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Ainhoa Arteta und die 51 Jahre, die sie vom Franquismus trennen
Arteta ist 61, Franco starb vor 51 Jahren: Diese Rechnung entfacht in Spanien die Debatte über die historische Erinnerung neu – nach dem Diebstahl im Parkhaus Okendo in San Sebastián.
Arteta, der Okendo-Diebstahl und die Arithmetik des Franquismus
Wie viele Jahre muss man unter einer Diktatur gelebt haben, um sagen zu können, dass man unter ihr gelitten hat? Diese Frage beschäftigt Ainhoa Arteta seit Tagen, seit die Sopranistin öffentlich den Überfall auf ihr Fahrzeug im gebührenpflichtigen Parkhaus an der Okendo-Straße in San Sebastián angezeigt und den Diebstahl einer Handtasche mit zahlreichen persönlichen Dokumenten gemeldet hatte. Dem Vorfall fügte sie einen Satz hinzu, der eine wiederkehrende Debatte neu entfacht hat: «Ich habe die revolutionäre Steuer erlitten und mich geweigert, in Steueroasen zu gehen». Und in die öffentliche Diskussion schlich sich, wie könnte es anders sein, der Franquismus. Eine einzige Subtraktion genügt, um den Zünder zu legen.
Die Rechnung, die niemand bestreitet
Franco starb 1975. Wir schreiben 2026. Das sind 51 Jahre. Arteta ist 61. Als der Diktator starb, war sie zehn. Die Rechnung, von einer fast beleidigenden Einfachheit, ist die, die am meisten unbequem ist: Wer heute beansprucht, unter der Diktatur gelitten zu haben, war im Pausenhofalter, als die Lehrerin die Nachricht im Unterricht verkündete. Das Argument ist nicht neu, aber jedes Mal, wenn eine öffentliche Figur dieser Generation das Register der historischen Erinnerung streift, kommt derselbe Rechenschieber wieder zum Vorschein. Und er versagt nie.
Manche ziehen eine direkte Linie zwischen dem Wunsch, keine Steuern in Steueroasen zu zahlen, und der erlittenen Erpressung durch die ETA. Andere entgegnen, dass es etwas anderes sei, dem Druck einer bewaffneten Gruppe zu widerstehen, und etwas ganz anderes, sich mit kaum einem Zehntel der Diktatur im Rücken als Opfer des Franquismus zu feiern.
Der ausgestreckte Arm und die Erinnerung an die Grundschule
Die zweite Front ist die Schule. Ein Lager behauptet, in den letzten Jahren des Franquismus seien die Schüler noch mit ausgestrecktem Arm drillt worden und haben Cara al Sol gesungen. Ein anderes, mit demselben Alter im Gepäck, bestreitet das rundweg und beschreibt etwas anderes: die Reihe mit der Hand auf der Schulter des Vordermanns, ein Manöver zum Ausrichten, kein Gruß. Ein dritter Bericht verortet diesen Drill mitten in der Demokratie, im Schuljahr 1979/80, als das Bildungswesen noch nicht an die autonomen Regionen Spaniens übertragen worden war. Die Schlussfolgerung lautet nicht, dass die einen lügen: Die Schule des Franquismus war ein Mosaik, abhängig von der jeweiligen Lehrkraft, von der Schule – staatlich oder in Priestershand – und davon, ob der Ort eine Hauptstadt war oder ein vergessenes Dorf.
Vom Parkhaus zur vollständigen Liste der Beschwerden
Wie fast immer war der Diebstahl nur der Auslöser. Innerhalb weniger Stunden hatte die Angelegenheit alles andere aufgesogen: Artetas Rückendeckung für Plácido Domingo, als der Tenor im Zentrum des Sturms stand, die angeblichen Folgen der Impfung – eine Behauptung, die ohne jede Überprüfung kursiert – und, wie könnte es anders sein, die Einwanderung. Manche versuchen, einen Parkhausdiebstahl auf das Terrain der Herkunft der Täter zu verlagern, ohne einen einzigen Beleg dafür.
Und dann ist da noch die Gleichung, die auf der anderen Seite knirscht. Das, was Arteta widerfuhr, eine «revolutionäre Steuer» zu nennen, hat ein historisches Problem: Jahrzehntelang bezeichnete dieses Euphemismus die Erpressung, mit der die ETA ihre Maschinerie finanzierte – eine Erpressung, die nicht immer bei einer gestohlenen Handtasche blieb. Das eine mit dem anderen gleichzusetzen erfordert, gelinde gesagt, eine bemerkenswerte Dehnungsübung.
Am Ende steht also Folgendes: Eine Sopranistin zeigt einen Diebstahl in einem Parkhaus an, und am Ende erörtern wir, ob sie zehn oder neun Jahre alt war, als Franco starb, und ob der ausgestreckte Arm ihrer Lehrerin auf Hitler deutete oder nur eine gerade Reihe bezweckte. Der Dieb von Okendo hat, ohne es zu wollen, aus einem Einbruch ein Seminar über die Pädagogik von 1965 gemacht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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