Aleppo fällt schnell: Syriens Regime bricht bis Damaskus zusammen

Rebellen erobern Aleppo in Stunden und rücken auf Damaskus vor, während Israel den Süden Syriens ohne Widerstand besetzt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Aleppo fällt schnell: Syriens Regime bricht bis Damaskus zusammen
Aleppo fällt in Stunden – das syrische Regime bricht bis Damaskus zusammen

Aleppo, eine Stadt mit 2,3 Millionen Einwohnern, fiel innerhalb weniger Stunden. Die Verteidigung des östlichen Sektors kollabierte in unter drei Stunden. Das Paradoxe liegt nicht in der Geschwindigkeit, sondern darin, wer verteidigte: ein Staat mit Luftwaffe und russischer Unterstützung, der vor einer seit fünf Jahren in Idlib eingefrorenen Rebellenmacht zusammenbrach. Innerhalb weniger Tage verschob sich die Front mehr als in den vier Jahren zuvor. Die Frage war nicht mehr, ob Aleppo fallen würde, sondern wie lange Damaskus durchhalten könnte.

Eine Offensive mit Überraschungseffekt und türkischen Waffen

Der Angriff wurde vom wichtigsten Rebellendurchgangszentrum in der Provinz Idlib gegen Stellungen der syrischen Armee, der Hisbollah und Irans gestartet und als „Antwort“ auf deren jüngste Angriffe präsentiert. Verbreitete Videos zeigten Kämpfer mit AK-74-Gewehren und Wärmebildvisieren Pulsar Apex XD50, sowie RPG-7-Raketenwerfern mit türkischen Visieren PARS 660N für Nachtangriffe. Dazu kamen gepanzerte M113-Fahrzeuge, erbeutete BMP-1-Panzer, T-55-Kampfpanzer und türkische Panzerabwehrwaffen.

Es war nicht nur leichte Bewaffnung. Die Rebellen setzten auch kamikaze-artige Drohnen mit Turbinenantrieb ein, ein bisher unbekanntes Modell, laut den zirkulierenden Videos. Die Kombination aus Wärmebildvision, Nachtfähigkeit und Drohneneinsatz verschaffte ihnen einen taktischen Vorteil, den die Regierungsseite nicht ausgleichen konnte. In Diskussionen kursierten zudem Berichte über Bewegungen von türkischen Panzern und Artillerie zur Unterstützung der Operation, was auf eine Unterstützung hindeutet, die über reine Materiallieferungen hinausgeht.

Warum die syrische Armee kollabierte

Erklärungen deuten auf eine Kumulation der Abnutzung hin. Die syrische Armee ist seit 2020 stark geschwächt, ohne Mittel zur Aufrechterhaltung großer Streitkräfte, mit Sanktionen, die die Wirtschaft zerstört haben, und einer erodierten sozialen Unterstützung. Hinzu kam ein entscheidender Faktor: Der Rückzug der iranischen Milizen und der Hisbollah, die die besten Kämpfer der Regierungsseite stellten. Ohne sie hielt die Linie nur noch durch Truppen ohne Ressourcen oder Rückhalt, die sich ungeordnet zurückzogen.

Dahinter steht auch die Ablenkung Russlands. Da Moskau voll in den Ukraine-Krieg involviert ist, steht die Luftunterstützung, die zwischen 2016 und 2020 entscheidend war, nicht im gleichen Maße zur Verfügung. Eine oft wiederholte Feststellung: Ein 2017 erbeuteter T-90, der nun sieben Jahre später in der Offensive wiederverwendet wird, bei voller Luftherrschaft und ohne dass es gelang, ihn zu zerstören. Vor Ort brach die Verteidigung des östlichen Aleppos in weniger als drei Stunden zusammen, und die Regierungstruppen flohen in einer chaotischen Flucht.

