23-F: Wahrheit über Putsch liegt in CESID-Akten

Offizielle Version des 23-F bröckelt: Ex-CNI-Chef bestätigt Verschwinden wichtiger CESID-Dokumente. Staatsstreich, Brunete-Division...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

23-F: Was die CESID-Akten nie enthüllten

Die offizielle Darstellung des 23-F ist ein funktionierender Mythos. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu bezweifeln, dass König Juan Carlos I. vom Putsch erst durch das Fernsehen erfuhr und die Demokratie in einer Nacht rettete. Der Erzählung „Der König hat uns gerettet“ lag jahrelang ein Schlüsseldokument zugrunde, das laut dem ehemaligen CNI-Direktor Alberto Saiz verschwunden ist: der Bericht, der die Rolle des CESID im Aufstand hätte beweisen können. Experten, die den Fall eingehend studiert haben, sind der Meinung, dass die Ereignisse am 23. Februar 1981 ein missglückter Staatsstreich waren, bei dem der Geheimdienst die Fäden zog und die NATO im Hintergrund stand.

Der schiefgegangene Staatsstreich

Die zentrale These der revisionistischen Strömung besagt, dass das CESID eine Operation nach De-Gaulle-Vorbild plante, um Adolfo Suárez von der Macht zu verdrängen und eine Konzentrationsregierung unter Führung eines Militärs zu bilden. Der Auserwählte wäre General Alfonso Armada gewesen, 17 Jahre lang Vertrauensmann des Königs. Doch etwas lief schief: Oberstleutnant Antonio Tejero, die „Karikatur“, die das Parlament stürmte, ließ sich nicht einschüchtern und weigerte sich, den Plan anzunehmen, als er sah, dass die vorgeschlagene Regierung Kommunisten enthielt. Dieser Version zufolge war das Vorhaben bereits gescheitert, bevor Armada im Plenarsaal erschien.

Hier passt die Anekdote von Oberst Diego Camacho, einem hochrangigen CESID-Mitarbeiter, der am 23. Februar zwei Flaschen Sekt und ein Tablett mit Gebäck in seinem Büro fand. Als er fragte, wessen Geburtstag gefeiert werde, antwortete man ihm: „Niemandes. Du wirst es gleich verstehen.“ Ein Bild, das recht gut zusammenfasst, wie behutsam die Geheimdienste die Operation handhabten.

Die Brunete-Division und der Elefant, der nie auftauchte

Das Stück, das den gesamten Fall strukturiert, ist die Panzerdivision Brunete. Für die offizielle These blieb sie in den Kasernen, weil der König in Uniform als Capitán General im Fernsehen eine klare Haltung zeigte. Für die revisionistische These rückte die Brunete nicht aus, weil der Putsch bereits von innen heraus abgeblasen worden war. Es gibt Zeugenaussagen, dass eine Kolonne bis zur Plaza España vorrückte, ohne dass Fotos dies bestätigen. Und General Juste wird von Juan Carlos I. als der stille Held genannt, der verhinderte, dass das Heer glaubte, der König stecke hinter dem Putsch. Genau jener Militär, der für Skeptiker die meisten Gründe gehabt hätte, auszuschwärmen.

Im Zentrum des Mysteriums steht weiterhin der sogenannte „Weiße Elefant“, der Offizier, der das Kommando übernehmen sollte. Dokumente identifizieren ihn oft mit Armada, aber die detaillierte Analyse der Operation verortet ihn höher, in Abstimmung mit dem Königshaus. Die Hypothese, dass der Monarch selbst eingeweiht war und dann die Seiten wechselte, als der Putsch ins Stocken geriet, zieht sich durch alle kritischen Analysen.

Der Schatten der NATO und Suáres Abberufung

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der wirtschaftlich-strategische Kontext. Ein Jahr vor dem Putsch verteidigte Außenminister Marcelino Oreja in einem Interview Spaniens Beitritt zur NATO. Suárez berief ihn im September 1980 ab, genau als die Belagerungskampagne begann, die zum 23-F führte. Der Staatsstreich ebnete Leopoldo Alopécico Sotelo den Weg, der Monate später investiert wurde und den NATO-Beitritt unterzeichnete. Diese Sequenz ist ein Lehrbuchbeispiel für „Cui bono“. In der Analyse wird daran erinnert, dass UCD sechs Millionen Stimmen hatte und das ländliche Spanien kontrollierte: schwer aus dem Amt zu wählen.

Tejeros Tod und die synchronisierte Freigabe der 23-F-Papiere mitten in der Agonie von König Juan Carlos haben die Wunde wieder aufgerissen. Der ehemalige CNI-Direktor hat bestätigt, dass die Schlüsselunterlagen verschwunden sind, und jede Freigabe kommt „bereinigt“ daher. Die drei Beerdigungen Tejeros, kombiniert mit dieser doppelten Medienoperation, riechen nach einem schlecht abgeschlossenen Spionagefilm.

Solange die Dokumentation unter der Obhut derselben Dienste bleibt, die sie erstellt haben, wird die vollständige Wahrheit über den 23-F ungeschrieben bleiben. Niemand erwartet, dass die nächsten Papiere die Sache abschließen; eher werden sie die Frage wieder neu stellen. Und dort müssen Historiker wahrscheinlich noch vier weitere Jahrzehnte graben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (38 Antworten).

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