Apocalipsis Z: Vom Blog zur Amazon-Serie

Die Amazon-Prime-Adaption von Apocalipsis Z spaltet die Leser der Trilogie von Manel Loureiro wegen Änderungen und Auslassungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Apocalipsis Z: Vom Blog zur Amazon-Serie
Apocalipsis Z: Vom Blog zur Amazon-Serie

Die Adaption von Apocalipsis Z bei Amazon Prime hat bei den Anhängern der Original-Trilogie von Manel Loureiro überwiegend negative Reaktionen ausgelöst. Die Serie, basierend auf den zwischen 2008 und 2011 veröffentlichten drei Büchern, wird als Verrat am Originalmaterial wahrgenommen. „Es erinnert in nichts an das Buch, nur die Katze“, fasst ein wiederkehrender Kommentar zusammen. Die spanische Produktion, die ihr Debüt auf der Plattform feiert, hat das Publikum gespalten: zwischen denen, die das Genre verteidigen, und denen, die eine verpasste Chance sehen.

Was ist Apocalipsis Z und warum ist es wichtig?

Apocalipsis Z begann als Blog, den Manel Loureiro in seiner Freizeit schrieb. Die Geschichte folgt einem galizischen Anwalt, der eine Zombie-Pandemie überlebt, mit Elementen des Prepping und Überlebenskampfes. Der Erfolg des Blogs führte dazu, dass Dolmen 2008 das erste Buch veröffentlichte, das 2010 von Plaza & Janés neu aufgelegt wurde. Es folgten „Los días oscuros“ (2010) und „La ira de los justos“ (2011). Die Trilogie verkaufte sich hunderttausendfach und wurde im Genre zu einem Referenzwerk in Spanien.

Die kürzlich gestartete Amazon-Prime-Serie adaptiert die drei Bücher im Fernsehformat. Jedoch weisen Anhänger des Originals auf signifikante Änderungen hin: Das Weglassen der anfänglichen Pandemephase, der Austausch wichtiger Figuren und die Hinzufügung von Elementen, die im Text nicht vorkamen. „Sie haben den gesamten Anfang der Pandemie übersprungen, den der Blog sehr gut beschrieb“, kritisiert ein Leser. Die Produktion wurde von mehreren Zuschauern als „langsam“ und „substanzlos“ bezeichnet.

Änderungen, die Leser empören

Einer der umstrittensten Punkte ist die Modifikation der Figur Lucía. In den Büchern wird Lucía als 16-jähriges Mädchen beschrieben. In der Serie wurde die Rolle einer schwarzen Schauspielerin zugewiesen, was in einigen Kreisen Vorwürfe der „erzwungenen Inklusion“ und des „Proge“-Tums auslöste. „Das Proge daran ist, dass sie die Hautfarbe einer Protagonistin geändert haben“, bemerkt ein Kommentar, während ein anderer die Änderung relativiert: „Das scheint mir auch nicht das Schlimmste.“

Eine weitere bemerkenswerte Änderung ist die Einführung einer älteren Frau im Rollstuhl als Begleiterin des Protagonisten, anstelle des nervtötenden Nachbarn aus dem Roman. „Im Buch hatte er stattdessen einen nervtötenden Nachbarn. Sie haben nicht einmal das respektiert“, bedauert ein Anhänger. Auch die fehlende Entwicklung von Figuren wie Pritt wird kritisiert, der im Roman eine relevantere Rolle spielt. „Die null Entwicklung von Pritt als Charakter. Er bleibt kaum mehr als eine Nebenfigur“, beschwert sich ein anderer Nutzer.

Die Serie wurde auch beschuldigt, Schlüsselelemente der Handlung wegzulassen, wie die Erwähnung von Dagestan oder die Schiffs-Handlung. „Den gesamten Teil des Überlebenskampfs, den Schiffsteil und den Einbruch für das Teil im Kurier haben sie übersprungen“, kritisiert ein Zuschauer. Diese Auslassungen haben einige dazu gebracht, vorzuschlagen, dass die Adaption eine dreiteilige Serie hätte sein sollen, ein Buch pro Staffel, statt eines Films oder einer einzigen Staffel.

Ist Apocalipsis Z ein Plagiat von Alpha Dog?

