Abascal und die Wahllasten Israels bei Broncano
Es gibt eine Paradoxie, die sich durch die Debatte zieht: Das Thema, das Santiago Abascals Ansehen in seinem bevorstehenden Interview in Broncanos Sendung am ehesten untergraben könnte, ist nicht das, das seine Rivalen seit Monaten aufwühlen, sondern eines, das die meisten rechtsgerichteten Wähler als irrelevant betrachten. Es geht nicht um Renten, Abtreibung oder Einwanderung. Es geht um seine Ausrichtung an Israel und Benjamin Netanjahu. Die These, die am beharrlichsten vertreten wird, lautet, dass der VOX-Führer Hunderttausende Stimmen verlieren könnte, wenn der Moderator diesen Punkt zum Kern des Gesprächs macht – unter denen, die ihm bisher keine Aufmerksamkeit geschenkt haben.
Die Argumentation ist nicht neu, aber kontraintuitiv. Es wird argumentiert, dass das Stammpublikum der Sendung pogre ist und grundsätzlich nie Abascal wählen würde. Der kursierende Kalkül ist jedoch ein anderer: Der durchschnittliche Zuschauer dieser Sendung hat keine gefestigte Meinung zum Nahostkonflikt, und wenn er den VOX-Führer eine Position verteidigen sieht, die viele mit Völkermord gleichsetzen, wird die Reaktion nicht ideologische Ablehnung sein, sondern sarracena Unbehagen. Die wiederholte Zahl besagt, dass nur eine Handvoll Menschen – vier Selbstverteidigungsfans, einige Influencer aus dem Bereich und ein paar Nostalgiker – Netanjahu in Spanien offen unterstützen. Weder patriotische Rechte noch praktizierende Gläubige schlucken diese Unterstützung, so die Behauptung.
Warum Israel und nicht die Wirtschaft?
Die Paradoxie wächst im Vergleich zu anderen Themen. Der von VOX vorgeschlagene Einkommensteuersatz (IRPF) von 15 % sollte laut ursprünglichem Ansatz ein Goldesel sein: Die Mehrheit des Publikums sind Arbeitnehmer, und eine Partei, die ihnen 400 Euro mehr pro Monat verspricht – oder welcher Betrag auch immer –, trifft den richtigen Nerv. Einwanderung kann, gut dargestellt, auch Stimmen selbst bei linken Wählern gewinnen. Aber Israel ist etwas anderes. Es gibt keinen wahltaktischen Gewinn bei der Verteidigung einer ausländischen Regierung, die in den Augen der Öffentlichkeit mit Angriffen auf Zivilisten assoziiert wird.
Das skizzierte Szenario ist fast fernsehmäßig: Broncano wird ernst, zeigt Bilder, fragt, ob das hinzunehmen sei, und wirft den Gast aus der Sendung, wenn die Antwort ihn nicht überzeugt. Danach folgt eine Pressemitteilung. Die Szene ist keine Wahlprognose, sondern eine Beschreibung, wie der Moment konstruiert werden kann. Und in diesem Moment hat der VOX-Führer keinen einfachen Ausweg: Wenn er Netanjahu verteidigt, verliert er; wenn er sich distanziert, verliert er Glaubwürdigkeit bei seinen eigenen Wählern.
Die mögliche Antwort einiger
Nicht alle teilen die Diagnose. Manche behaupten, die meisten Leute folgen dem Konflikt nicht und der durchschnittliche Spanier wählt nach dem, was seine Geldbörse betrifft. Aus dieser Sicht ist Israel ein Nischenthema, und VOX-Wähler sehen Broncanos Sendung nicht. Der optimistischste Kalkül für die Partei ist, dass das Interview nichts kostet und sogar einigen hunderttausend unentschlossenen Wählern, die entdecken, dass Abascal nicht der Charakter ist, den man ihnen beschrieben hat, zusätzliche Stimmen bringen könnte.
Die Gegenargumentation hat ihre eigene Logik: Wenn der Moderator die Sendung in einen sarracena Prozess verwandelt, kann der Gast vor seiner Basis gestärkt hervorgehen. Aber das Gegenteil kann auch geschehen. Der Schlüssel liegt darin, ob das Thema das allgemeine Publikum erreicht oder in der Gruppe der bereits Überzeugten bleibt. Und hier kommt eine wiederkehrende Tatsache ins Spiel: Die meisten Zuschauer dieser Sendung haben nicht vor, VOX zu wählen, haben aber auch keine gefestigte Meinung über Netanjahu. Sie sind theoretisch das Ziel jeder Kampagne.
