht nuklear sein. Es hätte ein Flächenbombardement wie in Dresden sein können, mit demselben Ergebnis. Die kursierenden Bilder seien größtenteils gefälscht oder stammten von geschlossenen Tests, nicht von den beiden echten Explosionen, fügen sie hinzu.
Warum verlieren Atommächte Kriege, ohne die Bombe einzusetzen?
Atommächte haben Konflikte verloren, und keine eskalierte. Die Liste ist lang. In Vietnam verlor die USA etwa 10.000 Flugzeuge und Hubschrauber und warf mehr Bomben ab als auf allen Fronten des Zweiten Weltkriegs zusammen. China unterlag Vietnam 1979. Israel gewann 2006 im Libanon nicht. Niemand griff zur ultimativen Waffe.
Der meistzitierte Fall ist Israel 1973. Es wird behauptet, sie hätten den Krieg durch die Abtretung des Sinai verloren und innerhalb von zwei Wochen 30 % ihrer Luftwaffe eingebüßt. Die übliche Antwort – dass es eigentlich ein Sieg war, der gegen Anerkennung getauscht wurde – überzeugt diese Strömung nicht. Und das lebende Beispiel ist die Ukraine: Kiew, Sumy, Charkiw, Schlangeninsel, Cherson, Isjum-Kupjansk, Robotyne. Niederlage um Niederlage einer Armee, die alle paar Monate mit einem nuklearen Holocaust droht.
Mitte 2023 sendete Selenskyj fast live von einer Luftbasis mit der gesamten ukrainischen Führung, einschließlich Saluschnyj. Eine taktische Atomwaffe, so das Argument, hätte den Krieg mit weniger als hundert Toten beendet. Sie wurde nicht abgeworfen. Und der Westen, so heißt es, hätte keinen Finger gerührt: Über 50.000 ukrainische Zivilisten starben bei Angriffen, ohne proportionale Vergeltung.
Palomares, Cádiz und messbare Spuren
Gegen Zweifel ist die am häufigsten zitierte physische Beweiskette in Spanien. In Palomares stürzten Flugzeuge mit Plutonium-Bomben ab, die nicht detonierte; wer sich mit einem Geigerzähler nähert, findet Reste. 1947 erzeugte die Explosion des Marine-Magazins in Cádiz mit 200 Tonnen TNT eine Pilzwolke, sichtbar von der Bucht von Cádiz, Huelva und einigen Dörfern in Sevilla.
Es sind 0,2 Kilotonnen, hundertmal weniger als die japanischen Bomben. Hier liegt der Riss: Wenn 200 Tonnen konventioneller Sprengstoff eine Pilzwolke und Lärm erzeugen, welchen Beweis liefert dann die Form einer Wolke? Bezüglich der Gesundheitseffekte zeigen Nachfolgestudien an Hiroshima-Überlebenden und ihren Nachkommen keine genetischen Schäden. Das Material wird in beide Richtungen interpretiert.
Warum muss man eine nukleare Explosion live sehen?
Das Argument stützt sich auf eine technologische Intuition. Vor 50 Jahren brachte Intel seinen ersten Prozessor, den 4004, heraus. Heute sieht jeder HD-Videos auf dem Handy. Wenn die angewandte Physik so fortschreitet, sollte es irgendeinen zugänglichen Aufzeichnung einer Mikro-Nuklearexplosion geben. Stattdessen gibt es nur geschlossene und eingeschränkte Tests. Niemand braucht Physikkenntnisse, um einen Mixer zu benutzen, sagen sie: Er funktioniert, weil er funktioniert.
Der schwache Punkt der Analogie ist, dass theoretische und angewandte Physik verschiedene Dinge sind. Die Gleichung E=mc² erklärt die freigesetzte Energie einer Bombe, aber nicht, wie man sie baut. Und Einstein nahm, entgegen der landläufigen Meinung, nie am Manhattan-Projekt teil: 1940 verweigerte ihm die US-Militärnachrichtendienste die Sicherheitsfreigabe. Sein Name wurde irrtümlich mit der Waffe assoziiert.
Mit 78 Jahren, zwei zugeschriebenen Bomben und keiner Live-Aufnahme seit 1945 bleibt die Aktenlage beim selben Punkt. Wer eine dritte Explosion sehen will, wird sie nicht bekommen. Wer die Waffe verteidigt, hat in den letzten acht Jahrzehnten auch kein einziges Bild, das die Diskussion abschließt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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