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Afrikanische Migranten sprechen Katalanisch, Lateinamerikaner nicht
In Vic sprechen junge Afrikaner Katalanisch als Muttersprache, während lateinamerikanische Zuwanderer die Sprache kaum erlernen.
Katalanisch in Vic: Wer keine andere gemeinsame Sprache hat, lernt es
Ein Teilnehmer der Diskussion behauptet, dass unter den Migranten aus Nordafrika viele Zwanzigjährige sind, die Katalanisch auf muttersprachlichem Niveau sprechen, während dies bei Zuwanderern aus Südamerika praktisch niemand tut. Diese Beobachtung wird für weite Teile des katalanischen Hinterlands als wiederkehrend dargestellt. Die angeführte Erklärung ist nicht kultureller, sondern ökonomischer Natur.
Wer aus Marokko oder Subsahara-Afrika kommt, spricht Sprachen, die im Alltag hier nicht helfen. Er muss eine neue lernen und nimmt die des Umfelds. Wer aus Venezuela oder der Dominikanischen Republik kommt, steht nicht vor dieser Hürde: Spanisch funktioniert bereits, und eine zweite Sprache bringt keinen sichtbaren Nutzen. Das Ergebnis, so heißt es, zeigt sich auf der Straße. Die wiederkehrende Lesart lautet: Es ist kein nationaler Enthusiasmus, sondern Zweckmäßigkeit.
Warum einige Katalanisch lernen und andere nicht
Die im Forum zirkulierende Logik ist einfach. Für einen Sprecher einer hier unverstandenen Sprache sind Katalanisch und Spanisch gleichermaßen fremd; das Erste zu wählen bedeutet, die Sprache des unmittelbaren Umfelds zu wählen. Für einen spanischen Muttersprachler hingegen ist die Zweitsprache ein reiner Kostenfaktor.
Man lernt, so die Argumentation, wenn es einen Anreiz gibt. Und dieser Anreiz wird als diffus beschrieben. Daher die Asymmetrie, die in vielen Teilen Kataloniens festgestellt wird. Es geht nicht darum, dass einige sich stärker integrieren wollen: Einige müssen es tun, während andere keine Sprachbarriere überwinden müssen, um verstanden zu werden.
Die Diskussion selbst liefert den Beweis. Afrikanische Migranten kommen, so das Argument, von Sprachen her, die hier niemand versteht, und lernen daher durch reine Immersion; Venezolaner und Dominikaner sprechen bereits eine verständliche Sprache und haben daher keine Notwendigkeit, eine weitere zu lernen. Die Schlussfolgerung ist nüchtern: Eine Sprache lernt man dort, wo sie der einzige Ausweg ist.
Der umstrittene Nutzen des Katalanischen
Komplex wird es, wenn Geld ins Spiel kommt. Manche vertreten die Ansicht, dass Katalanisch mit seinen sechs Millionen Sprechern keine Türen öffnet, die nicht schon Spanisch öffnet, und dass Englisch pro Lernstunde mehr Rendite bringt. Diese Rechnung hat ihre Logik in einem globalen Markt: Spanisch ist nach Chinesisch die zweitgrößte Muttersprache und die viertgrößte Gesamtsprache der Welt. Mit diesen Zahlen wirkt die Frage, warum man Katalanisch lernen sollte, berechtigt.
Diese Rechnung scheitert jedoch – wie im Forum entgegnet wird – am lokalen Arbeitsmarkt. Wer kein Katalanisch spricht, bleibt von Teilen des Arbeitsmarktes ausgeschlossen, auch wenn er Englisch kann.
Im Forum gibt es keine offiziellen Daten. Alles Beschriebene sind Eindrücke der Diskutierenden.
Das Katalanisch-Modul in der Berufsausbildung
Die Einführung von Katalanisch in der Berufsausbildung (Formación Profesional) hat die Debatte neu entfacht. Wer eine mittlere Ausbildung in Elektrotechnik beginnt, findet Unterricht auf Katalanisch vor sowie ein spezielles Katalanisch-Modul, wie ein Teilnehmer berichtet. Manche sehen dies als Unsinn, der Zeit für die technische Ausbildung kostet und die Beschäftigungsfähigkeit beeinträchtigt. Die Diskussion liefert keine Daten zur Klärung.
Das Modul ist ein Kostenfaktor für jene, die bereits Spanisch beherrschen, und ein Shortcut für jene, die weder Spanisch noch Katalanisch sprechen. Wieder dieselbe Anreizlogik, nun im Klassenzimmer der FP.
Von Vic nach Salt: Die ungleiche Karte
Das Phänomen verteilt sich nicht gleichmäßig. In Vic, Manresa, Girona oder Lleida wird die Nutzung von Katalanisch unter der jüngeren Migrationsbevölkerung beobachtet. In Orten wie Salt, so wird angemerkt, erscheinen sogar Geschäftsschilder auf Arabisch. Laut einem Teilnehmer ist der soziale Druck besonders in Dörfern und Städten spürbar, die stark vom Unabhängigkeitsbewusstsein geprägt sind.
Daher variiert die Erfahrung innerhalb weniger Kilometer erheblich. Manche hatten jahrelang keine Probleme wegen fehlender Katalanischkenntnisse; andere, etwa im Lehrberuf, durchaus.
Und da ist die Alltagsbeobachtung: Unter den verschiedenen Migrantengruppen wird meist die eigene Sprache verwendet – Schätzungen zufolge 80 Prozent, andere sagen 100 Prozent –, und nur wenn nötig greift man zu Spanisch oder Katalanisch. Der sprachliche Zusammenleben ist eine dünne Schicht über einem Substrat, das sich kaum vermischt.
Die unsichtbare Ebene
Unter der Sprache liegt eine andere, härtere Diskussion. Ein Teil des Forums argumentiert, dass die Debatte über wer Katalanisch spricht, eine andere über wer willkommen ist, verdeckt. Andere entgegnen, dass Rassismus in Katalonien existiert und dass das Schlimmste nicht der offene Rassismus sei, sondern der, der sich hinter Integrationskampagnen versteckt. Die Erwähnung von Figuren wie Silvia Orriols wird in diesem Kontext gelesen: als Symptom, nicht als Ursache.
Dies ist eine Diskussion, die nicht endet. Und die sich letztlich an der Theke eines Bars klärt.
Und dann bleibt die unbequeme Tatsache. Die Sprache, die am wenigsten wirtschaftlichen Erfolg verspricht, öffnet die Tür zur Gemeinde. Jene, die Spanisch bereits gratis hatten, sind genau die, die nie Katalanisch lernen mussten. Der Markt belohnt nicht Identität. Er belohnt Nützlichkeit.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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