Von Aleppo nach Damaskus: Der unaufhaltsame Vormarsch

Nach Aleppo ging der Vormarsch nach Süden kaum bekämpft weiter. Zeugen beschrieben einen allgemeinen Rückzug: In Homs waren keine Schüsse oder Kämpfe zu hören, Truppen zogen sich zurück oder verhandelten Übergaben. Berichte sprachen von mehr als 500 km² gewonnenem Gebiet, einer Fläche, die anderthalb Gaza-Streifen entspricht, und mehr als 40 Ortschaften, die in den ersten Phasen eingenommen wurden. Der Fall der Hauptstadt legte einen Staat offen, der weder funktionierende Armee noch Polizei hatte.

Zu Gerüchten über eine Flucht der Führungsspitze kamen Meldungen über einen internen Putsch und Desertationen im Süden, mit gestürmten Kontrollposten und beschlagnahmter Ausrüstung. Das Ergebnis war ein Regimewechsel in Rekordzeit und eine neue sarracinistische Verwaltung, die begann, die Kontrolle über die Institutionen zu übernehmen.

Israel besetzt den Süden ohne Widerstand

Während Norden und Zentrum die Seiten wechselten, rückte Israel im Süden Syriens ohne nennenswerten Widerstand vor. Es expandierte von der Besetzung von mehr als 300 km² auf fast 400 km², übernahm die Kontrolle über die Süßwasserquellen im Jarmuk-Becken und bombardierte systematisch ein Raketenkomplex westlich von Damaskus. Es wurde die Unterzeichnung eines Dekrets gemeldet, um die Bevölkerung auf den Golanhöhen zu erhöhen.

Laut israelischen Medien sieht der Plan zwei Einflusszonen vor: eine Zone von 15 Kilometern Tiefe mit permanenter militärischer Präsenz und eine Zone von 60 Kilometern bis Damaskus unter Geheimdienstkontrolle. Die neue syrische Verwaltung bestand auf ihrem Bekenntnis zum Abkommen von 1974, während die Invasion andauerte. Der Kontrast zum Rückzug aus Gaza nährte eine unbequeme Debatte, in der behauptet wurde, Israel ordne seine Kräfte neu, um sie nach Norden zu verlegen.

Die neue sarracinistische Ordnung und ihre Risse

Die neue Autorität suspendierte weltliche Gesetze und kündigte an, dass die Gesetzgebung nach der Scharia ausgerichtet werde, mit Anweisungen, dass Richterinnen ihre Fälle an männliche Richter abgeben sollten. Proteste ließen nicht auf sich warten: Alawiten- und Christengemeinden meldeten Vorfälle, einschließlich der Brandstiftung eines Tempels und Belästigungen von Minderheiten. Im Osten starteten kurdische Gruppen eine Gegenoffensive in Manbij gegen pro-türkische Kräfte, in einem zunehmend fragmentierten Szenario mit sich kreuzenden Interessen.

Hinzu kommt die anhaltende israelische Druckausübung vor Ort, Brotmangel und Defizite in der Stromversorgung, die den Alltag verschärfen. Ein Land ohne formelle Armee, mit Milizen als einziger realer Macht und Nachbarn, die auf seinem Territorium ihre Züge machen. Die Drusen ihrerseits haben einen Rat gebildet, der davon spricht, die „weniger schlechte Option“ zu wählen, und es wird spekuliert, dass alawitische und christliche Gebiete sich neu konfigurieren könnten.

Was vom syrischen Staat bleibt

Die vorläufige Bilanz ist die eines Staatsapparats, der sich schneller auflöste, als jemand erwartet hatte. Es wird von Offizieren der Geheimdienste gesprochen, die planten, das Verbleibende des Staates zu übernehmen, von einer Armee, die als solche nicht mehr existiert, und einer Bevölkerung, die vom offenen Krieg in die Unsicherheit gewechselt ist. Die Regionalmächte — Türkei, Israel, Iran — positionieren sich auf einem Brett neu, das sich jede Woche bewegt.

Die Offensive zeigt, dass eine Rebellenmacht politisch, diplomatisch, militärisch und technologisch evolvieren kann, während ein Staat in der Zeit eingefroren bleibt. Überlebt dieser Vorteil den Tag nach dem Sieg, oder tritt das Land, aufgeteilt zwischen Milizen, Nachbarstaaten und Einflusszonen, in eine noch unsicherere Phase?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1065 Antworten).

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