Alkoholindustrie erwartet 50-prozentigen Einbruch des Konsums

Laut Roland Berger wird der weltweite Alkoholkonsum bis 2050 um 50 % sinken. Junge Abstinente und hohe Preise bedrohen die Branche.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Alkoholindustrie bereitet sich auf einen 50-prozentigen Einbruch des Konsums vor

Das Beratungsunternehmen Roland Berger hat quantifiziert, was viele bereits vermuten: Der globale Alkoholkonsum wird sich bis 2050 halbieren. Für Beobachter, die sehen, wie junge Menschen immer weniger trinken, Ältere ihren Konsum drosseln und das Nachtleben an Attraktivität verliert, ist diese Zahl keine Überraschung. Doch die Ursachen sind vielfältig und nicht einheitlich.

Preis, Gesundheit oder Armut: Was tötet die Theke?

Das wirtschaftliche Argument wiegt schwer: Ein Drink kann 14 Euro kosten, ein Cocktail entspricht preislich einem Videospiel von vor vier Jahren. Angesichts der Inflation und der prekären Lage vieler junger Menschen entscheiden sich viele für den Abend zu Hause mit der Konsole. Aber es geht nicht nur ums Geld. Das Bewusstsein für die gesundheitlichen Auswirkungen von Alkohol ist gestiegen: Immer mehr Menschen betrachten ihn als „Gift“ und engagieren sich im Fitnessbereich. Die jahrzehntelang normalisierte Alkoholabhängigkeit wird zunehmend als Problem erkannt. Manche weisen darauf hin, dass Über-50-Jährige ihr Kontingent bereits ausgeschöpft haben und nun reduzieren, während sich Jüngere für Energy Drinks wie Monster entscheiden.

Der Premium-Irrtum

Große Marken versuchen, den Rückgang beim Volumen durch Preiserhöhungen und Premium-Produkte auszugleichen. Doch der Verbraucher wird rationaler: Flaschen Cointreau für 20 Euro oder Tequila-Markenware sind die Alternativen. Der CEO von Diageo dürfte beispielsweise besorgt auf die Bilanzen blicken. Die Strategie, treue Kunden stärker zur Kasse zu bitten, mag kurzfristig funktionieren, stoppt aber nicht den strukturellen Trend.

Adieu zur Trinkkultur?

Die Sozialisation verändert sich: Weniger Partynächte, mehr Videospiele, mehr Angst vor Unsicherheit auf der Straße. Selbst Befürworter des moderaten Konsums geben zu, drastisch reduziert zu haben. Die offene Frage lautet: Wenn Alkohol dem Weg des Tabaks folgt, werden wir sehen, wie Bars schließen, so schnell wie Zigaretten erlöschen? Oder gelingt es der Industrie, sich neu zu erfinden, bevor die Flasche halbleer ist?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (214 Antworten).

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