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Amazon Prime in Deutschland: Preiserhöhung um 80 Prozent
Der Preis für Amazon Prime steigt von 19,95 auf 36 Euro jährlich. Der kostenlose Versand ab 29 Euro bleibt auch ohne Abo bestehen.
Amazon Prime kostet jetzt 36 Euro: 80 % teurer bei gleichem Versand
Amazon Prime kostet nicht mehr 19,95 Euro pro Jahr. Bestandskunden behalten diesen Preis bis Oktober; danach wird jede Verlängerung zu 36 Euro abgeschlossen. Der Anstieg liegt bei rund 80% und wurde vom Unternehmen per E-Mail mitgeteilt. Unter den Kritikern der Maßnahme herrscht die Annahme vor, dass es keine Zwischenstufe gibt und man das schnelle Versandangebot nicht isoliert buchen kann. Was sich unter Kunden verbreitet hat, ist eine einfache Strategie: Die 19,95 Euro bis zur Frist nutzen und dann entscheiden.
Die Entscheidung ist nicht trivial. Der kostenlose Versand ab 29 Euro gilt sowohl mit als auch ohne Abo, sodass die Preiserhöhung auf Diensten basiert, die viele Käufer nach eigener Aussage nicht nutzen. Video, Musik und digitale Bücher gehören zum Angebot; das Argument gegen das Abo lautet, dass niemand diese Extras angefordert habe.
Was bietet Prime für 36 Euro und was verliert man bei Nichtverlängerung?
Für 36 Euro behält das Abo den schnellen Versand und das Multimedia-Angebot. Das Übliche bleibt unverändert: Jede Bestellung über 29 Euro wird kostenlos geliefert, auch ohne Prime. Wer große Einkäufe bündelt, zahlt weder mit noch ohne Abo Versandkosten, und wer kleine, häufige Bestellungen aufgibt, nutzt den Express-Versand am meisten aus. Dieses Profil spürt die Änderung besonders.
Beim Katalog gibt es ähnliche Beschwerden. Manche ärgern sich darüber, dass die Suche Titel anzeigt, die in ihrer Region nicht verfügbar sind, über neutrale spanische Untertitel (in DE-Kontext irrelevant, aber Originaltreue beachten) oder Dokumentationen, die nur im Originalton existieren. Aus dieser Sicht rechtfertigt nichts den fast doppelten Preis.
Verlängerung kündigen: Der Dienst läuft bis zum Zahlungsdatum weiter
Das Deaktivieren der automatischen Verlängerung schaltet den Zugriff nicht sofort ab: Der Dienst bleibt bis zum Tag erhalten, an dem die Verlängerung fällig gewesen wäre, und endet erst dann. Diese Warnung stammt von Nutzern, die dies bereits getan haben, und weist auf ein Detail hin: Der Prozess umfasst bis zu vier Bestätigungsbildschirme, und die Option wurde von „Automatische Verlängerung beenden“ in „Abo beenden“ umbenannt.
Sie argumentieren, dass die Umbenennung Angst vor einem vollständigen Verlust des Zugangs schüren soll. Das Gegenteil ist der Fall: Wenn die Absicht, den neuen Preis nicht zu zahlen, gemessen werden soll, ist die frühe Kündigung der einzige Weg, dies in den Statistiken des Unternehmens sichtbar zu machen. Und manche nutzen einen anderen Hebel: Testmonate, die bei Nichtverlängerung wieder auftauchen können.
Lohnt sich die Zahlung von 36 Euro im Jahr? Die Rechnung pro Bestellung
Für Vielbesteller mit niedrigen Warenkörben ja; für Wenigbesteller, die einkaufen bündeln, nein. Zwei Bestellungen über 29 Euro, die nach Ablauf des Abos getätigt wurden, kamen laut Erfahrungsberichten innerhalb derselben Frist und ohne Kosten an. Manche behaupten, dass Amazon bei intensiver Nutzung immer noch ein Schnäppchen sei; das Gegenargument geht von einem kleinen, sporadischen Warenkorb aus, wo die Gebühr jeden Einsparvorteil frisst und – nach Berichten einzelner Nutzer – Rücksendungen nicht immer kostenlos sind.
Die genaue Aufschlüsselung – Bestellungen pro Jahr, durchschnittlicher Betrag, vermiedene Versandkosten, Rücksendungen – ist der Punkt, an dem das Ergebnis kippt, und die geteilten Berechnungen führen mit denselben Zahlen zu gegensätzlichen Schlüssen.
Die Bleiber: Intensivnutzung und geteilte Konten
Es gibt Kunden, die ohne Zögern verlängert haben. Ihr Argument ist die Nutzung: Bei konstanten Bestellungen bleibt die Gebühr günstig, und die Lieferung an Abholstationen oder direkt am Arbeitsplatz löst das Problem der Abwesenheit zu Hause. Mehrere geben zu, dass ihr Abo tatsächlich dazu dient, dass Kollegen im Büro bestellungsfrei liefern lassen können, mit der festen Adresse am Arbeitsplatz. Manche haben bereits berechnet, dass sie wenige Cent pro fremder Bestellung verlangen werden, um die Kosten zu teilen.
In dieser Gruppe kursiert eine Warnung vor dem nächsten erwarteten Schritt der Plattform: Eine Begrenzung der Anzahl der Lieferadressen. Bislang ist dies eine Vorhersage, keine Tatsache.
Aliexpress, PcComponentes und die Buchhandlung um die Ecke
Die Preiserhöhung wird auch als Geschenk an die Konkurrenz gelesen. Manche kündigen den Wechsel zu Aliexpress wegen der Preise an, andere gehen davon aus, dass Plattformen wie PcComponentes oder El Corte Inglés (spanischer Einzelhändler) profitieren werden. Der kleinste und zugleich signifikanteste Fall: Bücher, die in der lokalen Buchhandlung bestellt statt online gekauft werden, jeweils einen Euro teurer, und das Gefühl, dass der Aufpreis vertretbar war.
Die häufigste Prognose – dass die Kündigungsrate hoch sein wird – stützt sich auf eine einfache Zahl: Fast alle, die gehen, geben an, die Zusatzdienste kaum genutzt zu haben. Es kursiert die gegenteilige These, dass die Kündigung eine saisonale Druckmittel-Strategie sei und die Mehrheit zurückkehren werde, wenn es passt. Mit den Verlängerungszahlen in der Hand wird sich zeigen, wer recht hatte; bis dahin sind alles nur Rechnungen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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