Eine der schwerwiegendsten kursierenden Anschuldigungen ist, dass Apocalipsis Z ein Plagiat des „Alpha Dog Journal“ sei, eines Tagebuchs, das zuvor auf LiveJournal veröffentlicht wurde. „Das Buch ist ein Plagiat vom Alpha Dog Journal. Manel Loureiro ist ein Plagiator und ein Gauner, der es selbst bei offensichtlichen Beweisen nicht zugeben wird“, behauptet ein Kommentar. Argumentiert wird, dass Loureiros Blog kurz nach dem Alpha-Dog-Tagebuch begann und Ähnlichkeiten im Anfang teilt. Allerdings wurde diese Anschuldigung weder von unabhängigen Quellen überprüft noch bestätigt, und Loureiro hat sich dazu nicht geäußert.

Die Plagiatskontroverse verschärft die Kritik an der Qualität der Adaption. Einige Anhänger erinnern sich daran, den ursprünglichen Blog gelesen zu haben, und sind der Meinung, dass die Serie die Essenz der Geschichte nicht einfängt. „Ich habe es gelesen, als es noch ein Blog war. Und ich fand es fantastisch“, kommentiert ein Leser. Andere weisen darauf hin, dass der Serie die Spannung und die Entwicklung der Bücher fehlen und sie sich zu sehr auf Nebenelemente konzentriert.

Empfang der Serie bei Amazon Prime

Die Serie hat in Foren und sozialen Medien überwiegend negative Kritiken erhalten. „Ein Scheißfilm, sieht dem Buch gar nicht ähnlich“, fasst ein Kommentar zusammen. „Schrecklich ist untertrieben“, fügt ein anderer hinzu. Manche Zuschauer halten die Produktion für „langsam“ und „aktionsarm“ und meinen, sie könne kein Interesse wecken. „Der Film ist verbesserungswürdig (fehlt Substanz und Action, ist langsam)“, merkt ein Nutzer an.

Doch nicht alle Meinungen sind negativ. Einige verteidigen, dass die Serie unterhaltsam sei und, obwohl sie nicht buchgetreu ist, als Genreprodukt funktioniere. „Die Bücher waren gut“, kommentiert ein Anhänger. „Die Trilogie ist okay. Zombie-Filme sind alle gleich. Trotzdem schaue ich ihn mir an“, fügt ein anderer hinzu. Die gespaltene Meinung spiegelt die Schwierigkeit wider, ein von Fans geliebtes Werk zu adaptieren.

Die Serie wurde auch mit anderen Genreproduktionen verglichen, wie Max Brooks’ „World War Z“, das mit Brad Pitt verfilmt wurde. „Das Buch World War Z ist super, aber der Film ist infamer Müll“, kommentiert ein Nutzer und zieht eine Parallele zur Adaption von Apocalipsis Z. Die Verwechslung beider Werke war ein wiederkehrendes Thema in den Diskussionen.

Zukunft der Franchise

Trotz der Kritik spekulieren einige über die Möglichkeit einer zweiten Staffel. „Das lässt man normalerweise für den zweiten Film, wenn der erste erfolgreich war. In diesem Fall bezweifle ich stark, dass sie eine Fortsetzung machen, wer weiß schon; so ein Flop muss billig gewesen sein, vielleicht versuchen sie, doch noch eine Sequel rauszuhauen“, kommentiert ein Nutzer. Die wahrgenommene niedrige Qualität und das geringe Budget könnten eine Fortsetzung erleichtern, auch wenn die negative Resonanz dies unwahrscheinlich macht.

Die Amazon-Prime-Serie steht vor einer Herausforderung: die Fans der Original-Trilogie zufriedenzustellen, während neue Zuschauer gewonnen werden sollen. Bisher neigt sich die Waage zur Enttäuschung. „Eine verpasste Chance“, fasst ein Kommentar zusammen. „Es ist nicht das Schlechteste da draußen, aber auch nicht bahnbrechend“. Die Adaption von Apocalipsis Z reiht sich in die Liste der spanischen Produktionen ein, die geteilte Meinungen hervorgerufen haben, und ihr Vermächtnis hängt davon ab, ob sie ein Publikum jenseits der ursprünglichen Leser findet.



Wichtige Fakten:
  • Apocalipsis Z 1: El principio del fin (Dolmen, 2008; Plaza & Janés, 2010)
  • Apocalipsis Z 2: Los días oscuros (Plaza & Janés, 2010)
  • Apocalipsis Z 3: La ira de los justos (Plaza & Janés, 2011)
  • Die Serie adaptiert die drei Bücher bei Amazon Prime

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (106 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver