Leiden mit 26 Jahren: Angst vor Menschen und arbeitslos
Ein 26-jähriger Mann sagt, er geht nicht mehr auf die Straße, weil er Angst vor anderen Menschen hat. Er hatte noch nie einen Job. Und er gesteht, dass er lebt, nicht weil das Leben schön ist, sondern weil er den Mut zum Ende nicht aufbringt: „Keine Familie, keine Bindungen“, schreibt er, „aber ich traue mich nicht, denn ich habe Angst zu wissen, dass danach nichts mehr bleibt“. Das Geständnis wurde in einem Forum veröffentlicht. Die Antworten kommen von anderen Nutzern, die größtenteils versuchen zu helfen.
Angesichts einer Situation, in der eine junge, arbeitslose Person unter sozialer Angst und Todesgedanken leidet, ist die erste Anlaufstelle oft eine anonyme Community. Der Autor dankt offen dafür: Er hatte erwartet, als „Zivi“ oder „Nichtsnutz“ beschimpft zu werden, fand aber Unterstützung.
Angst vor Menschen mit 26 Jahren: weder Arbeit noch Ausgang
Er erklärt es selbst auf seine Weise: ein mentales Problem, das dazu führt, dass er Angst vor Menschen hat. Er fragt, ob andere in derselben Lage sind oder ob er ein Sonderfall ist. Außerdem gibt er zu, dass er „Groll, Hass und Rachegefühle“ gegen jene hegt, die ihn in der Schule mobbten, fügt jedoch hinzu, dass er vielleicht auch andere für seinen Misserfolg verantwortlich macht. Was er vermisst, sagt er, sind Geld, Frauen, gutes Essen und die Möglichkeit, Familie und Freunde klar zu sehen.
Es ist kein Einzelfall. Ein anderer Teilnehmer, 30 Jahre alt, beschreibt eine identische Entwicklung seit der Jugend: „eine Lebensapathie, die mich daran hindert, Interesse oder Motivation für irgendetwas zu empfinden“. Ein Dritter gesteht, dass er auch Phasen hat, in denen er einfach verschwinden möchte.
Fitnessstudio, Sonne und Vitamine: die Hausmittel, die im Internet empfohlen werden
Eine der konkretesten Antworten ist nicht pharmakologisch, sondern hygienisch. Jeden Tag ins Fitnessstudio gehen, kalt duschen, in den Spiegel schauen, bei Sonnenschein nach draußen gehen, Vitamin D3 supplementieren und energiezerfressende Gewohnheiten reduzieren. Manche fassen es in einer Idee zusammen: Das Gehirn hängt von einem „Cocktail aus Hormonen“ ab, und man sollte nicht so viel grübeln. Ein anderer schlägt vor, Adrenalin und Dopamin durch intensive Aktivitäten – Motorradfahren, Boxen, Musik, Lernen – statt durch Bildschirmzeit zu erzeugen.
In dem Thread gibt es keine klinische Nachsorge: Es sind Tipps von Nutzern, keine Behandlung.
Kann ein hormoneller Bluttest die Antriebslosigkeit erklären?
Ein Beitrag empfiehlt, zwischen 20 und 30 Euro in einem nahegelegenen Labor zu investieren: ein vollständiges andrologisches Profil mit Testosteron, Prolaktin, Nüchternglukose und Insulinresistenz-Indizes. Der Teilnehmer räumt ein, dass „man sich vielleicht überrascht fühlt“. Im Thread gibt es keine Ergebnisse.
Der Mensch auf der Suche nach Sinn und Lesen als Therapie
Wenn es ein Buch gibt, das immer wieder genannt wird, dann ist es Der Mensch vor der Frage des Sinns von Viktor Frankl. Es taucht zweimal auf. Daneben werden Stoiker, Camus, Mann, Delibes, Saramago, Baroja und Larra zitiert. Man empfiehlt, Autoren zu lesen, die Ähnliches durchgemacht haben, um das Gefühl der Isolation zu lindern.
Auch kleine, realistische Ziele, Meditation und die Akzeptanz des Lebens so wie es ist, mit Schönem und Hässlichem, werden vorgeschlagen. Das Schlusswort des Autors des ursprünglichen Beitrags ist zudem das hoffnungsvollste: „Ja, ich fühle mich etwas besser.“ Kein Wunder. Aber da war jemand, der antwortete.
Wenn die Suche nach Hilfe in Politik und unbelegte Theorien mündet
Gegen Ende verschiebt sich die Unterhaltung auf Themen, die nichts mit der Angst des jungen Mannes zu tun haben. Es tauchen Verschwörungstheorien über Eliten auf, die die Bevölkerung reduzieren wollen, und über Entitäten, die Reinkarnationen kontrollieren würden – Behauptungen ohne jegliche Beweise. Auch Antworten, die das Problem lächerlich machen, solche, die alles auf die Bequemlichkeit von Sozialleistungen reduzieren, und einige, die daraus einen politischen Kampf machen.
Nichts davon hilft. Der nützlichste Teil des Austauschs kommt in Form von Fitnessstudio-Tipps oder Büchervorschlägen, während andere Antworten sich darauf beschränken, zu spotten oder zu beleidigen.
Der Autor selbst fasst es zusammen: Er erwartete, als „Versager“ bezeichnet zu werden, fand aber ermutigende Nachrichten. Er arbeitet immer noch nicht, hat immer noch Angst vor Menschen und lebt immer noch.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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