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Abascal: 94.000 Euro öffentliches Gehalt und eine Serie von Ausschlüssen
Santiago Abascal bezog als Leiter der Datenschutzagentur von Madrid 93.855 Euro jährlich und 82.491 Euro bei einer öffentlichen Stiftung, bevor er Vox gründete.
Abascal bezog 94.000 Euro öffentliches Gehalt, bevor er Vox gründete
Bevor er zum Fernsehwidersacher der politischen Kaste wurde, lebte Santiago Abascal bereits vom Berufspolitikertum. 2010 setzte ihn Esperanza Aguirre an die Spitze der Datenschutzagentur der Comunidad de Madrid. Zwischen 2011 und 2013 brachte dieses Amt jährlich 93.855 Euro ein, Gehalt und Produktivitätszulage zusammen. Als die Agentur abgeschafft wurde, fand er Unterschlupf bei der Stiftung für Mäzenatentum und soziales Sponsoring: 82.491,80 Euro brutto pro Jahr. Die Ironie ist offensichtlich: Der Mann, der später öffentliche Einrichtungen von fragwürdigem Nutzen anprangern würde, hatte eine davon mit beachtlichem Gehalt geleitet.
Welche Ergebnisse wies die Stiftung vor, die Abascal leitete?
Laut den von El País geprüften Unterlagen gehörten zu den wenigen konkreten Erfolgen jener Zeit ein Stipendium von 9.000 Euro und eine Spende von 1.000 Euro. Nichts davon ist strafbar. Doch der Kontrast zwischen der Rhetorik gegen die Postenkungelei und der eigenen Verwaltungskarriere ist der Ausgangspunkt einer breiteren Debatte: Ob die Erzählung von der Erneuerung die Prüfung der Gehaltsabrechnungen übersteht.
Espinosa de los Monteros: von Vox-Mitgründer zum Ausgeschlossenen
Iván Espinosa de los Monteros gehörte von Anfang an zum Projekt. Er war Parlamentssprecher und eine Schlüsselfigur der Expansionsphase, als Vox weder Mittel noch Mandate hatte. Im August 2023 legte er sein Mandat mit persönlichen Gründen nieder; später erklärte er, er widerspreche dem Kurs der Führung, und beschrieb eine interne Kultur der Schlechtbehandlung von Parteimitgliedern. Im März 2026 veröffentlichte er ein kritisches Manifest, im Juli 2026 erhielt er die Mitteilung seines Ausschlusses. Vom Sprecher und Weggefährten zum Ausgeschlossenen. Die Führung durfte mit seinen Positionen nicht einverstanden sein, doch der Ausgang wirft die Frage auf, wie viel Raum für Widerspruch von denen bleibt, die die Partei aufgebaut haben.
Ortega Smith: der Patenonkel einer Tochter Abascals, draußen
Der Fall von Javier Ortega Smith hat eine persönlichere Vorgeschichte. Abascal und er kannten sich lange vor dem Wahlerfolg, sie teilten das DENAES-Projekt und den Aufbau der Partei. Laut El Confidencial ist Ortega Smith der Patenonkel einer der Töchter Abascals. Im Februar 2026 eskalierte der Konflikt um seine Ablösung als Stadtsprecher in Madrid. Abascals Antwort fasst sein Verständnis von Disziplin zusammen: „Die Führung ist es, die befiehlt." Im April 2026 bestätigte Vox seinen Ausschluss nach Ablehnung des internen Einspruchs, mit Verweis auf Disziplinarfragen und Ungehorsam.
Die Liste der Abgänge: Monasterio, Olona, García-Gallardo
Rocío Monasterio, Macarena Olona, Juan García-Gallardo und andere prominente Figuren haben sich ebenfalls zurückgezogen oder sind aus dem Projekt ausgeschieden, unter verschiedenen Umständen, die man nicht vermischen sollte. Die einen kritisierten den politischen Kurs, andere hatten Konflikte mit der Führung, wieder andere beriefen sich auf persönliche Gründe. Es gibt keine einzige Erklärung für all diese Abgänge, wohl aber einen sichtbaren Wandel: Das Vox der ersten Jahre und die Führungsspitze von 2026 zeigen eine sehr unterschiedliche Zusammensetzung. Ein Einzelfall ließe sich mit einer persönlichen Meinungsverschiedenheit erklären. Wenn so viele Namen der Anfangszeit verschwinden, verschiebt sich die Frage hin zur Art und Weise, wie Macht ausgeübt wird.
Die 9,2 Millionen Euro der ungarischen Bank MBH
Im September 2024 räumte Vox ein, Kredite über rund 9,2 Millionen Euro von der MBH erhalten zu haben, einer ungarischen Bank mit Verbindungen zum Umfeld von Viktor Orbán. Die Partei führte an, sie habe Schwierigkeiten, Finanzierung bei spanischen Banken zu bekommen. Später wurden weitere Geschäfte mit demselben Institut bekannt und, laut den 2026 veröffentlichten Bilanzen für 2025, war diese Schuld inzwischen beglichen. Ein ausländischer Bankkredit ist für sich genommen keine illegale Finanzierung. Aber es ist legitim, von einer Partei, die die nationale Souveränität zu ihren großen Fahnen zählt, Transparenz zu verlangen: Wer leiht, zu welchen Bedingungen und welche Verpflichtungen geht die Partei ein.
Die Sanktionen des Rechnungshofs, die aufgehoben wurden
Das Organ verhängte wegen bestimmter Finanzierungspraktiken Sanktionen gegen Vox. Die Beschlüsse wurden jedoch später aufgehoben, so der verfügbare Tatsachenbericht. Man sollte eine verwaltungsrechtliche Sanktion nicht in eine strafrechtliche Verurteilung umdeuten und umgekehrt: Der Vorgang veranschaulicht die Komplexität der Kontrolle von Parteienfinanzen, kein endgültiges Urteil.
Das Gegenargument: Sánchez hat ebenfalls nie außerhalb der PSOE gearbeitet
Gegen die These des leeren Lebenslaufs stützt sich die Verteidigung des Vox-Chefs auf den Vergleich. Manche behaupten, ohne dass das Material dies belegt, auch Pedro Sánchez weise keine Beitragszeiten außerhalb der PSOE-Struktur auf und seine einzige bekannte Tätigkeit sei eine Dissertation an einer privaten Universität gewesen. Der Gegenangriff widerlegt Abascals Zahlen nicht, verschiebt aber den Fokus: Wenn das Kriterium ist, von der Politik gelebt zu haben, hört der Vorwurf auf, exklusiv zu sein. Und auf diesem Terrain wird die Debatte darüber, wer vertrauenswürdiger ist, zirkulär.
Abascals Werdegang erlaubt zwei Lesarten. Die eine ist die des Politikers, der öffentliche Ämter zu nutzen wusste, bevor er eine Partei hatte. Die andere ist die des Aktivisten, der im Baskenland dem terroristischen Druck ausgesetzt war und danach eine Partei von Grund auf aufbaute. Beides kann gleichzeitig wahr sein. Nicht ganz aufgehen tut die Erzählung, die Politik auf Kaste und Postenschieber reduziert, wenn die eigene Gehaltsabrechnung Teil der Geschichte ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Javier Ortega Smith kritisiert finanzielle Missstände bei der spanischen Partei Vox. Die Führung begründet seinen Rauswurf mit internen Gründen und schlechten Wahlergebnissen in Madrid.
Ein Forum-Thread analysiert die angebliche interne Krise der spanischen Partei Vox nach dem Rücktritt von Ortega Smith, mit Kritik an Abascal und Aufrufen zu Alvise.
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