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Angst vor Kürzungen treibt Frühverrentung in Spanien
In Spanien führt die Angst vor Rentenkürzungen zu einem Anstieg der Frühverrentungen auf rund 31 % der neuen Anträge.
Frühverrentungen steigen wegen Angst vor Rentenkürzungen
Ein Arbeitnehmer mit 38,5 Beitragsjahren und gerade vollendeten 63 Jahren rechnet durch: Wenn er bis 65 durchhält, steigt die Rente etwas; wenn sich in dieser Zeit das Gesetz ändert, könnte er am Ende weniger bekommen. Diese Rechnung, die an Tausenden Küchentischen wiederholt wird, erklärt, warum Frühverrentungen zunehmen und bereits etwa 31 % der neuen Rentenbezüge ausmachen. Es ist kein Phänomen von Faulenzern oder Privilegierten: Es ist eine Flucht nach vorne von Menschen, die nicht darauf vertrauen, dass das System in zwei Jahren noch genauso funktioniert.
Was Vorruhestand wirklich ist – und was nicht
Es lohnt sich, den Wortschatz zu klären, da der Begriff oft leichtfertig verwendet wird. Der Vorruhestand als Rechtsfigur existiert nicht. Was es gibt, sind Regelaltersrente, Altersrente für besonders langjährig Versicherte (bzw. vorzeitige Altersrente) und private Vereinbarungen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern. Wenn ein Unternehmen jemanden in den "Vorruhestand" schickt, entlässt es ihn eigentlich – oder vereinbart einen Ausstieg – und ergänzt die Leistung, bis der Mitarbeiter das gesetzliche Alter erreicht. Manchmal geht der Arbeitnehmer auch arbeitslos, verbraucht das Arbeitslosengeld und zahlt während der Übergangszeit selbst Beiträge.
Die Berechnung der Abschläge entspricht auch nicht dem, was viele auswendig kennen. Die klassische "8 % pro Jahr Vorziehen" ist veraltet: Nun wird ein Faktor für jeden Monat des Vorziehens angewandt, abhängig vom Versicherungsverlauf. Mit 38,5 Jahren oder mehr liegt der Abschlag in einigen Fällen bei etwa 19 %; in anderen variiert der Prozentsatz. Wer die alte Regel zitiert, irrt.
Warum Menschen früher gehen und weniger verdienen
Die kurze Antwort ist Rechtsunsicherheit. Heute weiß man, dass man mit 67 Jahren und einigen Monaten mit einem bestimmten Prozentsatz in Rente geht; morgen vielleicht nicht. Manche vertreten die Ansicht, dass ein Spatz in der Hand besser ist als eine Taube auf dem Dach: Lieber eine etwas gekürzte Rente sichern, als sich einer Reform auszusetzen, die sie schlechter macht. Diese Angst ist nicht irrational. 2011 begann eine schrittweise Reform, die erst 2027 endet, und jede Phase hat das erforderliche Alter und die Beitragsjahre verlängert.
Das andere verbreitete Argument ist härter: Das Gefühl, dass das System nicht hält und wer spät ans Fenster kommt, nichts bekommt. Daher ziehen es Menschen mit langen Erwerbsbiografien, ordentlichen Gehältern und zwei Jahren Restlaufzeit vor, mit 63,5 oder 64 Jahren zu gehen, statt Risiken einzugehen. Die vollständige Berechnung mit den Monaten des Vorziehens, den Faktoren und den Beitragsjahren zeigt Unterschiede, die überraschen, wenn man nur auf das letzte Monatsgehalt schaut.
Daten, die Optimisten verwirren
Nicht alles ist Panik. Ein Teil der Analyse erinnert daran, dass eine zahlenmäßig größere Generation mit langen Beitragszeiten die absolute Zahl der Frühverrentungen erhöht, auch wenn sich die Einstellung nicht geändert hat. Um festzustellen, ob die Reform scheitert, müsste man freiwillige und unfreiwillige Frühverrentung trennen, die durchschnittlichen Monate des Vorziehens zählen und die Größe der Kohorten betrachten, die diese Altersgruppen erreichen. Ohne diese Aufschlüsselung sind die 31 % eine Schlagzeile, keine Diagnose.
Klar ist jedoch, dass die Diskussion aufgehört hat, technisch zu sein. Man spricht von Jeder ist sich selbst der Nächste, davon, weiterzumachen, solange der Körper hält, und dass die Nachkommenden nicht so gute Karten haben werden. Zwischen denen, die dafür plädieren, bis zum Schluss durchzuhalten, und denen, die lieber das wenige Sichern wollen, das verfügbar ist, besteht der einzige gemeinsame Punkt darin, dass niemand darauf vertraut, dass die heutigen Regeln morgen noch gelten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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