Angst vor Einsamkeit: Wiederholte Hochzeiten und 30.000-€-Kredite
Ein Mann starrt auf den Bildschirm seines Smartphones, ohne aufzublicken. Neben ihm spricht seine Partnerin, schweigt und spricht wieder. Sie streiten nicht. Seit langem hat er beschlossen, dass Stille – so unangenehm sie auch sein mag – billiger kommt als eine leere Wohnung. Die Szene ist banal, verdichtet aber genau die Frage, die über allen Antworten schwebt: Was hält jemand aus, nur um nicht allein zu sein?
Die gesammelten Antworten haben wenig Romantisches an sich. Es gibt Kredite in Höhe von 30.000 Euro, die einer Person gegeben wurden, die später sagte, sie bevorzuge es, «Freundin» zu sein, und keinen einzigen Cent zurückzahlte. Es gibt Männer, die drei Mal heiraten und jedes Mal am selben Punkt enden. Und es gibt ein Muster, das sich mit fast statistischer Beharrlichkeit wiederholt: Wer nicht allein leben kann, lebt oft mit denen zusammen, die ihm schaden.
Warum halten manche Beziehungen aus, die ihnen schaden?
Weil die Angst vor Einsamkeit wie ein stiller Klebstoff wirkt, der fester hält als Liebe und deutlich günstiger im Unterhalt ist. Die am häufigsten vertretene These besagt, dass viele Paare in ihrem Umfeld nicht auf Zuneigung basieren, sondern auf der Panik, niemanden neben sich zu haben.
Wer dies so formuliert, fügt oft einen unbequemen Aspekt hinzu: mangelnde Perspektive. Manche heiraten ihre erste Freundin und sind mit vierzig noch überzeugt, dass dies die einzig mögliche Beziehung ist, weil sie nie etwas anderes kennengelernt haben. Das ist kein Schicksal. Es fehlt der Vergleich. Und das Ergebnis ist allzu oft ein Zusammenleben, das aus Trägheit und aus Scham, den Fehler zuzugeben, aufrechterhalten wird.
Fälle: Schulden, die nicht zurückkommen, und Ketten-Ehen
Der häufigste Fall sieht aus wie eine Banküberweisung. Ein Mann nahm einen Kredit auf, um 30.000 Euro einer Frau mit drei Kindern zu geben. Sie dankte ihm für die Geste, teilte ihm mit, dass sie ihn als Freund schätze und vielleicht irgendwann mehr, und verschwand. Er besitzt immer noch ein Selfie, das sie gemeinsam gemacht haben.
Ein anderes, langsamer verlaufendes Muster ist die Rückfälligkeit. Ein Mann heiratete ohne Gütertrennung; die Lebensgemeinschaft endete mit gerichtlicher Intervention, danach heiratete er erneut eine deutlich jüngere Frau. Die zweite Ehe endete genauso. Vor dem dritten Versuch warnten ihn Bekannte vor dem Risiko. Er heiratete trotzdem.
Auch der klassische Seemann-Fall taucht auf: Ein Matrose, der monatelang auf See war, sieben Kinder hatte und angeblich mindestens zwei davon nicht von ihm waren. Bemerkenswert ist nicht die Untreue, sondern dass er es mutmaßlich ahnte und jahrelang nichts änderte.
Zu dieser Aufzählung kommt eine Variante, die weniger mit Liebe als mit Wirtschaft zu tun hat: Die Suche nach Partnern in Ländern mit niedrigerem Einkommen. Wer dies beschreibt, spricht von Ungleichgewicht und Menschen, die bereit sind, fast alles zu tun, um aus ihrer Situation herauszukommen.
Die wirtschaftliche Kalkulation: Gütertrennung und Kleingedrucktes
Wenn das Gespräch vom Gefühlswert zum Vermögenswert wechselt, taucht ein wiederkehrender Vorschlag auf: Gütertrennung und vorherige Beratung durch mehrere Anwälte vor der Unterschrift. Das ist keine Romantik, sondern Risikomanagement. Manche behaupten, der Ehevertrag sei das einzige relevante Dokument, das die meisten Menschen unterschreiben, ohne es zu lesen.
Die Rechnung ist nicht immer monetär. Ein Mann blieb jahrelang verheiratet, während seine Partnerin eine Affäre mit ihrem Chef hatte, Launen finanzierte und den Haushalt trug, bis schließlich sie die Scheidung beantragte. Ein anderer verließ eine begeisterte Partnerin, um zu seiner Ex-Freundin aus der Schulzeit zurückzukehren, die mit zwei Kindern und vielen Versprechen kam. Die vollständige Liste der Fälle – mit Zahlen, Fristen und Ausgängen – ergibt ein Inventar, das viel länger ist, als man gerne in einem Rutsch liest.
Alleinleben gilt weiterhin als negativ
Es gibt einen Faktor, der weder ökonomisch noch sentimental ist, sondern Status betrifft: Der Mann, der allein oder bei seinen Eltern lebt, wird wahrgenommen als jemand, der keine Stufe höher gestiegen ist. Eine Partnerschaft funktioniert wie ein sozialer Aufstieg, auch wenn das Gehalt gleich bleibt und das Zusammenleben zur Hölle wird.
Am anderen Extrem steht die gelernte Resignation. Ein Mann, dessen Partnerin verbale Pfeile auf ihn abschießt, während er den Blick nicht vom Handy nimmt, ist nicht abgelenkt: Er ist immunisiert. Er hat Frieden geschlossen mit der Idee, psychisches Leid gegen Gesellschaft einzutauschen, sei ein akzeptabler Deal.
Kann man lernen, allein zu sein?
Das ist die trennende Frage. Ein Lager behauptet, Alleinsein sei eine trainierbare Fähigkeit und ohne sie jede Beziehung hinken werde; das andere antwortet, dass anhaltende Einsamkeit zermürbt und der Markt ab einem gewissen Alter keine Gnade kennt. Dazwischen liegen jene, die sagen, sie würden nur wegen des Kinderwunsches heiraten und mit genug Geld nicht einmal dafür.
Was bleibt, wenn die Angst regiert
Die nüchternsten Analysen stimmen in einem Punkt überein: Das Problem ist nicht die konkrete Partnerschaft, sondern die Unfähigkeit, allein zu sein. Wer seine eigene Gesellschaft nicht aushält, wählt nicht, er akzeptiert. Und Akzeptieren hat einen Preis, den normalerweise derjenige zahlt, der am wenigsten Spielraum hat.
Es bleibt die Zahl, die den Kreis schließt. Der Kredit über 30.000 Euro ist weiterhin nicht zurückgezahlt. Das Selfie auch.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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