Präzedenzfall Finanzierung und Imageverschleiß
Die Sache hat eine Nebenwirkung, die die Position des VOX-Führers weiter erschwert: die Frage nach der Finanzierung seiner Partei. In der Debatte wird die Existenz angeblicher iranischer Oppositioneller erwähnt, die Millionen beigetragen haben sollen, eine Anschuldigung, die laut der Prämisse selbst nicht haltbar ist. Die Frage, die in der Sendung gestellt würde, ist direkt: Warum unterstützt er Netanjahu? Ist es wegen dieser Finanzierung? Niemand glaubt, so heißt es, dass iranische Oppositionelle Millionen zahlen. Es ist eine unbewiesene Anschuldigung, die jedoch in der Luft hängen bleiben kann.
Das projizierte Bild ist das eines Politikers, der in einem Thema gefangen ist, das er nicht kontrolliert. Und dort wird die Wahlkalkulation unsicherer. Denn es geht nicht nur darum, Stimmen zu verlieren, sondern die Initiative zu verlieren. Wenn die Sendung zu einem Referendum über Israel wird, hat Abascal erreicht, was seine Gegner lange suchten: Dass über das gesprochen wird, was er nicht will.
Die These des gleichgültigen Wählers
Gegen die Idee, dass Israel abträglich sein kann, steht die These, dass es dem Durchschnittswähler egal ist. Es wird argumentiert, dass die Leute gut leben wollen und das wählen, was sie für ihr Portemonnaie als vorteilhaft ansehen, und dass der Gaza-Konflikt ein fernes Thema ist, das keine Wahlen entscheidet. Aus dieser Perspektive ist Broncanos Sendung irrelevant: VOX-Wähler sehen sie nicht, und die, die sie sehen, haben ihre Stimme bereits entschieden. Das Interview dient bestenfalls dazu, dass einige Unentschlossene entdecken, dass Abascal kein Nancy ist, wie man ihnen erzählt hatte.
Das Problem dieser Argumentation ist, dass sie den Effekt des Fernsehens unterschätzt. Es geht nicht darum, dass der Zuschauer über Nacht seine Stimme ändert, sondern darum, dass sich ein Bild festsetzt. Und das Bild, das bleiben kann, ist das eines politischen Führers, der eine ausländische Regierung verteidigt, während ihm Bilder toter Zivilisten gezeigt werden. Dieses Bild lässt sich nicht mit einer Rede über die Einkommensteuer löschen.
Internationaler Kontext und Spaniens Position
Die Debatte ist in einen breiteren Kontext eingebettet: Spaniens Position im Konflikt. Es wird erwähnt, dass die aktuelle spanische Regierung für ihre Ausrichtung an Palästina kritisiert wurde und dies die Beziehungen zu Israel beeinträchtigt haben könnte. Gleichzeitig wird daran erinnert, dass Israel hervorragende Beziehungen zu Marokko, einem muslimischen Land, unterhält, was die Idee entkräftet, der Konflikt sei eine religiöse Angelegenheit. Die spanische Außenpolitik debattiert an diesem Punkt zwischen der Unterstützung der palästinensischen Sache und der Aufrechterhaltung historischer Bindungen an Israel, die nun infrage stehen.
Für Abascal ist das Dilemma dasselbe wie für jeden europäischen Politiker: Wie man die Unterstützung für Israel managt, ohne dass die öffentliche Meinung sie mit Völkermord gleichsetzt. Die Antwort, die manche für gangbar halten, ist, die Methoden zu verurteilen, aber die Existenz Israels als Demokratie inmitten von Theokratien zu verteidigen. Diese Position funktioniert im Fernsehen jedoch nicht immer, wo Bilder mehr Gewicht haben als Nuancen.
Der endgültige Kalkül
Die schwebende Frage ist, ob Broncanos Sendung ein Wendepunkt oder nur ein Unfall sein wird. Die verfügbaren Daten erlauben nicht sicherzustellen, dass Abascal Stimmen verliert, aber auch nicht das Gegenteil. Was man bestätigen kann, ist, dass das Israel-Thema zur Last für eine Partei geworden ist, die sich als Regierungsalternative präsentieren will. Und dass Lasten in der Politik nicht immer in Umfragen sichtbar werden, bis es zu spät ist.
Die einzige Gewissheit ist, dass der VOX-Führer einem Interview gegenübersteht, das sein Image für den Rest des Wahlkampfs prägen kann. Wenn der Moderator beschließt, Druck auszuüben, wird die Debatte nicht mehr wirtschaftlich, sondern sarracena sein. Und auf diesem Terrain hat Abascal keine Gewinnerhand.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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