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37% der Mieten in Spanien übersteigen 1.500 Euro monatlich
In Spanien liegen 37% der Mieten über 1.500 Euro, nur 12% unter 700 Euro. Balearen, Madrid und Katalonien zeigen eine starke regionale Diskrepanz.
37% der Mieten in Spanien übersteigen bereits 1.500 Euro monatlich
Erschwinglicher Wohnraum ist in Spanien statistisch zur Seltenheit geworden. Laut einer am 20. Oktober 2025 veröffentlichten Analyse von pisos.com übersteigen 37% der angebotenen Wohnungen die Marke von 1.500 Euro monatlich, während nur 12% unter 700 Euro liegen. Günstiger Wohnraum verschwindet vom Markt – nicht aus mangelnder Nachfrage, sondern wegen fehlender Angebote.
Balearen, Madrid und Katalonien: Wo erschwingliche Mieten kaum noch existieren
Auf den Balearen übersteigen 86% der Mieten 1.500 Euro, und es gibt keine Angebote unter 700 Euro. In der Autonomen Gemeinschaft Madrid liegt dieser Anteil bei 62%, ebenfalls ohne Optionen unter 700 Euro. Katalonien folgt diesem Muster mit Barcelona an der Spitze: Hier übersteigen 68% der Immobilienpreise die 1.500-Euro-Marke. Drei städtische Märkte, die sich wie ein Trichter für mittlere Einkommen entwickeln.
Der Bericht führt einen Teil des Drucks auf den Balearen auf den Boom des Ferienvermietungsmarktes zurück, der die lokale Bevölkerung vom regulären Wohnungsmarkt verdrängt hat. „Das Leben auf der Inselgruppe wird für viele zu einem unerreichbaren Luxus“, fasst der Text zusammen. In Madrid konzentriert sich der Druck auf gut angebundene Stadtzentren, in Katalonien auf das Ballungsgebiet um Barcelona.
Das Landesinnere hält stand, zieht aber niemanden an
Extremadura bildet den Gegenpol: Mehr als die Hälfte der Wohnungen kostet dort weniger als 700 Euro, nur 2% liegen über 1.500 Euro. Kastilien-La Mancha bietet 28% erschwinglichen Wohnraum und kaum 2% im Hochpreissegment. Provinzen wie Jaén, Zamora, Ciudad Real oder Teruel haben noch Preise, die mit dem Durchschnittsgehalt vereinbar sind.
Das Problem liegt jedoch anderswo. Viele dieser Regionen leiden unter Arbeitslosigkeit und unzureichenden öffentlichen Dienstleistungen. Billige Mieten existieren dort, wo es keine Arbeit gibt. Die regionale Ungleichheit, so der Bericht, verschärft sich weiter.
[SIZE-5]Wohnraumgesetz in Katalonien: Ein Jahr später höhere Preise[/SIZE]
Ein zentraler Punkt ist die Wirkung der Mietpreisbremse. Im ersten Jahr ihrer Anwendung in Katalonien stiegen die Mieten um 3,8%, während die Zahl der Verträge um 10% einbrach. Der Preis pro Quadratmeter sank nie; er stieg auf 16,56 €/m².
„Der Preis pro Quadratmeter ist seit Einführung des Mechanismus zur Begrenzung der Mietkosten zu keinem Zeitpunkt gesunken“, erklärt Carles Sala, ehemaliger Staatssekretär für Wohnbau der Generalitat de Catalunya (katalanische Regionalregierung) und Sprecher der Immobilienverbände. Die Erklärung: Wenn die Miete gedeckelt wird, das Angebot aber schrumpft, werden kleinere Wohnungen auf den Markt gebracht, was den Preis pro Quadratmeter stabilisiert oder steigen lässt. Manche sehen darin den Beweis, dass Preiskontrollen ohne Neubau scheitern; andere führen dies auf eine halbherzige Umsetzung der Norm zurück.
