ABC-Interview: Ex-Eigentümer des Maricarmen-Apartments

Die Familie, die das Gebäude in den 50ern kaufte, nennt Mieten von 154,38 Euro (2016) und den Verkauf an Renta Corporación (2018). Ihre Sicht der Dinge.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die ehemaligen Eigentümer des Gebäudes in der Sainz de Baranda Straße in Madrid haben ihre Version des Falls Maricarmen Abascal dargelegt. Ihrer Erzählung zufolge kaufte die Familie die Immobilie in den fünfziger Jahren mit dem Geld aus einem Schuh- und Bekleidungsgeschäft, behielt die Mieterin trotz abgelaufenem Vertrag aus eigener Entscheidung bei und verkaufte das Gebäude 2018 an Renta Corporación.

## Ein Gebäude gekauft mit dem Geld einer Schusterei

Der Großvater der Familie wurde in **Brea de Aragón** geboren und kam mit einem Koffer nach Madrid. Er begann zu arbeiten und gründete schließlich ein Schuhgeschäft und später ein Bekleidungsgeschäft. Seine vier Töchter – vier von sechs Geschwistern – arbeiteten ihr Leben lang in der Bekleidungsfabrik. Mit diesem selbst erwirtschafteten Geld konnte die Familie in den fünfziger Jahren das gesamte Gebäude in der **Sainz de Baranda** kaufen. Es war kein Geschenk oder eine Erbschaft, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit in Lokalen, die wenig mit dem heutigen Viertel zu tun hatten.

Als der Großvater die Immobilie erwarb, war es nicht das Retiro-Viertel, das es heute ist. Es war ein Arbeiterstadtteil mit vielen Altbauwohnungen. Einer der Enkel erinnert sich daran, als Kind auf Sandhaufen bei Baustellen gespielt zu haben, und seine Geschwister erinnern sich daran, dort Schafe grasen gesehen zu haben. Die Eltern lebten im zweiten Stock C und D. Der Vater, ein Anwalt, hatte zudem sein Büro im selben Gebäude. Die Familie bewohnte mehrere Etagen des Grundstücks.

## Eine Mieterin, die man behalten wollte

Maricarmen Abascal wohnte seit Jahren in dem Gebäude. Nach der damaligen Rechtslage wäre der Vertrag beendet gewesen. Aber die Tanten des Interviewten entschieden sich, sie zu behalten. Sie war etwa siebzig Jahre alt im Jahr **2007**. Es waren vier Schwestern, die ihr ganzes Leben in der Familienfabrik gearbeitet hatten, und sie beschlossen, den Auszug einer Frau, die bereits im fortgeschrittenen Alter war, nicht zu erzwingen. „Es wird viel über Vermieter gesprochen, die Leute aus ihren Wohnungen vertreiben wollen, aber in unserem Fall wurde genau das Gegenteil getan“, behauptet einer der ehemaligen Eigentümer. „Man ließ die Situation bestehen, aus Empathie.“

Die Zahlen dessen, was Abascal zahlte, finden sich in den Dokumenten, die die Familie besitzt. Im Februar 2010 betrug die Gesamtrechnung 436,06 Euro. In der Dokumentation der Liegenschaft aus dem Jahr **2016** ist eine Miete von **154,38 Euro** vermerkt. Diese Rechnungen umfassten andere Posten: Hausmeisterdienste, Wasser, Heizung und bestimmte Beträge für Bauarbeiten. Der Interviewte, der 1999 heiratete und 2002 eine Tochter bekam, zog im Januar 2003 wieder in das Gebäude und lebte im sechsten Stock D, direkt gegenüber der Wohnung von Abascal. Er zahlte für dieselbe Wohnung, die teilweise seiner Familie gehörte, 700,58 Euro Miete und 758 Euro Gesamtrechnung.

## Der Verkauf 2018 und der Umzug der Familie

Das Zusammenleben war laut den Aussagen der ehemaligen Eigentümer nicht einfach. Abascal beschwerte sich ständig über die Heizung, den Aufzug und den Lärm. Der Interviewte hatte drei kleine Kinder und erhielt ebenfalls Beschwerden, weil die Kinder Lärm machten. „Dort waren die Wohnungen auf 28 Grad geheizt“, erinnert er sich. Er beschreibt die Mieterin als jemanden, der über alles protestierte und niemals Dankbarkeit dafür zeigte, dass die Familie sie in der Wohnung behielt.

Mit der Zeit übernahm die Familie die Reparaturkosten des Gebäudes. Jedes Mal, wenn Arbeiten nötig waren – Kanalisation, Innenhöfe, Reparatur der Aufzugsanlage – mussten sie Geld beisteuern. Schließlich verkauften sie die Immobilie im **2018**, ungefähr im Mai, an **Renta Corporación**. Der Interviewte zog zur Miete. Sein Bruder zog nach Torrelodones und seine Schwester, die im Elternhaus lebte, zog in eine Wohnung in Asturien. Er ließ sich in **Rivas-Vaciamadrid** nieder, wo er 1.200 Euro für ein Einfamilienhaus zahlte.

## „Wir sind keine Marquis-Kinder“

Das öffentliche Bild des Falls hat Unbehagen in der Familie ausgelöst. „Das Bild, das vermittelt wurde, ist das einer armen alten Frau, die zwangsgeräumt wurde, und nach meiner persönlichen Erfahrung passt das nicht zu der Person, die ich kannte“, sagt der Interviewte. Im Viertel war sie unter einem Spitznamen bekannt, der sich auf die Milchhandlung bezog, die ihre Mutter zwischen **Fernán González** und **Narváez** betrieb. Als sie das Haus verkauften, sagten sie, sie seien diese Situation losgeworden. Jetzt, mit der erreichten Vereinbarung mit dem Rathaus, hat der Interviewte das Gefühl, dass die Geschichte für die Mieterin gut ausgegangen ist. „Zuerst subventionierten wir sie jahrelang selbst, und jetzt scheint es so, als würden wir sie weiterhin durch unsere Steuern unterstützen“, sagt er.

Was den Interviewten am meisten empört, ist, dass die Geschichte hinter dem Eigentum vergessen wurde. „Eine Familie, die gespart, gearbeitet und jahrzehntelang ein Gebäude und Mietverträge aufrechterhalten hat. Und dieses Vermögen wurde dann legal verkauft“, fasst er zusammen. Seine Sorge ist, dass jene verfolgt werden, die versuchen, Ersparnisse für ihre Rente oder ihre Kinder aufzubauen. „Uns wurde kein Gebäude in der **Sainz de Baranda** geschenkt“, besteht er darauf.

Diese Erzählung stellt keine gerichtlichen oder administrativen Entscheidungen infrage, die in dem Fall getroffen wurden. Sie fügt lediglich die Version einer Familie hinzu, die sich nach eigenen Worten nicht in dem öffentlichen Bild wiedererkennt, das von ihr gezeichnet wurde. Jede Entscheidung über Mietverträge oder Zwangsräumungen obliegt den Gerichten und der Verwaltung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1 Antworten).

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