Wiederverwendung eines 10 Jahre alten PCs: Wenn alte Hardware mehr leistet als gedacht
Ein Tower mit einem AMD Athlon Mikroprozessor bei 1 GHz, 128 MB SDRAM @ 133 MHz und einer Radeon 7000 Grafikkarte kann wieder zum Leben erweckt werden, um im Web zu surfen, Dateien herunterzuladen und Filme in DVD-Qualität anzuschauen. Dies ist kein Marketingversprechen; es ist das Ergebnis der Rettung von Geräten, die sonst im Müll landen würden.
Der Schlüssel liegt nicht darin, was der Schrott gekostet hat, sondern wie viel Leistung noch aus ihm herauszuholen ist. Der Auslöser ist oft derselbe: Jemand wirft einen Computer weg, weil er „langsam“ läuft, obwohl er eigentlich nur unter staubigen Kühlkörpern oder aufgeblähten Betriebssystemen leidet.
Vom Müll zum Schreibtisch: Was gerettet werden kann und zu welchem Preis
Der archetypische Fall betrifft einen Athlon bei 1 GHz, dessen Speicher von 128 auf 512 MB aufgerüstet wurde, indem Module aus verlassenen Computern neben Müllcontainern geborgen wurden. Das CD-Laufwerk war defekt – beim Anschluss startete das System nicht – und wurde durch ein DVD-Laufwerk aus einem ungenutzten PC ersetzt. Zwei tote USB-Ports und fehlende Ethernet-Anschlüsse werden mit einem PCI-Controller und einer Netzwerkkarte behoben,
jeweils etwa 10 Euro Kosten.
Die Preisspanne zur Wiederbelebung einer Maschine ist im Vergleich zum Neukauf lächerlich gering: Manche bauen ein Hybrid-System aus vier gebrauchten Computern für
60 Euro zusammen und nutzen es zwei Jahre lang problemlos.
Welches Betriebssystem unterstützt einen alten Computer?
Hier beginnt der ewige Streit. Windows 98, 2000 oder ME haben Probleme mit Treibern und zunehmend schwerer verfügbarer Software, obwohl ein abgespecktes XP SP3 immer noch gut funktioniert: Ein Pentium 3 bei 733 MHz mit 320 MB bewältigt XP, Firefox und eine leichte Bicho mühelos, einschließlich Streaming und DivX.
Das System abspecken – Dienste und Spielereien deaktivieren – ist die halbe Miete. Auch gibt es Nutzer, die einen Pentium 4 bei 2,4 GHz mit einem Gigabyte SDRAM und einem abgebrochenen Prozessorstift behalten, bereit, den Chip auszutauschen, statt eine ganze Maschine zu kaufen.
Die andere Seite zeigt auf Linux. Leichte Distributionen wie Lubuntu oder Puppy Linux verbrauchen weniger RAM und dehnen die Hardware-Fähigkeiten aus. Die Hürde liegt in den Details: Flash, Sound und diese „dummen Fehler“, die in jeder Version auftauchen und jene entmutigen, die das Terminal nicht beherrschen.
Die versteckten Kosten: Watt, die durch das Kabel entweichen
Die Daten, die die Diskussion neu ordnen, betreffen den Stromverbrauch. Bestimmte Pentium 4 und Athlon sind echte Stromfresser und zudem laut, da die Lüfter auf Hochtouren laufen, um Wärme abzuleiten. Laut Messungen eines Nutzers bei gleicher Konfiguration laden die Zahlen zum Nachdenken ein, wenn das Gerät 24 Stunden eingeschaltet bleibt:
- Pentium 4 HT Prescott bei 3,6 GHz: 110 W im Leerlauf und 165 W bei Volllast.
- Pentium 4 HT Cedar Mill bei 3 GHz: 65 W im Leerlauf und 95 W bei Volllast.
- Pentium Dual Core E2140 bei 1,6 GHz: 50 W im Leerlauf und 70 W bei Volllast.
Manche argumentieren, dass ein moderner, effizienter Prozessor die Kosten schnell amortisiert, im Vergleich dazu, einen alten Stromfresser laufen zu lassen. Dagegen spricht, dass die Ausrüstung bereits bezahlt ist und ihr Austausch nicht immer ins Haushaltsbudget passt.
Der Flaschenhals: Hochauflösung und Flash
Surfen ist nicht dasselbe wie Video schauen. Flash-Player, h264-Codecs und seitliche Werbung verwandeln ein 480p-Video in eine Geduldsprobe, während die Wiedergabe einer heruntergeladenen .flv-Datei außerhalb des Browsers besser läuft. Es ist der Unterschied zwischen dem Durchspringen von Videos – der eigentliche Spaß – und dem Starren auf Ladebildschirme.
Die Lösungen bestehen darin, den Prozessor oder Arbeitsspeicher zu erweitern, sofern das Mainboard dies zulässt, oder eine Grafikkarte mit HD-Decodierung hinzuzufügen, um den Prozessor zu entlasten. Der Feinschliff: Die einfachsten Karten kosten immer noch
70 Euro, wobei manche hoffen, dass der Gebrauchtmarkt sie auf ein Viertel des Preises drückt. Als Labor-Kuriosität kursieren Videos von Menschen, die sogar Crysis und GTA IV auf einem Pentium 3 zum Laufen bringen, auch wenn dies eher Geek-Stolz als tägliche Nutzung widerspiegelt.
Aufrüsten oder Ersetzen: Die Grenzen des Mainboards
Ein Prozessor-Tausch lohnt sich nicht immer. Ein auf 266 MHz beschränkter FSB versperrt den Weg zu schnelleren Kernen, und der Wechsel von einem Palomino zu einem anderen desselben Typs bringt nichts. Spürbare Sprünge gelingen mit einem Athlon XP 3000+ Barton für etwa
18 Dollar oder einem 1 GB DDR400 Low-Density-Modul für
24 Dollar.
Die kalte Rechnung: Zwischen Prozessor, Speicher und Versand gehen fast 50 Euro für einen bescheidenen Upgrade-Sprung drauf. Die Alternative – Mainboard, Prozessor und Speicher wechseln und das Alte verkaufen – ist meist günstiger, erfordert aber eine Neuinstallation. Eine vollständige Aufstellung darüber, was sich lohnt und was nicht, hilft vor dem Griff in die Tasche.
Tricks und das Ende der geplanten Obsoleszenz
Die feinen Einsparungen liegen im Detail. Manche bauen sich ein
SSD aus einer Compact-Flash-Karte, andere reparieren Netzteile durch den Austausch von Schalttransistoren, die zwei Euro kosten, wenn man löten kann, und wieder andere greifen auf freie Reparaturanleitungen zurück, um nicht vom Kundendienst abhängig zu sein.
Gegen die weit verbreitete geplante Obsoleszenz lautet die Antwort Information: Listen von Linux-Distributionen für schwache Geräte, Unterstützung für alte Betriebssysteme und eine Kultur des Reparierens vor dem Wegwerfen.
Ein alter PC ist kein Müll; er ist Rohstoff für jeden, der ihn richtig zu betrachten weiß.
Wird diese Logik angesichts steigender Stromrechnungen durchsetzbar sein? Wahrscheinlich wird die Wiederverwendung bei Desktop-Towers weiter zunehmen, bei Laptops jedoch weniger, deren proprietäre Boards jedes Update erschweren. Dennoch hat die Verurteilung einer noch funktionierenden Maschine immer weniger Argumente.