Weniger Wohnungen am Markt: Das Beispiel Paterna, Torrent und Mislata
Die Zahlen im Ballungsraum Valencia illustrieren diesen Mechanismus. In Paterna gab es noch 59 freie Wohnungen, in Torrent 83 und in Mislata 25. Die durchschnittliche Miete in Paterna lag bei 1.609 Euro monatlich, wobei nur zwei Wohnungen unter 800 Euro angeboten wurden. Die aus der Hauptstadt abgewanderte Nachfrage trifft auf ein minimales Angebot.
Hier zeigt sich eine Spaltung in der Analyse. Eine Strömung argumentiert, dass rechtliche Unsicherheit – Mietausfälle, Hausbesetzungen, lange Räumungsverfahren – Eigentümer dazu bringt, Wohnungen vom Markt zu nehmen, was die verbleibenden Angebote verteuert. Optimisten bestreiten diesen Effekt; Pessimisten halten ihn für sicher und warnen, dass weitere Regulierung die Lage verschlimmert. Parallel verhängte die CNMC (Comisión Nacional de los Mercados y la Competencia, spanische Wettbewerbsbehörde) eine Geldbuße von 1,25 Millionen Euro gegen idealista und sechs weitere Unternehmen wegen Absprachen über Maklerprovisionen – eine Erinnerung daran, dass auch die unsichtbare Hand koordiniert wird.
Die Nachfrage wächst unaufhaltsam: 508.475 Menschen mehr in einem Jahr
Die Bevölkerungsstatistik wies innerhalb eines Jahres einen Zuwachs von 508.475 Einwohnern aus, was etwa 1.393 neuen Bewohnern pro Tag entspricht, die Wohnraum benötigen. Ein Teil der Debatte sieht dieses Wachstum als Hauptdruckfaktor auf den Mietmarkt; Kritiker entgegnen, dass das Kernproblem im fehlenden Neubau und der unzureichenden Freigabe von Bauland liege und dass Schuldzuweisungen an Zuzügler keine einzige Wohnung schaffen.
Der Markt selbst liefert Hinweise auf diese Schieflage. Manche Experten vermuten, dass gerade die teuersten Anzeigen am längsten online bleiben, weil sie keinen Mieter zum geforderten Preis finden. Die Porträts der Immobilienportale könnten das Hochpreissegment überzeichnen, erfinden es aber nicht.
Wer kann sich 1.500 Euro Miete leisten?
Praktiken wie Untervermietung von Zimmern, Wohngemeinschaften mit mehreren gemeldeten Personen oder faktisches Coliving haben sich verbreitet. Solange die Zahlung eingeht, schaut ein großer Teil des Marktes weg. Das Ergebnis ist eine Nachfrage, die nicht mehr nach ganzen Wohnungen, sondern nach Schlafplätzen sucht.
Im Hintergrund steht die unbequeme Frage: Was passiert, wenn die geforderte Miete das Gehalt übersteigt? Der Bericht formuliert es deutlich: Der Mangel an erschwinglichem Wohnraum erzeugt soziale Probleme, besonders bei jungen Menschen und arbeitenden Familien.
Was ist zu erwarten?
Angesichts dieser Gegebenheiten ist damit zu rechnen, dass das Hochpreissegment in den großen Städten weiter wächst und das Landesinnere als letzter Rückzugsort dient, solange die Arbeitslosigkeit dort hoch bleibt. Die Politik setzt auf sozialen Wohnungsbau und Baulandfreigaben; beide Maßnahmen zeigen keine kurzfristigen Erfolge. Wenn sich nichts ändert, könnte das heutige Niveau von 37% nicht die Obergrenze, sondern die Untergrenze im nächsten Bericht sein. Allerdings sollte man vorsichtig mit Prognosen sein: Jedes Jahr dieser Serie widerlegte bisherige Vorhersagen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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