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Asiens Reichtum schwindet: Japan verliert jährlich 500.000 Einwohner
Japan verliert jährlich 500.000 Einwohner, während in China 30 Millionen Männer ohne Partnerin sind. Die Geburtenraten sinken in den wohlhabendsten Volkswirtschaften Asiens.
Japan verliert jährlich 500.000 Einwohner und zieht halb Asien mit
Kann man zu den reichsten Volkswirtschaften der Welt gehören und gleichzeitig demografisch ausbluten, kaum bemerkt von der Öffentlichkeit? Japan beweist seit Jahren, dass es möglich ist: Die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen liegt bereits bei -500.000 pro Jahr, und die Zahl steigt weiter. Dahinter folgen Südkorea, Singapur und vor allem China, das nach der Ein-Kind-Politik besorgt auf seine eigene Bevölkerungsstruktur blickt. Im Hintergrund lauert eine unbequeme Vermutung: Je stärker Produktivität und Konsum priorisiert werden, desto weniger Lust – und Spielraum – besteht, Kinder großzuziehen.
Vergreisung senkt nicht nur die Geburtenrate, sie drückt auch den Konsum
Der ökonomische Blickwinkel ist unbequemer als er scheint. Die alternde Bevölkerung reduziert nicht nur die Geburtenzahlen: Sie zerstört die aggregierte Nachfrage, den Hauptmotor des Wachstums. Ein Land, das altert, konsumiert weniger, investiert weniger und muss seine Produktivität steigern, um eine umgekehrte Pyramide zu stützen, die niemand füllt. Rentner geben aggregiert wenig aus; Überschüsse im System finden keine Käufer und lagern sich ohne klares Ziel ab.
Manche glauben, das Gleichgewicht stelle sich von selbst ein, durch weniger Beitragszahler pro Rentner. Die kälteste Berechnung warnt jedoch vor dem Gegenteil: Diese vermeintliche «Übergangsphase» bedeutet in Wirklichkeit Jahrzehnte der Abwärtsanpassung. Es ist kein Problem der Wiegen, sondern der Kassen.
China: 30 Millionen Männer und Wohnungen für 12.000 Euro pro Quadratmeter
Der Fall China ist der drastischste. Die Ein-Kind-Politik hinterließ ein Ungleichgewicht von 30 Millionen Männern, die eine Partnerin suchen. Dieser Mangel verschärft den Wettbewerb um Ehefrauen und drückt die Erwartungen jener, die kein Vermögen haben. In Shanghai kostet der Quadratmeter rund 12.000 Euro, bei Löhnen unter dem spanischen Niveau und ohne europäische Hypothekenmodelle: Eltern finanzieren oft mit ihren Ersparnissen den Wohnungskauf ihrer Kinder. Das Ergebnis ist ein Immobilienmarkt, der sich selbst nährt.
Diese Mischung – wenige Geburten, ein Überhang junger Männer, prohibitiver Wohnraum – erklärt, warum sich halb China dem Mönchtum widmet, ohne es so zu nennen.
Warum bekommen reiche Länder keine Kinder mehr?
Die kurze Antwort: Weil sie es sich leisten können, keine zu bekommen. In wohlhabenden Gesellschaften sinkt die Geburtenrate, und der Wunsch, das Leben zu genießen, gewinnt an Boden. Dies geschah bereits im Rom des 1. Jahrhunderts, als Kaiser Augustus Dekrete erlassen musste, um Geburten zu fördern und primitive Verhütungsmittel zu bekämpfen. Die Geschichte wiederholt sich, mit mehr Technologie und schlechteren Renten.
Das Narrativ vom billigen Materialismus und sozialistischem Egoismus taucht in fast allen Gesprächen auf, koexistiert aber mit einem profaneren Faktor: Prekarität. In einem Land, wo eine Wohnung 350.000 Euro kostet, der tägliche Weg zwei Stunden frisst und das Gehalt kaum über 1.000 Euro liegt, gibt es kein Werte-, sondern ein Rechenproblem. Wer ein Familienprojekt nicht finanzieren kann, startet es nicht.
Hohe Wohnkosten machen die Entscheidung für Kinder prekär
Der Effekt ist kumulativ. Teure Hypotheken oder explodierende Mieten, Kettenverträge und steigende Nebenkosten lassen wenig Spielraum für ein Kind. Selbst jene, die sich entscheiden, stoßen auf ein System, in dem Hilfe spät und unzureichend kommt, wenn überhaupt.
Als Gegenbeispiel dienen Modelle expliziter Anreize, wie die steuerlichen und militärischen Vergünstigungen, die Israel bestimmten Gruppen gewährt, damit diese Kinder großziehen können. Die Lehre daraus ist einfach: Geburtenraten dekretiert man nicht, man finanziert sie.
Der Teil der Debatte, der mit der Bevölkerungserneuerung kollidiert
Eine Strömung argumentiert, das eigentliche Problem sei nicht der Rückgang der Geburten, sondern wer die Lücken danach füllt. Es wird behauptet, mehrere europäische Volkswirtschaften kompensierten ihren demografischen Einbruch durch Zuwanderung, was intensive gesellschaftliche Debatten über Identität und Zusammenhalt auslöst. Der Artikel validiert diesen Rahmen nicht: Er beschreibt ihn als bestehende Spannung, die Institutionen managen müssen.
Tatsächlich haben weder Japan, noch Korea oder Singapur diesen Weg gewählt, um ihre Alterung auszugleichen. Dort wird der demografische Rückgang als strukturell hingenommen, nicht als brachliegende Fläche zur Wiederbesiedlung.
Angesichts dieser Zahlen wäre es vernünftig, wenn sich die reichen Länder darauf konzentrierten, den Trend umzukehren. Seit Jahrzehnten entdecken sie, dass es teurer ist, für Kinder zu bezahlen, als gar keine zu haben. Die Demografie stellt immer Rechnung; die Frage ist nur, wer sie unterschreiben muss.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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