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4,3 % Inflation: Steuerlast durch fehlende Tarifanpassung
Die spanische Inflationsrate erreichte im August mit 4,3 % den höchsten Stand seit 2023. Ohne Anpassung der Einkommensteuertarifstufen wirkt die Teuerung wie eine zusätzliche Steuer.
Kraftstoffpreise treiben Inflation: Spaniens CPI steigt im August auf 4,3 %
Die 4,3 % im August sind die deutlichste Zahl seit 2023 und lassen keinen Raum für Schönfärberei: Kraftstoffe haben wieder das Sagen. Doch diese offizielle Rate unterschätzt die Realität für jene, die wöchentlich einkaufen gehen. Am Tag der Indexveröffentlichung zeigt sich vor Ort ein unbequemes Bild: Der vom Staat definierte Warenkorb füllt nicht den Einkaufswagen, und die Differenz wird an der Kasse bezahlt.
Der CPI passt nicht zur persönlichen Einkaufsliste
Die erste Warnung ist methodischer Natur. Der CPI basiert auf einem staatlich festgelegten Warenkorb, der jährlich überprüft wird; die spürbare Inflation sieht anders aus. Manche schätzen den realen Kaufkraftverlust auf über 8 %. Beispiele fehlen nicht: Lammfleisch-Pakete von 300–400 Gramm kosten im Supermarkt bereits rund 20 Euro, oder Lebensmittel mit kumulierten Preisanstiegen von 30 bis 40 %, die kein offizieller CPI sofort abbildet. Das Gefühl, dass die 4,3 % eher Wunschdenken als zuverlässiges Thermometer sind, prägt die gesamte Datenanalyse.
Finanzamt und Einkommensteuer: Die Erhöhung, die nie vergeben wird
Hier werden die Interessenkonflikte schonungslos sichtbar. Wenn Gehälter und Renten an die 4,3 %-Inflationsrate angepasst werden, aber das Finanzministerium (Hacienda) die Einkommensteuertarifstufen (IRPF) nicht entsprechend anhebt, behält der Staat einen größeren Teil jeder Lohnerhöhung ein. Es müssen keine Steuersätze erhöht werden: Es reicht, die Stufen unverändert zu lassen, um mehr einzunehmen. Dieses Manöver ist bekannt, wiederholt sich und scheint angesichts der August-Daten nicht geändert zu werden. Parallel dazu werden Mieten um etwa 6 % steigen, was die Ungleichheit vergrößert: Der Vergleich zwischen dem Mindesteinkommen (Ingreso Mínimo Vital) einer Familie und dem Jahresgehalt von 18.000 Euro eines Arbeitnehmers regt zumindest zum zweiten Blick auf die Zahlen an.
Immobilien, Gold und die trügerische Sicherheit
Die Inflation hat auch die alte Frage neu aufgeworfen: Wohin mit dem Geld? Immobilien erscheinen als sicherer Hafen, doch die Langzeitrechnung ist weniger freundlich, als es scheint. Eine Wohnung, die 1995 für 100.000 Euro gekauft wurde, müsste heute kaufkraftbereinigt 300.000 bis 400.000 Euro wert sein. Zu diesem Betrag kommen jedoch drei Jahrzehnte Grundsteuer (IBI), Renovierungen und Sonderumlagen hinzu. Währenddessen haben Gold oder US-Aktien Renditen erzielt, die die steuerliche Belastung von Immobilien locker aufwiegen. Die Paradoxie: Für kleine Sparer bleibt die eigene Wohnung oft das einzige greifbare Asset – und das hat seinen Preis.
Volle Terrassen und Padel-Plätze in Kleinstädten
Eine Szene widerlegt den Optimismus der offiziellen Daten. Während die gemessene Inflation steigt, bleiben die Außengastronomie-Terrassen voll, und Gemeinden geben EU-Mittel für Padel-Plätze, Corten-Stahl-Schilder und „Radwege“ aus, die nichts anderes sind als die bisherigen Gehwege mit neuer Beschilderung. Der Widerspruch zwischen dem Staatsanzeiger (BOE) und der Straßenrealität liefert den Rohstoff für jede seriöse Wirtschaftsanalyse. Und als Sahnehäubchen gibt es Dinge, die nicht teurer werden: Billiger Rum kostet heute fast so viel wie vor zwanzig Jahren. Niemand hat bisher erklärt, warum Spirituosen in einer eigenen Blase leben, geschützt vor der Inflation, die alles andere trifft.
Was zu erwarten ist
Mit Kraftstoffen als Haupttreiber und einem schwierigen Herbst vor der Tür ist sicher, dass die 4,3 % nicht die letzte schlechte Nachricht sein werden. Wenn die EZB ihren Kurs beibehält und die Energiepreise nicht sinken, wird der Druck auf Löhne, Mieten und Margen weitergehen: Die berühmte „weiche Landung“ könnte mehr Turbulenzen bringen als erwartet. Vielleicht bringt September aber auch die Senkung der Kraftstoffsteuer um 20 Cent, was die Daten dämpfen würde. Angesichts der Lage sollte man jedoch nicht blind optimistisch sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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