Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
70 % der jungen Erwachsenen in Spanien leben bei den Eltern
In Spanien wohnen 70 % der unter 35-Jährigen im Elternhaus. Nur weniger als 10 % besitzen eine eigene Wohnung.
70 % der jungen Erwachsenen in Spanien leben bei den Eltern
Die letzte Erhebung des INE (Spanisches Statistikamt) zeigt, dass 70 % der Erwachsenen unter 35 Jahren noch im Haushalt ihrer Eltern leben. Diese Zahl ist bereits ein Warnsignal für den Immobilienmarkt, doch die Details offenbaren ein noch tieferes Problem. Tatsächlich sinkt der Anteil der jungen Menschen, die wirklich ausgezogen sind – mit einer eigenen Wohnung, ob gekauft oder gemietet, ohne Mitbewohner –, auf unter 10 %.
Das vermeintlich unabhängige Drittel
Offizielle Statistiken zählen jeden als „unabhängig“, der nicht mehr bei den Eltern wohnt, selbst wenn er sich eine Wohnung mit Fremden teilt. Doch WG-Leben bedeutet keine echte Unabhängigkeit: Es ist lediglich ein Wechsel der Mitbewohner, oft mit weniger Kontrolle über die Regeln als zu Hause und denselben Sparproblemen. „In einer WG zu leben ist nicht unabhängig, es ist nur ein Wechsel der Mitbewohner“, lautet die harte Analyse. Rechnet man diesen Anteil heraus, bleibt weniger als 10 % der Jugendlichen übrig, die allein oder als Paar wohnen – das Modell, das ihre Eltern hatten.
Ursachen: Immobilienpreise und unzureichende Löhne
Hinter diesem Phänomen steht kein einzelner Grund, sondern ein perfekter Sturm. Immobilien sind zu einem Spekulationsobjekt geworden, während die realen Löhne gesunken sind. „Unsere heutigen Gehälter haben viel weniger Kaufkraft als vor 25 Jahren“, heißt es in der Analyse. „Der aktuelle Mindestlohn reicht für weniger als 150.000 Pesetas aus dem Jahr 2000.“ Mit dieser Kaufkraft ist es in den Großstädten fast unmöglich, ohne familiäre Hilfe oder eine Erbschaft zu kaufen oder zu mieten.
Hinzu kommt, dass der Zugang zu Wohneigentum zwei Einkommen oder vorhandenes Vermögen erfordert. „Um in großen Städten eine Wohnung zu kaufen: entweder erbst du die Wohnung der Großeltern, deine Eltern helfen dir, oder du kaufst gemeinsam mit deinem Partner, weil zwei Gehälter nötig sind“, fasst ein häufiges Argument zusammen.
Auswirkungen auf Geburtenrate und Demografie
Die direkte Folge dieser fehlenden Möglichkeit zur Verselbstständigung ist der Rückgang der Geburtenrate. „Menschen im gebärfähigen Alter können das Elternhaus nicht verlassen“, wird beklagt. Da das durchschnittliche Auszugsalter nahe an 35 Jahre rückt, läuft die biologische Uhr ab. „Dann fragen wir uns, warum die Geburtenrate in Spanien so niedrig ist“, wird hinzugefügt. Ein Land, das bereits eine der niedrigsten Fruchtbarkeitsraten Europas hat, sieht seine Altersstruktur aus dem Gleichgewicht geraten; die Bevölkerungspyramide ähnelt immer mehr einem Pilz.
Generationenvergleich: War früher alles besser?
Skeptische Analysen erinnern daran, dass in den 1990er-Jahren und Anfang der 2000er, unter Aznar und vor der Immobilienblase, es möglich war, mit einem Durchschnittsgehalt vor dem 30. Lebensjahr eine Wohnung zu kaufen. „Unter Aznar konnte man mit 28 eine Wohnung kaufen und mit 36 die zweite“, wird behauptet. Allerdings wird eingeschränkt: „Auch damals war nicht alles perfekt. Im Privatsektor hatte man Glück, wenn man später bessere Optionen hatte.“ Der Kontrast dient dazu, das Ausmaß der heutigen Verschlechterung zu messen.
Die Sackgasse: Immobilie als Finanzanlage
Während Politiker weiterhin Maßnahmen wie Hypothekenbeihilfen oder geförderten Wohnungsbau (VPO) betonen, liegt das Kernproblem darin, dass Wohnraum als Investitionsgut und nicht als Recht behandelt wird. Spekulation, der Aufstieg von Investmentfonds und Golden Visas haben Bodenpreise getrieben. Manche Stimmen weisen darauf hin, dass junge Leute Alternativen auf den Finanzmärkten suchen – Indexfonds, ETFs, Krypto – als „Alternative zur Wucherpraxis am Wohnungsmarkt“. Dies löst jedoch nicht das unmittelbare Problem, ein Dach über dem Kopf zu haben.
Die Debatte findet kurzfristig keine Lösung. Solange die Löhne ihre Kaufkraft nicht zurückgewinnen und Immobilien ein spekulatives Refugium bleiben, werden junge Menschen länger im Elternhaus verweilen. Und das Land altert weiter.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (193 Antworten).
Ein Mittagessen bei Mercadona kostet rund 10 Euro, während das traditionelle Tagesmenü in Bars zwischen 15 und 18 Euro liegt. Der Supermarkt wird zum Low-Cost-Bürorestaurant.
Der ehemalige spanische Präsident hat keine Unterlagen zu den in seinem Büro gefundenen Juwelen vorgelegt. Zwei Monate nach Erklärungsversprechen herrscht Schweigen.