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Al-Andalus: Invasion oder Koexistenz? Diese Tatsache zerstört den Mythos
Der erste Kalif von Córdoba war rothaarig und hellhäutig. Ein Detail, das die Debatte darüber befeuert, was Al-Andalus im mittelalterlichen Spanien wirklich war.
Al-Andalus: Invasion oder Koexistenz? Diese Tatsache zerstört den Mythos
Abd ar-Rahman III., der erste Kalif von Córdoba, hatte drei navarresische Großeltern und nur einen arabischen. Er war rothaarig, blaäugig und sehr hellhäutig. Seine Mutter war eine baskische christliche Konkubine. Diese Tatsache, die aus der Genealogie der Umayyaden stammt, zerstört die simplifizierende Vorstellung einer rein arabischen Invasion. Die Iberische Halbinsel war vor 711 kein leeres Land: Sie war Hispania, eine römische Provinz mit Jahrhunderten der Geschichte. Die Ankunft der Muslime fügt sich in einen Zyklus von Invasionen ein, zu dem auch Vandalen und Westgoten gehörten; es war keine romantische Eroberung, sondern ein Austausch der Eliten.
Die Propagandamaschinerie von Al-Andalus
Die offizielle Erzählung stellt Al-Andalus oft als goldenes Zeitalter multikultureller Koexistenz dar. Die Analyse der Primärquellen deutet jedoch darauf hin, dass die Mehrheit der Bevölkerung hispano-römisch und westgotisch blieb und sich eher aus fiskalischem Pragmatismus bekehrte als aus Überzeugung. Die arabischen Eliten waren eine Minderheit; der Kalif selbst war phänotypisch europäisch. Der Widerstand war nicht einhellig: Es gab Pakte und Unterwerfungen, aber auch eine kulturelle Kontinuität, auf die sich die christlichen Königreiche später berufen sollten.
Der Geburtstag Spaniens
Manche verorten den Ursprung Spaniens als politische Einheit in den Pakten zwischen Westgoten und Hispano-Römern im Jahr 486, lange vor den Katholischen Königen. Aus dieser Sicht war die Reconquista (die christliche Rückeroberung der Halbinsel) keine Schöpfung, sondern eine Wiederherstellung einer bestehenden Einheit. Portugal blieb ausgeschlossen, sodass die Wiedervereinigung der Halbinsel nie vollendet wurde. Die Debatte über Al-Andalus ist im Kern eine Debatte über die spanische Identität: Sind wir Erben Roms oder des Kalifats?
Mit diesen Fakten bleibt die Frage offen: Wenn der erste Kalif fast Europäer war, welchen Sinn hat es dann, von einer reinen Invasion zu sprechen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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